Segen für Generationenprojekt

Paulus Mehler (links) begrüßte die zahlreichen Gäste beim Fest zur Einweihung des neuen Hochregallagers der Tuchfabrik. Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
14.09.2015
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Rund drei Millionen Euro hat das neue Hochregallager der Tuchfabrik Mehler gekostet. Keinesfalls eine alltägliche Investition. "Wir haben es gewagt, weil wir an unsere betriebliche Zukunft glauben", betont Paulus Mehler bei der Einweihung.

" Was wir gemacht haben, ist ein Generationenprojekt", weiß Paulus Mehler, der gemeinsam mit seinem Cousin Ludwig die Tuchfabrik leitet. Am Freitagvormittag erhielt das für rund drei Millionen Euro neu gebaute hochautomatische Hochregallager den kirchlichen Segen (wir berichteten). Optimiert werden soll damit die Lagerkapazität des Unternehmens.

Den ersten Gruß zu dieser Einweihungsfeier richtete Paulus Mehler an seine Belegschaft. "Ihr habt uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Ihr steht hinter uns, nur deshalb war diese Investition überhaupt möglich". Mehler dankte insbesondere der Regierung der Oberpfalz für die großzügig gewährte Unterstützung.

Zweistellig gewachsen

Als Grund für die Investition führte Paulus Mehler aus, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zweistellig gewachsen ist. "Wir brauchten Platz für neue Produkte und wollten unsere bisherigen chaotischen Verhältnisse in der Lagerkapazität verbessern." Als moderner Dienst- und Serviceleister brauche das Unternehmen aber eine hohe Flexibilität. "70 Prozent der Aufträge, die bei uns eingehen, verlassen noch am gleichen Tag unser Unternehmen." Dank des Neubaus sei die Abwicklung jetzt schneller. "Wir haben eine ordentliche hochautomatische Lagerhaltung und erleichtern unseren Mitarbeitern die körperliche Arbeit", stellte Mehler weiter heraus.

In zehnter Generation

Wissenswertes über den Neubau gab Ludwig Mehler preis. Die 1644 gegründete Firma Tuchfabrik Gebrüder Mehler wird in der zehnten Generationen von der Familie geleitet. Erste Überlegungen für den Neubau gab es schon 2010. Eingebunden in die Planung und die Bauarbeiten waren Firmen aus der Region.

Errichtet wurde schließlich eine 34 mal 24 Meter große und 15 Meter hohe Halle. Der überbaute Raum beträgt 12 000 Kubikmeter. Die neue Halle kann 2000 Lagerboxen für Ware und 600 Palettenstellplätze aufnehmen. Aktuell sind 9500 Lagereinheiten belegt, weitere 4000 können noch aufgenommen werden. "Ich hoffe, unser Lager reicht noch lange aus", wünschte sich Ludwig Mehler.

Vorbeugender Brandschutz

Damit es im Lager nicht brennen kann, baut die Firma Mehler auf vorbeugenden Brandschutz. "Mit neuester Technik wird Sauerstoff reduziert, es kann damit nicht brennen". Die Glückwünsche des Landkreises überbrachte Landrat Wolfgang Lippert. "Ich bin stolz darauf, einen der ältesten textilverarbeitenden Betriebe im Landkreis zu haben. Es sei die Philosophie des Unternehmens und die Identität der Mitarbeiter zu ihrer Firma, die das Unternehmen so erfolgreich macht. "Und die Geschäftsführer leben eine gewisse Bescheidenheit, dies macht sie so erfolgreich".

2. Bürgermeister Peter Gold konnte sich Lob nicht verkneifen und meinte, "die Firma Mehler identifiziert sich mit unserer Stadt. Die Geschichte und Historie unserer Stadt, aber auch die Zukunft, ist mit der Tuchfabrik Mehler eng verbunden". Schon Wolfgang von Goethe sprach damals vom gar so feinen Tuchmacherstädtchen Tirschenreuth. Ausdrücklich dankte Gold dem Unternehmen für seine soziale Ausrichtung, "hier steht der Mensch noch im Mittelpunkt". Die Glückwünsche der Regierung der Oberpfalz überbrachte der ehemalige Wirtschaftsförderer Gerold Eger, der dieses ehrgeizige Projekt noch mit auf den Weg gebracht hatte. Eger erinnerte sich, dass er bereits vor 35 Jahren erstmals in Kontakt mit dem Unternehmen gekommen ist. Auch er lobte die Geschäftsleitung, die so viel auf ihre Belegschaft hält, "dies ist nicht überall so".

Päpstlicher Hoflieferant

Im Anschluss segnete Stadtpfarrer Georg Flierl den Neubau, auch in Vertretung seines evangelischen Kollegen Ralph Knoblauch, der sich im Urlaub befindet. Pfarrer Flierl nannte es wichtig, dass es Unternehmen gibt, bei denen die Menschen vor Ort ihr Geld verdienen können. Der Stadtpfarrer wusste weiter, dass die Tuchfabrik Mehler von 1927 bis 1935 sogar Päpstlicher Hoflieferant war.
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