Sir Walter und Sir Hans in Zubza

Hans Rupprecht (rechts) freut sich mit Pater Samuel Elow, dem Rektor für die Schule in Zubza - Peducha, über den neuen Jeep. Finanziert wurde das Fahrzeug mit Spenden aus Weisendorf. Ernst Klimek, der das Weisendorfer Hilfsprojekt mit Schülern ins Leben gerufen hat, erklärt, dass die schlechten Straßen im Nagaland den Einsatz eines geländetauglichen Fahrzeugs voraussetzen. Bild: privat
Lokales
Tirschenreuth
23.03.2015
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Walter Rinderer aus Beidl und der Eschenbacher Hans Rupprecht sind derzeit als Entwicklungshelfer in Indien unterwegs. Im Nagaland, bei den Zubzas wollen sie mehrere Monate lang diverse Projekte realisieren. Von ihren Erlebnissen vor Ort berichten sie regelmäßig im Neuen Tag.

Nicht selten gibt es Meldungen in denen berichtet wird, dass Gelder oder Waren, die für Entwicklungshilfeprojekte bestimmt sind, in dunklen Kanälen verschwunden sind. Überhaupt ist diese Art der Hilfe umstritten. Experten wissen: "Nur die sogenannte Hilfe zur Selbsthilfe bringt wirklich messbare Erfolge."

Zwei, die sie praktizieren, sind Walter Rinderer und Hans Rupprecht, die tatkräftig das Zubza-Projekt der Grundschule Weisendorf um Ernst Klimek vor Ort unterstützen. Derzeit sind Sir Walter und Sir Hans, wie sie von den Einheimischen genannt werden, im Nagaland unterwegs, um diverse Projekte zu realisieren. Sie wissen genau: "Nur wenn die betroffenen Einheimischen selbst Hand anlegen und Techniken verstehen, funktioniert die Hilfe."

Regelmäßige Berichte

Die beiden Helfer, die regelmäßig im Neuen Tag über ihr Tun berichten, sind seit 4. Februar in Indien und haben ehrgeizige Pläne im Gepäck. Etwa drei Monate werden sie im Nagaland bleiben. Per E-Mail teilen uns der ehemalige Baufachmann und der Küchenmeister mit, was sie dort erleben.

Am 4. Februar landete ihre Maschine gegen 9 Uhr (Ortszeit ist gleich Mitteleuropäische Zeit minus 4,5 Stunden) in Mumbai (Bombay). "Wir hatten eine schlaflose Nacht und der Moloch hat uns gleich verschluckt", schreibt Hans Rupprecht.

Bei 35 Grad Celsius und drückender Hitze habe sich selbst die Taxifahrt zum Provinzialhouse spannend gestaltet. "Da liefen mitten auf der Straße Kühe herum, kreuzten stinkende Moped-Taxis und Fahrradrikschas den Weg."

Warme stickige Luft und aggresive Moskitos sollten auch die kommende Nacht wenig erträglich machen. Am 5. Februar nahmen Rinderer und Rupprecht an der dortigen Energiekonferenz teil. Ständig seien ihnen dabei ungemein "wichtige Leute" vorgestellt worden. Irgendwie hatte es sich schnell herumgesprochen, dass Hans Rupprecht Küchenmeister ist. "Es dauerte nicht lange und wir wurden von der Food-Managerin des Campus empfangen und durften den Ausbildungstrakt für etwa 200 Kochschüler inspizieren."

Typisch Bayerisch

Rupprecht ließ sich überreden am nächsten Tag rund 30 Kochschüler zu unterrichten. Die Vorbereitungen, die er tags zuvor angeordnet hatte, seien bereits auf Hochtouren gelaufen. Etwas typisch Bayerisches sollte es geben. Nachdem allerdings die Heißluftöfen alle belegt waren, war der geplante Schweinebraten nicht machbar. Das Menü, bestehend aus Geflügelbrühe mit Pfannkuchenstreifen, Schweineschnitzel mit lauwarmem Kartoffelsalat sowie Bayrisch Creme mundete den 70 geladenen Gäste hervorragend. Während Rupprecht in der Küche gebunden war, fachsimpelte Walter Rinderer mit Technologiestudenten. Besonders aussichtsreich verlief dabei ein längeres Gespräch mit Father (Fr.) Vincent, dem leitenden Direktor, der für die Ausbildung von rund 3500 Studenten verantwortlich ist. Im Herbst soll bereits der erste Kurs für Solartechnik starten. Walter Rinderer übergab ihm die benötigten Lehrunterlagen sowie das Ausbildungsmaterial und stellte den mitgebrachten Solarkoffer vor.

Am nächsten Tag ging es um 3.45 Uhr mit dem Flieger weiter über Kalkutta, und einem unvorhergesehenen Zwischenstopp in Assam, weiter nach Dimapur, der mit 120 000 Einwohnern größten Stadt in Nagaland. "Die letzten Zollkontrollen waren nur obligatorisch. Vielmehr wurde Walters Größe und sein stattliches Gewicht sowie mein hochgezwirbelter Schnauzer bestaunt", schreibt Hans Rupprecht. Zum eigentlichen Ziel, Zubza reisten sie am kommenden Tag weiter, weil es nachts schlicht und einfach viel zu gefährlich wäre.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.zubza.de/
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