Solidarität jetzt gefordert

Treue Mitglieder sind die Grundlage eines jeden Vereins. In der Jahreshauptversammlung der KAB konnten die Vorsitzenden wieder viele Mitglieder auszeichnen (vorne von links): Josef Richtmann, Christine Röckl, Inge Steinhauser, Elisabeth Laubert und Inge Schmeller sowie (hinten von links) Kreispräses Pater Helmut Stadermann, Ludwig Zapf, Vorsitzende Monika Bauer, Stadtpfarrer Georg Flierl, 2. Bürgermeister Peter Gold, Klaus Steckbauer und Vorsitzender Thomas Pinzer. Bild: heb
Lokales
Tirschenreuth
23.10.2015
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Soziale Gerechtigkeit fordert die Katholische Arbeitnehmerbewegung seit ihren Gründungstagen. Und immer noch gibt es auf dem sozialen Sektor genug Defizite, die aufzuarbeiten sind.

Die Jahreshauptversammlung der KAB wird deshalb gerne genutzt, auf aktuelle Probleme hinzuweisen. In der Versammlung wurden sowohl vom Vorsitzenden Thomas Pinzer, als auch von den Ehrengästen deutliche Worte zu aktuellen Themen gesprochen.

Thomas Pinzer ging auf die KAB-Aktion "Stoppt TTIP - Konzerne profitieren - Menschen verlieren" ein. Die Verhandlungen für dieses transatlantische Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA würden hinter verschlossenen Türen stattfinden. Als zentrale Ziele von TTIP seien Erleichterungen für den Handel und Abbau von Handelshemmnissen zu sehen. Darunter zu verstehen seien die Verringerung bzw. die Abschaffung von Verbraucherschutz oder Umweltschutz. Eine Steigerung der Produktivität und Senkung von Importkosten verspreche man sich davon, so Pinzer. Doch TTIP höhle die Arbeitnehmerrechte aus, denn die USA hätten nur zwei von acht Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisationen ratifiziert.

KAB gegen TTIP

So könne etwa das Prinzip des gleichen Lohnes für Männer und Frauen in Gefahr sein, warnte Pinzer. Mit TTIP könnte der Weg frei gemacht werden für genmanipulierte Nahrung und Hormonfleisch. Die KAB habe sich klar dagegen positioniert. Denn gebraucht werde eine gerechte und solidarische Wirtschaftsordnung, die den Menschen als Schöpfung Gottes in den Mittelpunkt stellt.

2. Bürgermeister Peter Gold richtete seinen Dank an die KAB für ihre Arbeit und Einbringung ins gesellschaftliche Leben. Solidarität gehöre zu den Grundprinzipien der katholischen Soziallehre. Sie werde zwar derzeit stark gebraucht, doch leider würden sich nur manche solidarisch fühlen, gehe es um die Flüchtlingsproblematik. Geradeso wie die KAB Sozialschutz solidarisch gewähre, müsste es auch im Großen sein. Und, Solidarität könne nicht einseitig fließen. Mit Sicht auf die Flüchtlingsproblematik müssten sich auch die der EU angehörigen Staaten mehr einbringen. Denn Deutschland stehe keineswegs an erster Stelle der wohlhabenden Staaten.

Der KAB sprach er sein Lob aus für den großen Zusammenhalt, denn auch Spenden stünden dafür. Für die Zukunft hoffte er auf wieder mehr jugendliche Mitstreiter, die sich für die sozialen Aufgaben der KAB begeistern könnten.

Viele eigene Bedürftige

Stadtpfarrer Georg Flierl sah die verantwortlichen Politiker in einer sehr schwierigen Situation. Es sei gut, das Asylrecht im Grundgesetz verankert zu sehen, doch die derzeitige Lage lasse Deutschland an seine Grenzen stoßen. Klar machte er, dass Flüchtlingen, deren Leib und Leben bedroht seien, geholfen werden müsse. Zu bedenken gab er aber auch, dass viele der Asylbewerber bereits in anderen Staaten in Flüchtlingslagern gelebt hätten und sie dort nicht akut bedroht gewesen seien. Und auch in Deutschland gebe es viele Bedürftige, auch Rentner, die mit 500 Euro ihr Leben fristen müssten, obwohl sie ein langes Arbeitsleben hinter sich hätten. Auch sie dürften nicht vergessen werden. Es laste eine ungeheure Verantwortung auf der Politik. "Wenn Menschen Hilfe brauchen, müssen wir versuchen zu helfen, aber auch der Tragesel muss auf den Beinen bleiben", resümierte er. Kreispräses Pater Helmut Stadermann wies auf die derzeit noch laufende Ausstellung zum Zweiten Vatikanischen Konzil auf St. Peter hin.

Treue Mitglieder

Als Höhepunkt der Mitgliederversammlung hatten die Vorsitzenden Thomas Pinzer und Monika Bauer wieder zahlreiche treue Mitglieder zu ehren. Für 60 Jahre Käthie Schön und Elisabeth Laubert. Für 50 Jahre wurde Josef Richtmann geehrt. Für 40 Jahre: Ludwig Wolfrum, Ludwig Zapf und Cäcilie Enders. Für 25 Jahre: Dieter Gleißner, Günter Gradl, Klaus Steckbauer, Edith Gradl, Gabi Härtl, Christine Röckl, Inge Schmeller, Inge Steinhauser und Karin Zandt.
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