Sommerflirt beim Bauhof-Jazz

Doppelpremiere mit Erfolgsstory: Beschwingt und locker zeigen die Musiker, wie Jazz auch in einer Maschinenhalle bestens ankommt. Bild: ubb
Lokales
Tirschenreuth
09.08.2015
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Gelungene Premiere: Am Freitagabend verwandeln Weidener Profimusiker das Bauhofgelände in eine beschwingte Open-Air-Bühne. Und über 200 Zuhörer lassen sich in der Maschinenhalle in die Jazz-Szene entführen.

Völlig ungeniert flirten die Dozenten des Weidener Jazz-Seminars auf der erstmals aufgestellten Bühne im Bauhof mit ihrer charmanten Kollegin. Sängerin Susanne Schönwiese quittiert dies mit einem bezauberten Lächeln und gibt dies postwendend ans Publikum weiter, um gleich danach ihre grandiose Stimme unter Beweis zu stellen. Die Profi-Musiker aus Weiden, Regensburg, Litauen, den USA und Nürnberg bieten einem durchwegs neugierigen Publikum mit sichtlichem Spaß ihr musikalisches Können an.

Launig und locker führen sie die Tirschenreuther in die Jazz-Szene ein. Für einen stimmigen Abend hatte im Vorfeld bereits der Stadtmarketing-Verein mit Unterstützung des Bauhofteams, der Luftsportjugend, des Segelflugvereins und des FSV Tirschenreuth gesorgt und das Areal hinter der Stadtbücherei besonders schön herausgeputzt.

Wer sich besonders freute, dass "Jazz am Bauhof" völlig zwanglos und launig zur Erfolgsstory wurde: Bürgermeister Franz Stahl. Seit vielen Jahren lässt er sich in Weiden das Dozentenkonzert nicht entgehen. Daraus entstand seine Initiative, die Profis einmal in der Kreisstadt einzuladen.

Drummer Thomas Stock vom Jazz-Zirkel Weiden ließ sich gerne überreden und stellte mit Susanne Schönwiese aus Nürnberg, Juri Smirnov aus Litauen, Gerhard Kraus aus den USA sowie Norbert Ziegler und Markus Fritsch ein Ensemble zusammen, das seinesgleichen sucht. So bekommen die Tirschenreuther das Feinste vom Feinsten geboten.

Bei Kerzenschein, angenehm lauschigen Sommertemperaturen und süffig-kühlen Getränken beklatschen sie begeistert grandios dargebotene Jazz-Klassiker von Clifford Brown, Morgan Lewis, Charlie Parker und anderen. Ehrensache, dass die teils improvisierten Soli der Instrumentalisten stets mit einem Extra-Applaus quittiert werden. Dass nicht nur das Publikum glücklich ist, zeigt während der Pause eine nette Bemerkung von Susanne Schönwiese. Die Sängerin, die in New York studiert hat, lobt einerseits die überraschend gute Akustik der Maschinenhalle, insbesondere aber das kulturelle Engagement Tirschenreuths, das in kleineren Städten ihrer Erfahrung nach äußerst selten zu finden ist.

Mit insgesamt zehn Darbietungen als Ohren- wie Augenschmaus gleichermaßen unterhalten die Jazz-Musiker bis in die tiefe Nacht hinein. Entlassen werden sie erst nach begeisterten Bravo-Rufe und Bitten um Zugaben. "Now's the time" von Charlie Parker läutet zwar danach den musikalischen Schlussstrich ein. Nur ist der Abend viel zu schön, um ihn schon zu beenden. Bei einem "letzten Glas Wein" wird ausgiebig über diese neue Musik-Szene geredet. Eine Wiederholung ist durchaus erwünscht, lassen einige Gäste, unter ihnen Bärnauer Musiker ebenso wie Weidener Kulturreferenten und eingeschworene Jazz-Kenner, verlauten.
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