Spareffekt steigt von Jahr zu Jahr

Wegen mangelnder Nachfrage eingestellt werden die Radlbusse. Spart dem Landkreis 44.000 Euro. Bild: njn
Lokales
Tirschenreuth
17.04.2015
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Debatten gab es im Vorfeld genug. Die meisten nicht öffentlich, denn es ging um das von der Regierung geforderte Konsolidierungskonzept. Einhellig verabschiedete jetzt der Kreistag das Papier - ohne weitere Diskussion.

Kleinvieh macht auch Mist. Nach diesem Motto durchforsteten die Kreisräte akribisch sämtliche Ausgaben nach Einsparpotenzial. "Das waren keine einfachen Sitzungen", dankte Landrat Wolfgang Lippert besonders dem Rechnungsprüfungsausschuss, der vergangenes Jahr zusätzlich die Fäden der Konsolidierung in die Hand genommen hat.

Das Ergebnis nimmt sich auf den ersten Blick bescheiden aus, steigert sich aber. 2015 stehen exakt 127 210 Euro auf der Seite der Einsparungen und Mehreinnahmen. Im Jahr 2018 sind es schon 619 460 Euro.

Schon dieses Jahr bemerkbar machen sich die Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen für ambulante Krankenpflege. Dieser Landkreis-Zuschuss, bisher auf insgesamt 120 000 Euro gedeckelt, wird jährlich um 30 000 Euro abgesenkt. Auch die Einstellung der Radl-Busse, die zuletzt ein Defizit von 44 000 Euro eingefahren haben, schlägt sich sofort nieder.

Mit jährlich 22 000 Euro veranschlagt ist jeweils eine halbe Stelle weniger im Bauamt und im Sitzungsdienst des Landratsamtes. 10 000 Euro weniger sind es durch die Einsparung eines Kurierfahrers. Rund 5000 Euro mehr Einnahmen soll die Vermietung des Amtes für Landwirtschaft bringen. Etwa ebenso groß ist die jährliche Einsparung durch Kürzungen im Budget Zeitschriften und Bücher im Landratsamt.

Ab 2016 muss das Sanierungsprojekt Burg Falkenberg auf 150 000 Euro Landkreis-Zuschuss verzichten. Das ist der vorerst größte Einzelposten in der Konsolidierung. Als freiwillige Leistung nicht mehr im Haushalt auftauchen werden auch die jährlich 20 000 Euro für den Technologiecampus der Ostbayerischen Technischen Hochschule Weiden-Amberg. Vergleichsweise bescheiden machen sich da die gestrichenen 750 Euro Mitgliedsbeitrag für "Otti" (Ostbayerisches Technologie-Transfer-Institut) aus. Außerdem spart sich der Landkreis ab 2017 die 10 000 Euro Zuschuss für das BRK-Projekt "Leben plus". Ab 2018 bekommt die Pfarrei Waldsassen für die Basilika 25 000 Euro weniger. Ein größerer Posten steht unter dem Stichwort "Gewinne abschöpfen" bei der Mülldeponie Steinmühle mit 150 000 Euro auf dem Sparplan.

Insgesamt fährt der Landkreis vor allem die freiwilligen Leistungen zurück. Betragen sie aktuell noch knapp 500 000 Euro, werden sie ab 2018 nur noch bei gut 200 000 Euro liegen.

Der Ausschuss unter dem Vorsitz von Dr. Benjamin Zeitler habe zehn Prüffelder nach den Vorgaben der Regierung abgearbeitet, lobte der Landrat den Einsatz der Kollegen. Das Konzept sei der erste Schritt und werde kontinuierlich weitergeführt. Mit dem so dokumentierten Sparwillen im Gepäck will sich der Landkreis dieses Jahr erneut um Stabilisierungshilfen bewerben. Zuletzt gab es 1,5 Millionen Euro.
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