Stadt mit Studenten-Standort

Die Partner der neuen Lernstandorte freuen sich auf die Zusammenarbeit mit der OTH Regensburg (von links): Dr. Uwe Brandl, Bürgermeister der Stadt Abensberg, Franz Löffler, Landrat des Landkreises Cham, und Franz Stahl, Bürgermeister von Tirschenreuth. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
07.07.2015
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Was hinter der Abkürzung IDBB steckt, dürfte in Tirschenreuth bald kein Geheimnis mehr sein. Denn die Kreisstadt wird Standort für einen "Integrierten Dezentralen Berufsbegleitenden Bachelor".

Der dezentrale Studiengang soziale Arbeit soll bereits ab Herbst 2016 laufen. An den drei neuen Lernstandorten in Abensberg, Tirschenreuth und im Landkreis Cham ist die Freude groß (wir berichteten). So reiste auch Bürgermeister Franz Stahl gerne zu einer Pressekonferenz nach Regensburg, wo es nähere Informationen über das Konzept des Studiengangs gab.

Die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg erhält vom Wissenschaftsministerium 800 000 Euro pro Jahr, um das berufsbegleitende Konzept aufzubauen. Der erste Jahrgang in Tirschenreuth soll mit 30 Studenten im Wintersemester 2016/2017 starten. Jahr für Jahr wird dann aufgestockt, bis einmal 150 Studenten die Kreisstadt bereichern. Der Studiengang "IDBB Soziale Arbeit" setzt auf Partner aus der Region. Hinter dem Konzept steht der Bedarf an akademisch ausgebildeten sozialpädagogischen Fachkräften. In acht bis zehn Semestern können Berufstätige aus diesem Bereich neben ihrem Job einen Bachelor-Titel erwerben - und zwar auch abseits des Großraums Regensburg. Darin drückt sich die Dezentralität des neuen, e-Learning-gestützten Studienmodells aus.

Lernstandortpartner sind der Landkreis Cham, die Stadt Abensberg und die Stadt Tirschenreuth. Sie stellen die Räumlichkeiten und technische Infrastruktur zur Verfügung. Die drei Vertreter der berücksichtigten Kommunen betonten, dass die OTH Regensburg damit das Bildungsangebot in der Region stärke. Sie unterstrichen die große Nachfrage nach Fachkräften im Bereich der sozialen Arbeit. Erste Bildungspartner sind bereits mit im Boot: Die Katholische Jugendfürsorge und das Kolping-Bildungswerk in der Diözese Regensburg, die Jugendbildungsstätte Waldmünchen sowie die Volkshochschule im Landkreis Cham sollen als Einrichtungen der Sozialwirtschaft für einen praxisnahen Studienbetrieb sorgen.

Die Vertreter dieser Einrichtungen wiesen auf die passgenaue Ausrichtung des neuen Studienangebots hin. Sie kündigten an, auch entsprechende Arbeitsplätze anzubieten. Für die Studierenden bieten sie die Gelegenheit zu Projektarbeiten und sind gleichzeitig potenzielle Arbeitgeber. "Es freut mich sehr, dass wir mit diesen Partnern das Studienangebot in der gesamten Region Ostbayern zugänglich machen können", sagte OTH-Präsident Professor Dr. Wolfgang Baier. "Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Bildungspartner in der Region wächst, so dass um einen Lernstandort herum ein Netzwerk von Bildungspartnern entsteht."

Boris Goldberg, Referent für Hochschulentwicklung an der OTH, stellte das didaktische Konzept genauer vor. Dass sowohl die Praxis als auch unterschiedliche Lernformen und Lernorte im Studiengang verknüpft werden, ist das integrierende Moment des innovativen Studienmodells. Zugleich werden aktuelle inhaltliche Bedarfslagen wie ein erhöhtes Flüchtlingsaufkommen in bayerischen Gemeinden aufgegriffen. "Auf diese Weise ist eine unmittelbare Anbindung des Studiums an die Bedarfslagen der Praxis vor Ort sichergestellt", sagte Professor Dr. Irmgard Schroll-Decker, Dekanin der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften.
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