"Stadtgemeinde Tirschenreuth - neue Forschungen - Band 2" von Harald Fähnrich
Erkenntnisse zur Stadtgeschichte

Ein Teil der vielen, die am Gelingen des Werkes beteiligt waren, auf der Tirschenreuther Fischhofbrücke, von links, Harald Fähnrich, Nils Wittmann, Thomas Rode, Robert Schön, Peter Knott und Eckhard Bodner Bild: tr
Lokales
Tirschenreuth
07.05.2015
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Der zweite Band der historischen Forschungen von Harald Fähnrich ist ab sofort im gutsortierten Buchhandel erhältlich. Auf 352 Seiten taucht der Autor wieder tief hinein in die spannende Geschichte der Kreisstadt. Gastautoren sind Horst Adler, Manfred Berndt, Robert Eisenmann, Wolfgang Fischotter, Alfred Mehler und der verstorbene Johann Zölch. Mit 33 Beiträgen ist auch der zweite Band keine Chronik im herkömmlichen Sinne. Dem Leser bietet er historische und volkskundliche Schlaglichter aus der Stadtgemeinde.

Vergessenes und kritisches

Das Werk beginnt mit der Hussitenzeit im 15. Jahrhundert und endet mit der amerikanischen sogenannten Ballonstation bei Brunn in den 1950er Jahren. Vergessenes ist zu entdecken, zum Beispiel die erste Tirschenreuther "Zeitung" von 1567, mit reißerischer Berichterstattung. Weitere Abschnitte sind dem wiederentdeckten Kirchenmaler Maurus Fuchs, den desolaten städtischen Wohnverhältnissen von 1926 und deren Verbesserung gewidmet. Altbekanntes wird neu gesehen, wie die Details am Merian-Stich von 1644.

Fähnrich äußert sich kritisch über die langfristige Fortentwicklung des Stadtarchivs, aktuell über das, so der Autor wörtlich, "Halbwissen zum Fischhof". Mehrere Beiträge widmet er der Justiz in alter Zeit mit der Sensationsgier der Menschen bei Hinrichtungen und Kapitalverbrechen.

Weitere Schwerpunkte sind kaum bekannte Pläne und Karten die das damalige Straßennetz und die Befestigung der alten Stadt zeigen. Fähnrich beschäftigt sich damit, was davon geblieben ist. Er untersucht in seinem Werk die städtische Hauslandschaft vor dem Feuersturm 1814 und dessen Folgen bis heute. Es folgen Beiträge zur Kulturgeschichte, Einblicke in bürgerliche "Communbier-Stuben" und in vergangene Volksfrömmigkeit. Ein bis heute aktuelles Brauchgebäck und Teile einer bürgerlichen Krippe werden vorgestellt. Ein Beitrag erinnert an die Fabulierlust in der "Medien-Vorzeit". "Eine gute alte Zeit war dies nicht" stellt der Autor heraus.

Kleinod Teichpfanne

Im Schlusskapitel betrachtet Fähnrich, wie er selbst sagt, kritisch-liebevoll das landschaftliche Kleinod Tirschenreuther Teichpfanne, die einst fleißige Stadtbürger schufen. Verleger des Werkes sind der Verlag Bodner in Pressath und das Bücherhaus Rode in Tirschenreuth. Gedruckt hat die Auflage die Druckerei Wittmann in Waldsassen.

"Stadtgemeinde Tirschenreuth - neue historische Forschungen, Band 2" (ISBN: 978-3-939247-59-3)
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