Stadtumbaumanager nötig

Bürgermeister Franz Stahl freute sich über eine gut besuchte Bürgerversammlung im Kettelerhaus. Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
21.10.2015
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"Passt scho" ist durchaus ein "dickes Lob". Bei der Bürgerversammlung zog Inge Pannrucker dieses Fazit zum Stadtumbaukonzept.

Für Bürgermeister Franz Stahl war dieses Urteil "aus dem Mund einer Oberpfälzerin" der "Ritterschlag" für die Fortschreibung des Integrierten Stadtumbaukonzepts (ISUK). Dr. Robert Leiner von der iq-Projektgesellschaft stellte die Arbeit in der vergangenen Woche bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Kettelerhaus vor.

Bürgermeister Franz Stahl konnte in seiner Eröffnung viele engagierte Menschen begrüßen, "denen die Zukunft von Tirschenreuth nicht egal ist". Bei den Strategien für die Ortsentwicklung habe man vor zehn Jahren ein Integriertes Stadtumbaukonzept (ISUK) begonnen - und Neuland betreten. Kreativität, Ideenreichtum, Engagement und Ehrlichkeit seien vonnöten gewesen, als man sich den Spiegel schonungslos vor das Gesicht gehalten habe. Die gesetzten Ziele seien Schritt für Schritt abgearbeitet worden. "Dabei stand aber nicht das Überreden im Vordergrund, sondern das Überzeugen", wusste der Bürgermeister.

Seitdem habe sich vieles verändert. "Tirschenreuth hat sein Gesicht grundlegend verändert," unterstrich Stahl. Die Menschen seien heute zurecht stolz auf ihre Stadt. Mit dieser Bürgerversammlung gehe es nun darum, weiter Handlungsziele für die kommenden Jahre festzulegen. Die vorgestellten Ziele seien jedoch nur ein Entwurf, es könne jederzeit Ergänzungen mit eingearbeitet werden. "Das Stadtumbaukonzept ist ein absolut dynamischer Prozess", versicherte Stahl.

Große Dynamik

Dr. Robert Leiner betonte zunächst, dass das Tirschenreuther Stadtumbaukonzept das positivste Projekt sei, das er betreut. "Hier ist ein große Dynamik festzustellen, hier kann man etwas bewegen". Er selbst sei 2003 erstmals nach Tirschenreuth gekommen, "es war eine andere Stadt". Heute könne er sagen, Tirschenreuth habe sich qualitativ sehr verbessert, "weil Tirschenreuth Mut bewiesen hat". Der Freizeitbereich habe heute eine enorm hohe Qualität, gerade dies sei ein Baustein, der heute enorm wichtig ist. "Für kreative Köpfe ist Tirschenreuth die erste Wahl", bescheinigte Dr. Leiner. Er kenne keine einzige Stadt, wo von den Bürgern die Stadtumbauprojekte so positiv angenommen wurden. Fast 90 Prozent der Bürger attestieren ihrem Ort positive Zukunftsaussichten.

Die vergangenen zehn Jahre seien von vielen baulichen Veränderungen geprägt gewesen. Mit der Fortschreibung solle Tirschenreuth noch besser, also kleinteiliger und detaillierter werden. Das ISUK sei ein Fahrplan, was die Stadt in den kommenden 10 bis 15 Jahren erledigen will.

Im baulichen Bereich gebe es immer noch vieles zu tun. Die Dammstraße müsse auf Vordermann gebracht werden. Dr. Leiner, "wenn ich die Rückseite der Dammstraße mit ihrem tollen Ausblick sehe, ist hier einiges machbar". Die Altstadtsanierung müsse komplettiert werden. Als Beispiele nannte er den Unnaplatz, den Luitpoldplatz, die Ringstraße, die Franz-Böhm-Gasse, die Bahnhofstraße, den Deschplatz, den Milchhof, den Kirchplatz und natürlich die Umnutzung des ehemaligen Polizeigebäudes. "In Tirschenreuth gibt es auch sehr viele Innenhöfe mit enorm viel Potenzial".

Vision: Bürgerhaus

Alle Maßnahmen werden mit 60 Prozent aus der Städtebauförderung bezuschusst. Ein weiteres Ziel sei, die Standortbedingungen für die Wirtschaft weiter zu verbessern. Zu seinen Visionen zählt er auch ein Bürgerhaus im Ort, als einen überdachten Treffpunkt. Wichtig sei bei allen Zielen, die Beteiligung der Bürger mit zu organisieren, dies sei die Aufgabe der Stadt. Um die Visionen für die kommenden Jahrzehnte zu realisieren hält Dr. Leiner auch einen Stadtumbaumanager für unabdingbar. Denn es brauche Verantwortlichkeit.
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