Stolz auf die erbrachte Leistung

Manfred Kinle in seinem Element. Gemeinsam mit Paulus Mehler prüft er die Qualität des Stoffes. Am gestrigen Freitag war sein letzter Arbeitstag.
Lokales
Tirschenreuth
29.11.2014
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Ein Leben bei einer Firma, und das über 51 Jahre. Manfred Kinle kann diese außergewöhnliche Arbeitsbilanz vorweisen. Jetzt muss die Tuchfabrik Mehler ohne in auskommen.

Manfred Kinle kennen viele als großartigen Fußballer und engagierten Trainer. Aber auch im Berufsleben hat der 65-Jährige einiges vorzuweisen. Am 27. Juli 1963 begann für den Jungen der Arbeitsalltag. Am Freitag, nach 51 und einem halben Jahr, absolvierte Kinle seinen letzten Arbeitstag bei der Tuchfabrik Mehler, der er ein Leben lang treu geblieben ist.

Als Weberlehrling bei Alfred Mehler begann Kinle 1963. "Mein damaliger Chef, hat mir sehr geholfen, wenn er auch sehr streng war, ich habe eine gute Ausbildung genossen", erinnert sich der Tirschenreuther. Vor allem saubere Berichtshefte wollte der Chef sehen, schmunzelt der "Mane". Nach seiner Ausbildung war Kinle rund 16 Jahre in der Weberei, wechselte dann zur Nassappretur. Dort war er verantwortlich, dass die Ware fachgerecht hergestellt und pünktlich geliefert werden kann. Fast 36 Jahre war er in dieser Abteilung, arbeitete sich hier zum Technischen Leiter hoch.

Selten ein Acht-Stunden-Tag

Bis zu seinem letzten Tag war Manfred Kinle mit großem Elan bei der Arbeit, einen Acht-Stunden-Tag kennt er kaum. "Aber wenn einem die Arbeit Spaß macht und man sieht, dass das Produkt einwandfrei ist, ist man ein jedes Mal stolz auf die erbrachte Leistung", betont Kinle. Und damit alles klappt, dafür hat der Perfektionist Kinle auch schon mal Abende geopfert. "Es muss gut sein und schnell geliefert werden", fasst Kinle ein Erfolgsrezept zusammen. Die "Ritterdecken" aus Kaschmir nennt er als Beispiel. Genau wurde auf die Qualität geachtet. "Ich war immer froh, wenn dieses sehr teure Produkt fertig war und es keinerlei Probleme gab." Spaß hat es dennoch durch all die Jahre gemacht.

Drei Generationen Chefs hat Kinle bei der Tuchfabrik und den wirtschaftlichen Aufstieg miterlebt. Und der aktuellen Leitung stellt er ein gutes Zeugnis aus. "Es macht Spaß, wenn man sieht wie sich Ludwig und Paulus Mehler für das Unternehmen engagieren und einsetzen".

Viel Leidenschaft

Bis zum letzten Tag hat sich Kinle mit viel Leidenschaft für die Firma engagiert. Chef und Angestellten verbindet nicht nur die Arbeit, sondern auch eine echte Freundschaft. Selbstverständlich war es, dass Manfred Kinle seinen Nachfolger eingearbeitet hat: Heiko Frötschl. Und sollte mal etwas nicht so klappen: Ein kurzer Anruf genügt und der "Mane" ist da. Als Rentner hat Kinle noch einiges vor: Fußball steht ganz oben, aber auch so manche Urlaubsreise. Aktuell engagiert er sich in der Nachwuchsarbeit beim ATSV, für den er mehr als 780 Spiele bestritten hat. Kinle trainiert die A-Junioren der SG Tirschenreuth, in der auch der FC beteiligt ist. Ein Jahr spielte er für den Bayernligisten SpVgg Weiden. "Es war eine schöne Zeit", ehe er wieder zum ATSV zurückging. "Weil die Arbeit für mich Vorrang hatte!"

Heute feiert der "Mane" mit seinen Kollegen mit einem Weißwurstfrühschoppen seien Abschied von der Tuchfabrik und dem Berufsleben. Arbeit hat er freilich noch genug!
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