Strahlende Gesichter der schönste Dank

Die Landbevölkerung in der Umgebung von Kigali ist sehr arm. Die Grundausbildung der Kinder ist sehr lückenhaft, da meist die Mittel für Schulgeld, Uniform und Schuhe fehlen. Um diesen Kindern eine Chance zu geben, brachte Pater Danko die Schule zu den Kindern. Und die sind glücklich. Bilder: hfz
Lokales
Tirschenreuth
02.04.2015
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Aus dem "Land der tausend Teiche" ins "Land der tausend Hügel": Seit Jahren kommt aus dem Stiftland Hilfe für die Ärmsten der Armen in Afrika. Und das kann auch einmal ein Patenkind sein.

Geroldine Ondrusek und Tobias Heindl von der "Aktion Solidarität" reisten nach Ruanda und Kenia, um sich die Projekte selbst anzuschauen. Drei Wochen verbrachten die Stiftländer bei Pater Danko Litric in Kigali. Um der Hauptstadt von Ruanda ein modernes Gesicht zu geben, werden derzeit eifrig neue Wohn- und Bürokomplexe gebaut. Die Bevölkerung muss für den Imagewandel oft mit Zwangsumsiedlung und dem Verlust ihrer mühsam aufgebauten Existenz bezahlen.

Die Armut wurde auch bei den Hausbesuchen zusammen mit den Schwestern des Ordens "Freundinnen der Armen" in der Nähe von Muhazi deutlich. Die Kinder und Eltern besitzen meist nur die Kleidung, die sie am Leib tragen. Geld für Schule und Krankenversicherung können die meisten nicht aufbringen. Die spärlich eingerichteten Lehmhütten dienen lediglich als Schlafplatz für die Familien: Während des Tages werden die kleinen Felder neben den Hütten bestellt und auch der Zugang zu Wasser bedeutet für die Menschen kilometerweite Fußmärsche.

Dennoch gibt es auch erfreuliche Nachrichten aus dem "Land der tausend Hügeln": Die Schule in Muhazi, die von Pater Danko Litric gegründet wurde, besuchen mittlerweile über 100 Schüler. Sie erhalten dort eine kostenlose Ausbildung als Koch, Maurer oder Schneider. Obwohl die Schule in den letzten Jahren mehrfach erweitert werden konnte, sind die Raumkapazitäten erschöpft, weshalb die Schüler in zwei Schichten unterrichtet werden müssen.

Dankbar, eine Ausbildung zu erhalten, nehmen sie oft kilometerlange Wege in Kauf. Die Nähmaschinen, Schultafeln, Tische und Stühle aus dem Stiftland leisten dort gute Dienste. Während des Aufenthalts traf auch der Container mit Hilfsgütern in Ruanda ein, der im November vom Stiftland aus verschifft wurde.

Unter den wachsamen Augen von Geroldine Ondrusek konnten die Sachspenden entladen und an die jeweiligen Einrichtungen verteilt werden. Besonders Pater Danko hatte allen Grund zur Freude: Über ein Jahr musste er auf seinen selbstbezahlten Pick-up warten. Bei den schlechten Straßenverhältnissen abseits der Hauptstadt ist ein solches Auto wahrlich kein Luxus.

Ein kurzer Besuch konnte auch Dr. Uta Düll abgestattet werden, die abseits von ausgebauten Straßen das Krankenhaus "Centre de Sante Gikonko" leitet. Täglich warten Hunderte Menschen oft stundenlang auf eine Behandlung. Geroldine Ondrusek und Tobias Heindl verteilten Kleidung und Decken an die arme Bevölkerung. "Die strahlenden Gesichter und dankbaren Gesten der Menschen entschädigen für die vielen ehrenamtlichen Stunden."

Ein besonderes Treffen wurde von Pater Danko organisiert: Munye Kure, seit über zehn Jahren das Patenkind der Realschule im Stiftland, bedankte sich persönlich bei Geroldine Ondrusek und Tobias Heindl für die finanzielle Unterstützung. Noch zwei Jahre lang dauert seine Ausbildung zum Elektriker, danach wird der 20-Jährige selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen können. Als Gastgeschenk brachte Tobias Heindl, einst selbst Schüler an der Realschule im Stiftland, ein neues Schulshirt mit.

Nach den drei erlebnisreichen Wochen in Ruanda ging es für die Stiftländer noch eine Woche nach Kenia. Dort besuchten sie das Kinderheim "The Nest", das von der Oberbayerin Irene Baumgartner aufgebaut und geleitet wird. Derzeit werden über 100 Kinder betreut, deren Mütter - meist aus nichtigen Gründen - lange Haftstrafen im Gefängnis absitzen. Während des Aufenthaltes erfuhren Ondrusek und Heindl von besonderen Schicksalen: Eine Zwölfjährige w wurde von ihrem eigenen Vater vergewaltigt und brachte ein Baby von ihm auf die Welt. Die fünfjährige Rachel wurde von ihren Eltern in die Güllegrube geworfen - seitdem kämpft das Mädchen um ihr Augenlicht. Ohne die Unterstützung von Irene hätten diese Kinder keine Zukunft. Schicksale, die Entsetzen bei Ondrusek und Heindl hervorriefen.

Über ihre Erlebnisse berichten sie in einem Bildervortrag am Donnerstag, 7. Mai, um 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Mitterteich. Der Eintritt frei
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