Straßenbauamtschef informiert über Zwischenstand - Behörde offen für Anregungen - Problem ...
Drei Orte warten noch auf Umgehung

Ein großer Kreisverkehr entsteht derzeit im Vorgriff auf die Umgehung bei Waldershof. Bis zum Herbst soll das ganze Bauwerk fertig sein. Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
22.07.2015
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Für Henner Wasmuth und seine Behörde gab es Lob im Kreistag. "Wir danken dem Straßenbauamt für seine Aufgeschlossenheit, Einwände nicht einfach wegzubügeln", sagte Landrat Wolfgang Lippert. Dabei hob er besonders die Geduld im Fall des lange umstrittenen Straßenausbaus am Hessenreuther Berg hervor.

Der Chef des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach gab dem Gremium einen kompakten Überblick, was wo gebaut wird im Landkreis. Seit Jahren ein Dauerbrenner auf der Prioritätenliste ist Waldsassen, wo man die Ortsumgehung mit der Verlegung der Bundesstraße 299 auf den Bahndamm lösen will. "Wir knabbern uns voran", verwies Wasmuth auf das Planfeststellungsverfahren und den Erörterungstermin für Einwände in dieser Woche. "Das ist ein ganz wichtiger Schritt. Danach wird geprüft, ob man den Einwänden abhelfen kann. Die Regierung muss dann den Feststellungsbeschluss treffen."

Auch im Fall der Waldershofer Umgehung stehe man vor der Erörterung, doch seien noch zwei Änderungswünsche von angrenzenden Industriebetrieben eingearbeitet worden, sagte der Baudirektor. Eine Auslegung der Pläne soll noch dieses Jahr, die Erörterung dann im Frühling erfolgen. Bereits weit fortgeschritten ist der vorgezogene Bau des Kreisverkehrs an der Wiesauer Abzweigung. "Wir wollen im Herbst fertig sein", kündigte Wasmuth eine Verkehrsfreigabe mit dem Staatssekretär an.

Eine gute Akzeptanz vor Ort habe die Plößberger Umgehung. Auf Wunsch der Bürger sei nun ein Kreisverkehr an der Schönkircher Kreuzung in die Pläne aufgenommen worden. Das sei zu vertreten, nachdem auf allen Verkehrsästen nahezu die gleiche Belastung zu erwarten sei. Die Einarbeitung koste natürlich Zeit. "Es sollen aber keine Durchsetzungs-, sondern Beteiligungsverfahren sein", unterstrich Wasmuth den Dialog mit den Bürgern.

Im Fall einer Tirschenreuther Umgehung sah der Baudirektor den klassischen Konflikt der Straßenbauer mit Naturschutz und Landwirtschaft. Für das Vorhaben, das nicht in der ersten Dringlichkeitsstufe steht, gab es ökologische Vorplanungen mit dem Ergebnis, dass eine Trasse von der Einstein- zur Mähringer Straße über die Waldnaabaue nicht in Frage kommt: "Alternative Prüfungen müssen her."

Beim Ausbau der Bundesstraße 299 von Erbendorf nach Pressath gab es erhebliche Widerstände, blickte Henner Wasmuth auf jahrelange Auseinandersetzungen zurück. Nun habe man sich auf einen umweltgerechten Konsens mit einem erheblich weniger tiefen Einschnitt am Berg geeinigt, würdigte der Sprecher auch die Vermittlerrolle des Landrats. Die Tektur solle bis zum Jahresende auf den Weg gebracht werden, um dann der Bevölkerung Gelegenheit für Einwände zu geben.

Eine große Hürde bei allen Straßenbauprojekten sind die geforderten Ausgleichsflächen, machte Wasmuth klar. Beim Hessenreuther Berg seien etwa vier bis fünf Hektar nötig, eine ähnliche Größenordnung wie in Waldsassen. "Es ist sehr schwer, Flächen zu erwerben", sprach er den Mangel an landwirtschaftlichem Grund an.

An kleineren Projekten nannte der Straßenbaudirektor den Ausbau zwischen Floß und Plößberg, Brand und Mehlmeisel sowie Wiesau und Kornthan. Auf Nachfrage von Brigitte Scharf (SPD), ob das Straßenbauamt von dem jüngst propagierten Ausbauprogramm für Straßen und Brücken profitiere, antwortete Wasmuth so: "Wir profitieren jetzt schon. Der Bund hat die Bauwerke erfasst, wir haben eine sehr ordentliche Finanzausstattung."
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