Strom fließt sogar kostenlos

Lokales
Tirschenreuth
08.07.2015
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Nur 43 Elektroautos sind im Landkreis gemeldet. Das soll sich ändern - auch durch eine öffentliche Stromtankstelle. Sie ist brandneu, kostenlos und auch für E-Bikes nutzbar.

Seit dieser Woche fließt der Strom. Fest installiert ist die weiß-orangefarbene Ladesäule schon länger. Direkt vor dem Landratsamt an der Mähringer Straße können E-Autos jetzt nachtanken. Sogar zwei auf einmal. Zwei Parkplätze sind künftig Autofahrern vorbehalten, die ihre Mobilität auf umweltfreundlichere Weise als mit Diesel und Benzin aus der Steckdose beziehen.

Landkreis setzt Zeichen

"Es ist wichtig, ein Zeichen für die Elektromobilität zu setzen", sagte Landrat Wolfgang Lippert bei der Vorstellung der neuen Zapfstation. "Es gibt bei diesem Thema drei Hürden: den Preis der Fahrzeuge, die Reichweite und die Versorgungsstationen. Und hier wollen wir einen Beitrag leisten."

Ladekarte gegen Pfand

Das Ganze funktioniert so: Im Vorzimmer des Landrats kann sich jeder Interessent gegen ein Pfand von 20 Euro eine Berechtigungskarte abholen. Die führt der Nutzer an der Ladesäule ein, die Steckdose wird zugänglich, schon fließt der Strom. Und zwar kostenlos. Jedenfalls in der ersten Zeit übernimmt der Landkreis die Rechnung: "Das bringt uns finanziell auch nicht mehr um", meinte Lippert augenzwinkernd. Die Säule selbst ist eine Spende vom Bayernwerk. Nachdem der regionale Netzbetreiber dem Landratsamt schon eine Woche lang ein E-Auto zum Testen überlassen hatte, folgte jetzt die Installation der Zapfstation durch Mitarbeiter des Landratsamtes. "Das ist ein kleiner Beitrag, die Energiewende auch auf die Straße zu bringen", meinte Martin Hanner vom Bereich Kommunen und Kooperation beim Bayernwerk. "Ich denke, gerade beim Thema Zweitwagen geht der Trend in Richtung E-Autos. Da ist es gut, wenn schon Infrastruktur zum Auftanken vorhanden ist." Auch mit der Anschaffung eines elektrisch betriebenen Autos will der Landkreis ein gutes Beispiel geben. Die Tiefbauabteilung hat schon einige Modelle angeschaut, wie Kreisbaumeister Klaus Weig sagte.

Solarstrom vom Dach

Favorisiert werde allerdings ein Hybrid-Fahrzeug: "Der Landkreis ist groß. Wenn man zu einer Baustelle im Westen muss, kann es gerade im Winter Probleme mit der Reichweite geben." Denn die Heizung verbraucht viel Strom. Der soll für die E-Autos des Landratsamtes idealerweise direkt von den Solarmodulen kommen, die auf den Dächern der Bauhofhallen installiert werden.
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