Stürmischer Einsatz

Nur wenige Meter neben dem Städtischen Kindergarten in Tirschenreuth hat "Niklas" eine mächtige Buche über die Fahrbahn geworfen. Verletzt wurde dabei niemand. Bild: bz
Lokales
Tirschenreuth
31.03.2015
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Mächtig die Backen aufgeblasen hat am Dienstag "Niklas". Der Sturm hat sich zum Orkan ausgewachsen. Und den Feuerwehren jede Menge Arbeit beschert.

"Das dauert jetzt länger", sagt Harald Birner. Der Kommandant der Tirschenreuther Feuerwehr ist an diesem Dienstag wie unzählige Kameraden im gesamten Landkreis seit Stunden unterwegs. "Wir kommen kaum noch nach." Pausenlos meldet der Funkwecker neue Einsatzstellen.

Bei der in der Sankt-Peter-Straße schnaufen die Helfer aber erst einmal kräftig durch. Da hat der Brausewind eine mächtige Linde entwurzelt. Ein Blick in den zum Teil hohlen Stamm verrät: Recht gesund war sie nicht mehr. Aber: "Mindestens 60 bis 70 Jahre alt", schätzt Gärtnermeister Bernhard Helgert. Jetzt liegt der lange Baum quer über der Fahrbahn. "Nur ein paar Sekunden vorher sind noch zwei Autos durch", weiß ein Passant. Was ein paar Minuten später passieren hätte können, daran mag niemand denken: Da holen dann Mütter ihre Kinder aus dem nur wenige Meter entfernten Städtischen Kindergarten ab.

Mit Bussen abgeholt werden auch die Zugreisenden. Die Bahn stellt den Reiseverkehr zwischen Hof und Regensburg ein und auf Ersatzverkehr um. Zuviele umgestürzte Bäume liegen auf den Schienen. Für über zwei Stunden ohne Strom ist die Marktgemeinde Plößberg. Den genauen Grund weiß auch Bürgermeister Lothar Müller nicht. "Beim Bayernwerk läuft nur ein Band, dass man unterwegs ist, um Schäden zu beheben." Wie in Plößberg sind unter anderem auch Püchersreuth, Neustadt/WN und Reuth bei Erbendorf ohne Strom. Schwerstarbeit hat die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz zu leisten. 16 Mann sind im Einsatz, um die über 600 Mitteilungen und Notrufe abzuarbeiten. Zu 307 Einsätzen rücken Feuerwehren und Technisches Hilfswerk aus. Nicht nur entwurzelte Bäume sind zu beseitigen, auch Bauzäune und Werbeeinrichtungen haben dem Sturm nicht standgehalten. Unter anderem in Neudorf und Kondrau sind Dächer abgedeckt worden. Über die genaue Schadenshöhe gibt es derzeit noch keine Angaben.
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