Theater, Gesang und jede Menge Kunst

"Turbo-Karpfen" nennt Hans Georg Schulze seinen Fisch (links). Der in der Mitte stammt von Angelika Sticht. Helmut Stingl ist am 9. Oktober verstorben. Kurz zuvor stellte er das Ölgemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge" (rechts) nach dem Original von Jan Vermeer fertig. Er wollte es in der Ausstellung zum ersten Mal präsentieren. Es hat jetzt dort einen Ehrenplatz.
Lokales
Tirschenreuth
05.11.2014
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Kunst verbindet ohne Worte - auch Franken und Oberpfälzer. Der Beweis dafür hängt an den Wänden und steht auf Sockeln im Museumsquartier (MQ). Dort stellen 43 Mitglieder vom Tirschenreuther Kunstverein und Laufer Künstlerkreis gemeinsam Bilder und Skulpturen aus.

Die Jahresausstellung der Tirschenreuther Künstler steht unter dem Motto "Dialog und Partnerschaft". Im MQ sind noch bis zum 23. November etwa 90 Exponate präsentiert. Als Gastaussteller sind Mitglieder des Laufer Künstlerkreises für den Part "Dialog" zuständig, der Gastgeber zeichnet für die "Partnerschaft" verantwortlich.

Anders als sonst kamen bei der Eröffnung erst einmal Kinder zu Wort. Genauer gesagt die jungen Künstler der Theater AG der Mittelschule unter Leitung von Marianne Stangl. Die 15 Schüler zauberten geniale "lebende Bilder" auf die provisorische Bühne im Foyer zwischen Hörmann-Saal und Pädagogikraum. Seit September arbeiteten sie daran und ernteten großen Applaus für die gelungene Darbietung.

Die Vorsitzende des Kunstvereins Tirschenreuth (KVT), Petra Schicker sagte, dass es in der Kunst auch immer um Dialog und Auseinandersetzung gehe. Jedes Werk, egal aus was es bestehe, biete immer gleich mehrere Dialogmöglichkeiten. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Betrachter ein Exponat zu ergründen versuche, oder es einfach nur schön oder ansprechend fände. Selbst Ablehnung bedeute Dialog.

Der Begriff Partnerschaft, der andere Teil des Jahresthemas meine im Allgemeinen die Gemeinschaft zwischen zwei Menschen. Der Begriff könne problemlos auch für die soziale Zusammengehörigkeit innerhalb von Gruppen verwendet werden.

Gleiche Motivationen und Ziele seien dabei das Grundanliegen. Das werde im KVT gelebt. "Alle ziehen gemeinsam an einem Strang und bringen gute Ideen ein, unterstützen sich gegenseitig und fühlen sich verantwortlich."

Noch zu Zeiten der "Tirschenreuther Kunstschaffenden", aus denen 2013 der KVT geworden ist, sei vereinbart worden, eine Gemeinschaftsausstellung mit dem Künstlerkreis aus der Partnerstadt Lauf zu organisieren. Für die Gäste ist die Präsentation gleichzeitig eine Art Jubiläumsausstellung. Die Vereinigung feiert heuer 25. Geburtstag.

Die Sprecherin der fränkischen Künstler, Gerda Karina Hederer, ließ die Kennenlern-Geschichte der beiden Vereinigungen Revue passieren. So hätten die kleinen Porzellankarpfen, die Hans Schiffmann mit in die Stadt an der Pegnitz gebracht hatte, Grete Hoideger dazu inspiriert, Fischteppiche zu weben. Vielbeachtet sei die 1. Ausstellung der Tirschenreuther in der Partnerstadt gewesen. Zur Gartenschau hat der Laufer Künstler Eberhard Michael Karl das Objekt "Pegnitzmühle" beigesteuert. Im Gegenzug steht ein Phantastischer Karpfen von Tom Brankovic mit Tirschenreuther Motiven auf der Pegnitzer Wasserbrücke.

Bürgermeister Franz Stahl freute sich über die große Delegation, die zur Eröffnung der Ausstellung angereist war. Die Partnerschaft zwischen den Franken und den Oberpfälzern werde auf vielen Ebenen gelebt, freute sich der Rathauschef.

Für die musikalische Kunst sorgten an diesem Abend drei neue, junge und hübsche Gesichter. Eva Lange, Tatjana Schmid und Selina Hahlweg, die sich in der FOS Weiden zu einer Schülerband zusammengetan haben, überraschten mit starken Stimmen zur begleitenden Gitarre.
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