Trotz Krebs mitten im Leben

Gebührend gefeiert hat die Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs" ihren 20. Geburtstag. Das Bild zeigt beim Festnachmittag (von links) Gudrun Kühn, Landrats-Stellvertreter Günther Kopp, Theresia Kahl-Ernstberger, Pater Martin Neuhauser, Silvia Trißl, Erna Schultes, Bürgermeister Franz Stahl und Markus Besseler von der Bayerischen Krebsgesellschaft. Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
15.10.2015
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Sie lassen sich nicht unterkriegen. Trotz der Diagnose Krebs führen die Frauen ein erfülltes Leben - und unterstützen sich seit 20 Jahren in einer Selbsthilfegruppe.

(kro) Viel Lob für deren Arbeit gab es in einer Feierstunde beim "Hoanfbartl", denn die Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs" gibt es schon seit 20 Jahren im Tirschenreuth. Gegründet wurde sie im Frühjahr 1995 von der Diplom-Psychologin Gerlinde Zölch, den Frauenärzten des onkologischen Arbeitskreises Tirschenreuth und zwei Betroffenen, Margarethe Schraml-Duczmal und Gabi Zagler.

Das Jubiläum feierten die Frauen mit einer Dankandacht, die Pater Martin Neuhauser in St. Peter gestaltete. Anschließend freute sich die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe, Theresia Kahl-Ernstberger aus Erbendorf, über zahlreiche Ehrengäste. Sie ging auf die Geschichte der Selbsthilfegruppe ein, die aktuell 45 Mitglieder aus allen Altersgruppen hat. "30 Frauen nutzen regelmäßig das monatliche Gruppenangebot." Mehrere Jahre stand Gabi Zagler an der Spitze der Selbsthilfegruppe, anschließend Theresia Kahl-Ernstberger, ehe man sich im Herbst 1999 entschloss, ein Leitungsteam zu bilden, um die vielfältigen Aufgaben leichter zu schultern. Kahl-Ernstberger wird unterstützt von Gudrun Kühn, die den gesamten "Papierkram" erledigt, und von Erna Schultes, die sich vor allem um das leibliche Wohl der Selbsthilfegruppe kümmert.

Jeden ersten Donnerstag im Montag trifft sich die Selbsthilfegruppe im AOK-Gebäude in Tirschenreuth, um Erfahrungen auszutauschen und mitmenschliche Hilfestellungen zu geben. Zudem gibt es Informationsveranstaltungen mit Referenten zu den verschiedensten Bereichen, die mit der Krankheit und dem Leben mit Krebs zu tun haben, informierte die Sprecherin. Die Selbsthilfegruppe mache auch, wenn gewünscht, Krankenbesuche und berate Betroffene.

"Klares Ziel ist es, den persönlichen Kontakt zu fördern, Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln und sich gegenseitig Mut zu machen." Deshalb gehörten auch gesellige Aktionen wie Wanderungen, Weihnachtsfeiern, Fasching oder das wöchentliche meditative Tanzen mit Marie-Luise Zant dazu. Leider gebe es immer wieder auch Rückfälle, wenn Gruppenmitglieder sterben. "Dies berührt uns immer alle. So werden wir an unsere Endlichkeit erinnert", sagte Theresia Kahl-Ernstberger.

Nachdem die Selbsthilfegruppe die Räumlichkeiten in der AOK nicht mehr nutzen kann, wurde sie in den Räumen von St. Peter fündig. Dort finden künftig die Gruppenabende und das meditative Tanzen statt.

Mutmachende Grußworte sprachen Markus Besseler von der Bayerischen Krebsgesellschaft, Landratsstellvertreter Günther Kopp und Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl. Alle lobten das großartige ehrenamtliche Engagement dieser Selbsthilfegruppe, die in schweren Stunden zueinander stehe. "Der Landkreis kann stolz auf solch eine Selbsthilfegruppe sein", sagte Stahl. Beim anschließenden Run auf das reichhaltig bestückte Kuchenbüffet steckten die Frauen schon wieder die nächsten Termine ihrer Gruppe ab.
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