Übung macht den Meister

So ist es richtig: Mit dem ausgestreckten Arm zeigen die Kinder, dass sie den Zebrastreifen überqueren wollen. Trotz des strömenden Regens übten Eltern aus Waldsassen mit ihnen den bevorstehenden Schulweg. Bild: lli
Lokales
Tirschenreuth
09.09.2015
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Am Dienstag ist es wieder so weit: Hunderte aufgeregter Erstklässler machen sich - mit Schultüten größer als sie selbst und stolzen Eltern im Schlepptau - auf den Weg in die Schule. An gefährlichen Stellen sichern Schülerlotsen den Übergang über die Straße. Aber was ist mit dem restlichen Schulweg?

Das Polizeipräsidium Oberpfalz gibt hilfreiche Tipps für die Anfangszeit: "Der Schulweg sollte schon vor Schulbeginn abgegangen werden", rät Pressesprecher Albert Brück. So könnten mögliche Gefahrenstellen den Kinder bereits vorab gezeigt werden", so der Polizeioberkommissar. "Straßen sollten am besten an Ampelanlagen und Zebra-Streifen überquert werden." Für sinnvoll erachtet er es auch, Erstklässer auffällig zu kleiden.

Auch auf das richtige Verhalten an Bushaltestellen sollte ein Augenmerk gerichtet werden. Im letzten Jahr ereigneten sich in der Oberpfalz 64 Schulwegunfälle, bei denen 74 Kinder verletzt wurden. "Glücklicherweise kam dabei niemand ums Leben", sagt Albert Brück.

Dies kann auch Bernhard Schraml, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Tirschenreuth, für den Landkreis bestätigen: "In den letzten Jahren sind so gut wie keine Schulweg-Unfälle passiert." Ein besonderes Anliegen ist ihm die vorschriftsmäßige Sicherung der Kinder. "Wenn Eltern oder Großeltern die Sprösslinge mit dem Auto zur Schule bringen, sind oft falsche oder gar keine Kindersitze vorhanden. Oder die Jungen und Mädchen sind nicht angeschnallt", erklärt Schraml. "Wir selbst werden an den ersten Schultagen vor Ort sein, um den Schulweg zu sichern", so Schraml weiter.

Zur Prävention hält die Polizei in der ersten Woche in Kooperation mit der Marien-Grundschule Tirschenreuth einen einstündigen Verkehrsunterricht ab. "Wir üben gemeinsam das Überqueren von Kreuzungen mit und ohne Ampelanlagen und weisen auf mögliche Gefahren hin."

Ab wann Eltern ihre Kinder allein in die Schule lassen sollten, liegt seines Erachtens im Ermessen der Väter und Mütter: "Wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Kind sicher unterwegs ist, spricht nichts dagegen, es alleine losziehen zu lassen." Grundsätzlich gibt es für Schraml ein Risiko für jeden Fußgänger: "Aber wenn man aufmerksam ist und den Straßenverkehr im Blick hat, ist es kein besonderes Wagnis."

Ähnlich sieht das auch Walter Landgraf. Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Tirschenreuth meint: "Oft lohnt sich auch ein kleiner Umweg." ,Wichtig sei es, die Jungen und Mädchen nicht zu sehr zu behüten. "Kinder selbstständig die Verhaltensweisen im Straßenverkehr lernen zu lassen und sie zu unterstützen, ist ebenfalls hilfreich."

Für besorgte Eltern, die nicht wissen, ob sie ihr Kind bereits alleine losschicken können, hat der Vorsitzende der Verkehrswacht folgende Tipps: "Man sollte darauf achten, dass das Kind am Bordstein immer anhält, den Straßenverkehr im Auge hat, die eigene Absicht immer deutlich anzeigt und die Geschwindigkeit von Fahrzeugen richtig einschätzen kann."

Schüler vor der bestanden Fahrradprüfung mit dem Rad zur Schule schicken? Davon hält Walter Landgraf wenig: "Der Schulweg mit dem Rad ist besonders gefährlich. Es empfiehlt sich, das Kind erst nach bestandener Fahrradprüfung - üblicherweise in der vierten Klasse - alleine mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen."
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