Unglaube verhindert Leben

71 Teilnehmer waren in diesem Jahr bei der Wallfahrt zum Fahrenberg dabei. Mit einigen Trinkpausen meisterten sie den Weg bis hochsommerlichen Temperaturen. Bild: Privat
Lokales
Tirschenreuth
09.07.2015
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Hitze und Durst waren die Themen der 39. Tirschenreuther Fußwallfahrt zum Fahrenberg. Schaffen die Pilger bei den angekündigten Temperaturen bis 38 Grad in der Mittagshitze den Aufstieg zum Fahrenberg? Sie schafften es.

20 Grad zeigte das Thermometer am Sonntag schon um 5 Uhr, als Kaplan Maximilian Roeb den Wallfahrersegen spendete und mit Weihwasser die Trinkflaschen (mit Aufschrift "Gib mir zu trinken... Joh 4.7 und 10) segnete. Nach dem ersten Rosenkranz, die Pilger hatten schon Lodermühle erreicht, freute sich Wallfahrtsleiter Klaus Müller über 71 Teilnehmer im Alter von 13 bis 74 Jahren.

Meditation

Die Frage, ob Wallfahrt noch zeitgemäß sei, beantwortete Müller mit einem eindeutigen Ja. "Das Unterwegssein heißt, unserem Lebensweg eine neue Tiefe zu geben. Wir spüren die Gemeinschaft als tragend, wir begleiten, stärken und stützen uns", so Müller. Damit liegt er auf einer Linie mit dem Anführer der Monatswallfahrt im Juni, Pater Karl Wallner, der sagte: "Wallfahren heißt mit den Füßen die große Suche nachspielen, die das Leben nun einmal ist. Die Suche nach dem großen Sinn."In Honnersreuth legten die Pilger auf Anraten von Dr. Max Schön die erste Trinkpause ein. Hier erhielten sie die gefüllten Trinkflaschen zum sofortigen Gebrauch und als Wallfahrtsandenken. Beim Weitergehen trug Pfarrgemeinderatssprecher Reinhard Legat eine Meditation über die Bibelstelle auf der Flasche "Gib mir zu trinken... (Joh 4.7 und 10) vor. Es ging um den tiefen Jakobsbrunnen, an dem Jesus eine Samariterin in der Mittagshitze um Wasser bittet und im Lauf des Gesprächs der Frau lebendiges Wasser verheißt. Kurz vor dem Trinkbrunnen auf der Planer Höhe setzte Legat die Meditation fort mit verschiedenen Bibelstellen bis zum Klageruf Jesu am Kreuz "mich dürstet'. So schloss er einen Bogen vom Anfang bis zum Ende des Johannesevangeliums.

Wasser war gefragt bei einem kurzen Stop in Altglashütte und beim Silberhüttenwirt Miro Maly, der mit frischem warmen Leberkäs und heißen Wienern aufwartete. Hier schlossen sich weitere Pilger an, unter ihnen Kaplan Roeb. Er ist heuer zum dritten und letzten Mal dabei, weil er im September seine neue Stelle in Neustadt an der Donau antritt. Beim Brunnen auf der Planer Höhe konnten sich die Pilger an dem schattigen Platz gut erfrischen. Ab da begleitete EPHK Martin Zehent, Leiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß, den Pilgerzug bis zum Fahrenberg. Eine erfreuliche Überraschung erlebten die Wallfahrer in Neuenhammer. Der Gastwirt und Bürgermeister Maurer kam ihnen entgegen und erkundigte sich nach der Teilnehmerzahl. Als sie dann die Ortsmitte erreichten, erwartete sie Maurer mit einem Servierwagen mit einem Wasserbecher für jeden Pilger.

Schatten unter Linden

Ab Neuenhammer begann der anstrengendste Teil der Wallfahrt. Die Temperaturen waren auf 35 Grad geklettert. In Mangelsdorf gab es noch einmal einen Halt bei der Teestation. Um 12.40 Uhr war das Ziel erreicht. Durchgeschwitzt, aber voll Freude ließen sich die Pilger im Schatten der mächtigen Linden hinter der Wallfahrtskirche nieder. Die Sicherheit der Pilger war immer gewährleistet. Zwei Begleitfahrzeuge standen bereit mit Franz Bäuml und Wolfgang Würl am Steuer sowie ein Einsatzwagen des BRK und heuer erstmals ein Wagen der Feuerwehr. Das BRK-Team musste nur zweimal Blasen an den Füßen versorgen. Dr. Max Schön hatte vorsorglich seinen Notfallkoffer dabei, war aber nur als Vorbeter und nicht als Arzt gefordert.

Messe im Freien

Die Fahrenbergkirche wird derzeit renoviert. Kaplan Roeb zelebrierte deshalb den Gottesdienst am Freialtar unter dem großen Kreuz hinter der Kirche. Seine Predigt handelte wieder von Wasser, Wüste und Durst. Ein moderner Mensch hatte sich in der Wüste verirrt und taumelte erschöpft, ausgedörrt und fiebrig einer Oase zu. Seine Wahrnehmungen hielt er für eine Fata Morgana und starb in der Oase. Ein Beduine, der in fand, meinte dazu: "Ein moderner Mensch, er hat nicht daran geglaubt".

Der Prediger deutete die Geschichte: "Kennzeichen des modernen Menschen ist Skepsis. Doch Unglaube verhindert Transzendenz, schränkt das Leben ein, behindert die Sicht, verhindert Leben." Mit einer Dankandacht in der Dreifaltigkeitskapelle endete der Wallfahrtstag.
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