Verbindung mit Gott suchen

Auf Wunsch von Schwester Rita-Maria hat der Tirschenreuther Künstler Erich Werner eine Dreifaltigkeitsikone für die Schwestern gestaltet. Vor kurzem erfolgte die Weihe im rahmen eines Gottesdienstes im Würzburger Mutterhaus. Bild: Privat
Lokales
Tirschenreuth
13.06.2015
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Die Ikonen von Erich Werner sind weithin bekannt. Jetzt steht eines dieser Kunstwerke auch bei den Ritaschwestern in Würzbug.

Über Emmi Thoma reichen die Kontakte der Ordensfrauen nach Gumpen. Rita-Maria ist die Schwester von Emmi Thoma. Gemeinsam mit Erich Werner und seiner Frau Monika waren Emmi und Helmut Thoma vor kurzem zur Weihe der "Dreifaltigkeitsikone" nach Würzburg gereist. Die Weihe erfolgte durch Pfarrer Dr. Paul-Heinz Schenk .

Das Motiv der handgemalten Ikone stellt die Dreifaltigkeit nach Andrej Rubljow dar. Die Dreifaltigkeitsikone des Malermönches aus dem 15. Jahrhundert gilt als eine der schönsten und bekanntesten unter den russischen Ikonen. Das Motiv hatte sich Generaloberin Schwester Rita-Maria aus Gumpen vom Künstler aus ihrer Heimat in der Oberpfalz wünschen dürfen. Die Ikonenweihe hat die Gäste tief bewegt. Pfarrer Schenk ging auf das Motiv der Ikone aus dem alten Testament (1. Mose 18,1-33) ein, als drei Engelsboten bei Abraham und Sara zu Gast waren. Jeder der drei Engel um den Tisch hält einen Stab in der Hand. Somit haben sie die gleiche göttliche Autorität. Der Betrachter des wortlosen Gesprächs am Tisch wird Zeuge des ewigen Ratschlusses der Dreifaltigkeit. "Das Bild erinnert uns daran, dass wir in unserem Leben immer wieder eingeladen sind, die Verbindung mit Gott zu suchen. Dann wird unser Werk hier gelingen", meinte Pfarrer Schenk in seiner Predigt. Mit Weihrauch, der zum Himmel stieg, wurde die Weihe der Ikone verdeutlicht.

Würdevoller Gottesdienst

Die ersten Körner legten Pfarrer Schenk, Schwester Rita-Maria und der Ikonenschreiber Erich Werner in die Schale vor dem Bild. Weitere Gottesdienstbesucher taten es ihnen nach. Diese Gesten unterstrichen den "sehr würdevollen Gottesdienst". Die neue Dreifaltigkeitsikone ist 30 mal 35 cm groß und wird im Vorraum der Kapelle im Mutterhaus der Ritaschwestern einen Ehrenplatz bekommen. Der 76-jährige Tirschenreuther Maler hat die Ikone auf abgelagertem Lindenholz geschrieben. Mit der Ikonenmalerei befasst sich der gläubige Katholik seit 2001. Es gefällt ihm, dass er trotz der strengen Vorlagen die Freiheit hat, Farben nach seinen Vorstellungen zu mischen und Details - wie etwa die Struktur der Engelsflügel - nach eigenem Ermessen zu gestalten.

Die Beschäftigung mit den alten russischen und griechischen Ikonen, das Aussuchen und Schleifen des Holzes, die Grundierung mit Kreide und das Aufbringen der Gravur, das Malen mit Temperafarben als Grundstoff und deren Mischung mit Wasser, Spiritus und Eidotter, all das macht der Ikonenmaler aus Tirschenreuth nach altem Brauch selbst. Auch das Vergolden mit Blattgold. "Man braucht beim Ikonenmalen eine ruhige Hand und viel Geduld", erläutert Erich Werner. Der Tag im Würzburger Kloster hat den Oberpfälzern gut gefallen. Nach dem Gottesdienst mit der Ikonenweihe haben die Besucher mit den Ritaschwestern zu Mittag gegessen sowie einen Rundgang durch das Haus und zum Main mit Blick auf die Festung und das Käppele unternommen.

Ausstellung im MQ

Die große Ikonensammlung aus aller Welt, seine selbst gemalten Ikonen, zahlreiche Abhandlungen zu den Motiven und viele Infos zur Ikonenmalerei werden bald im Museumsquartier in Tirschenreuth ausgestellt. "Wenn die Ausstellung eröffnet ist, lade ich Sie zu uns ein", hoffen Erich und Monika Werner auf einen baldigen Gegenbesuch der Ritaschwestern in der nördlichen Oberpfalz.
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