Verfemte Kunst

Saatwolke II, hat Georg Jakob Best, dieses 1962 entstandene Werk betitelt. Der Künstler hat dabei mit Tempera und Öl auf Pressspanplatte gearbeitet. Es ist ab Sonntag im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
14.03.2015
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Viele Maler sind in der kulturellen Finsternis des Nazi-Regimes verschwunden. Nun werden sie wieder ans Licht geholt.

Durch das Engagement der Direktorin des Kunstmuseums Bayreuth, Dr. Marina von Assel, wird einer dieser Künstler wiederentdeckt. Seine Werke werden ab Sonntag, 15. März, gezeigt. Möglich macht dies die Georg-Jakob-Best-Stiftung. Die hat Viola Schweinfurter ins Leben gerufen. Die Tochter des Künstlers ist Lehrerin an der Kreismusikschule Tirschenreuth und selbst als Flötistin bekannt.

Bests Talent wurde schon als Kind durch seinen Onkel Hais Best, Professor an der Münchener Kunstakademie, gefördert. Studieren wollte Georg Jakob Best aber nicht bei ihm. Er ging zu August Babberger an die Karlsruher Kunstakademie und später nach Düsseldorf zu Paul Klee. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon an sehr bedeutenden Ausstellungen teilgenommen, so unter anderem an der Ausstellung "Internationale Graphik" in Chicago, wo seine Arbeiten neben Werken von Reckmann, Kandinsky und auch Klee hingen. Als Klee von den Nationalsozialisten in Düsseldorf entlassen wurde, ging Best nach Berlin und nach dem Krieg nach Frankfurt. Schon ab 1933 wurden seine Bilder als verfemte Kunst angesehen, in der Mannheimer Kunsthalle und im Städel in Frankfurt beschlagnahmt. Ihm blieb nur der Weg in die innere Emigration.

Nach dem Krieg stellte er unter anderem bei Hanna Bekker vom Ruth, der "Neuen Darmstädter Sezession', der "Frankfurter Sezessien", im Kunstverein Frankfurt, im Kunstverbund "Neue Gruppe" in München, der "Pfälzischen Gruppe" und vielen anderen Galerien und Institutionen aus. Außerdem arbeitete er im Bereich "Kunst am Bau" und lernte noch im fortgeschrittenen Alter an der Goldschmiedeschule in Hanau. Es entstanden Schmuckstücke, Uhren, Schalen und Wandbilder aus Email.

Welch großes Interesse an den Arbeiten der Klee-Schüler besteht, hat die Ausstellung "Wir waren bei Paul Klee" Ende vergangenen Jahres im GEO-Zentrum in Windischeschenbach gezeigt, zu der in zwei Monaten fast 4500 Besucher kamen.
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