Verliebt wie eh und je

Bürgermeister Franz Stahl (links) stieß mit Monika und Erich Werner auf deren 50. Ehejubiläum an. Bild: tr
Lokales
Tirschenreuth
08.08.2015
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Seinen ersten Sekt trank Erich Werner als Matrose auf dem "Zerstörer 5". Das war im Jahr 1963. Am Freitag gab es jedoch edlen Champagner - denn er feierte er mit seiner Frau Monika Goldenes Hochzeitsjubiläum.

Als sich Monika und Erich Werner am 7. August 1965 das Jawort gaben, herrschte ähnlich heißes Sommerwetter. Am Ehrentag ließen sie ihr bisheriges gemeinsames Leben, inspiriert von Fotografien, noch einmal vor ihren geistigen Augen vorbeiziehen. Erich war damals 26 Jahre jung, Monika 24. "Er war schon ein fescher Kerl", erinnert sie sich an den Augenblick, als sie ihn zum ersten Mal sah. Gleich "gefunkt" hat es nicht bei den beiden. Zueinander gefunden haben sie später über die Egerländer Tanzgruppe Tirschenreuth und die tägliche Arbeit.

Größe passt

Erich Werner war als Porzellanmaler in der Hutschenreuther Fabrik tätig, wo Monika eines Tages einen Job in der gleichen Abteilung erhielt. Etwas näher gekommen war man sich zuvor schon bei der Tanzgruppe. Dort habe es damals geheißen: "Ihr passt von der Größe her gut zusammen, also tanzt miteinander."

Monika Werner wurde in Witschin im Kreis Tepl geboren, 1946 musste ihre Familie die Heimat verlassen. Nach zehn Jahren in Friedberg in Hessen pachteten die Eltern die Gaststätte "Russ" in Schirnding. "Am ,Birnsunnta' ist immer die Egerländer Tanzgruppe Tirschenreuth aufgetreten und hat in unserer Wirtschaft zu Mittag gegessen", erzählt Monika. Einmal habe sie gesagt: "Wenn wir je nach Tirschenreuth ziehen, komme ich zu euch." 1962 war es dann wirklich soweit. Mit Eltern und Bruder Helmut zog sie in die Kreisstadt. "Mein erster Gedanke, als ich den Erich sah: der sieht schon gut aus!", wiederholt sie sich. "Schnell spürten wir unsere Seelenverwandtschaft. Das war schon etwas Besonderes, das berühmte Kribbeln im Bauch. Wir hatten damals kein Auto und gingen immer ins Café Deeg oder ins Café Meyer, oft ins Kino und natürlich tanzen. Zuerst in den Ankersaal, später dann ins Kettelerhaus. Das war damals ganz neu. Als begeisterte Tänzer schätzten wir die großen Bälle dort."

Matrose auf "Zerstörer 5"

Erich Werner stammt aus Chodau im einstigen Kreis Elbogen. Über Eger und Wiesau kam er 1946 nach Tirschenreuth. Sieben Jahre war er damals alt. Hier besuchte er die Schule, lernte Porzellanmaler in der "Hutschenreuther", war dort später als Geselle tätig und rückte 1961 bei der Bundeswehr ein. "Ich bin immer gerne gereist und wollte mehr von der Welt sehen."

Deshalb hat er sich bei der Marine beworben. In Glücksburg bei Flensburg absolvierte er seine halbjährige Grundausbildung, bevor er ein Jahr auf dem "Zerstörer 5" fuhr. "Die Seekrankheit, die fast jeder bekam, legte sich schnell", erzählt er. Den ersten Sekt seines Lebens bekam er an Bord des Schiffes - ein unbeschreibliches Gefühl. Nach dem Wehrdienst arbeitete er wieder als Porzellanmaler in der "Hutschenreuther", bevor er 1964 ins Vermessungsamt wechselte. Dort blieb er bis zur Rente, die er seit seinem 63. Lebensjahr genießt.

"Wir sind verliebt wie eh und je", bekräftigt das Jubelpaar. Längst seien sie "zusammengewachsen", hätten ihr Leben aufeinander ausgerichtet und könnten sich nichts anderes vorstellen. Freilich habe es auch Meinungsverschiedenheiten gegeben. "Das ist aber auch klar, sonst müsste einer ja ständig ,Ja und Amen' sagen und das ist nicht der Sinn der Sache", betont Monika.

Reisen ist auch heute noch das liebste Steckenpferd der beiden. Anfangs ging es immer an die Ostsee. Ein Onkel Erichs lebte am Timmendorfer Strand. Spätere Lieblingsziele waren die griechischen Inseln und Spanien. "Wir sind aber keine Strandleute, die den ganzen Tag in der Sonne brutzeln. Eher Strandläufer, denn im Urlaub wollen wir möglichst viel sehen, da stehen Kultur und Bildung ganz oben.

Die Hochzeitsreise ging vor 49 Jahren auf die Insel Krk. "Damals fuhren wir ein Jahr nach der Hochzeit, vielleicht wiederholen wir das ja im kommenden Jahr."
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