Viele Steine geben Anstoß

Mit einem Glas Sekt stießen Ludwig Zwack (links) und zweiter Bürgermeister Peter Gold (rechts) mit Klaus Neugirg auf die Ausstellung an. Bild: wg
Lokales
Tirschenreuth
03.02.2015
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Stein fasziniert die Menschen seit jeher nicht nur als Baustoff. In die Reihe der Steinkünstler reiht sich Klaus Neugirg ein. Der gelernte Steinmetz gibt dem Granit viele neue Gesichter.

Die Sonderausstellung "Verwandlung - Ideen aus Stein" im Museumsquartier lädt seit Samstag ein, sich ein Bild von der Vielseitigkeit des Materials zu machen. Der Steinmetzmeister aus Thumsenreuth zeigt eine Auswahl seiner Arbeiten bis zum 1. März.

Stein gibt Halt

Zur Vernissage am Samstag freute er sich mit zweitem Bürgermeister Peter Gold über viele Gäste. Der bedankte sich im Namen der Stadt bei allen Helfern im Vorfeld, allen voran Herta Zölch. Für die passende Musik zur Eröffnung sorgten die Musiker Natalie Horn aus Waldsassen und Matthias Wolf aus Bärnau. "Stein - Mensch - Kunst", von der Zeitgeschichte her könne man das so einordnen, meinte Gold. "Erst kam der Stein, dann der Mensch, er formte aus Stein die Kunst." Große Kunstwerke aus der Steinzeit wie Stonehenge zeugten heute noch von der Symbiose. Auch Michelangelo habe sich mit Stein beschäftigt. "Stein war schon immer wichtig für die Menschen. Stein ist etwas Festes, Immerwährendes, Beständiges, er gibt den Menschen Halt."

Laudator Ludwig Zwack zitierte zunächst Karl Valentin: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit - umso mehr, wenn das Material so hart ist wie Stein, der Stein der Oberpfalz." Klaus Neugirg verwandle Steine, überwiegend aus Granit, in verschiedenste Kunstobjekte. Die Kraft der Fantasie werde beim Betrachten aktiviert. Wichtig sei es auch, darüber zu sprechen. Einiges wirke vielleicht abstrakt, aber keineswegs hilflos.

Klaus Neugirg beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Granit, erklärte der Laudator. "Bald merkte er, dass Stein uns mehr zu geben hat als nur als Gebrauchsgegenstand zu dienen." Neugirg schuf Kunstobjekte wie große Stelen, Skulpturen, Bilder, kombinierte sie mit unterschiedlichen Materialien und ließ sie so in einem anderen Licht erscheinen. Zu den beeindruckendsten Werken gehörten die Stelen, fand Zwack.

Zeit mitbringen

"Wie können sich die Besucher der Ausstellung nähern, um etwas mit nach Hause zu nehmen, neue Erfahrungen zu machen?" Ludwig Zwack betonte, dass den Weg des Künstlers vom Motiv bis zur Fertigstellung keiner mitgegangen sei, niemand die Gefühle miterlebte. "Er sieht einen Stein, dieser gibt den Anstoß, führt zu Ideen. Manches wird auch verworfen, bis nach der Verwandlung ein Kunstwerk entsteht, das gelungen und stimmig ist." Der Rat des Laudators: "Begegnen Sie dem Kunstwerk wie einer unbekannten Person. Nehmen Sie sich Zeit für den Austausch, die Musterung, um Eindrücke zu sammeln." Material, Form und Zeit seien wichtig: "Das Material ist das Sinnbild der Dauer, die Form wird lange bestehen. Zeit ist unsere Art, Kontakt aufzunehmen mit dem Material."

"Futura"- Mitglied

Klaus Neugirg ist Mitglied bei der "Futura 87" in Windischeschenbach. Er beteiligte sich an diversen Ausstellungen, zuletzt im Café "Federkiel" in Rotzendorf, und am Skulpturenweg Ilsenbach. Der Künstler bedankte sich für die tatkräftige Unterstützung und erklärte die Ausstellung in Tirschenreuth mit einem kleinen Umtrunk für eröffnet.
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