Vom Märchenschloss ins Stiftland

Multitalent ist Franz Stahl allemal. Doch im Cockpit des Stadtbusses darf der Bürgermeister nur Probesitzen. Das Steuer nehmen da schon lieber die Profis von der "Eska" in die Hand. Bild: Schirmer
Lokales
Tirschenreuth
18.07.2015
46
0

Tirschenreuth hat einen Neuen! Der ist etwas länger, schwerer und flotter. Doch auch der blaue Tursolino bleibt Garant für einen komfortablen Personennahverkehr im Ort. Das lässt sich die Stadt einiges kosten.

Zu den maßgeblichen Investoren für den Tirschenreuther ÖPNV gehört freilich die Eska als Betreiber des Stadtbusses. Nachdem der alte Tursolino mit gut 350 000 Kilometern auf den Achsen immer mehr Reparaturen verursacht hat, war Ersatz nötig. Ein teurer Schaden an der Hybrid-Technik war dann das Aus. Für den Bus, den die Eska Ende 2009 gebraucht angeschafft hat, bleibt aus wirtschaftlichen Gründen nur mehr der Weg auf die "Schlachtbank".

Aufkleber

Als Nachfolger kommt fast schon eine "königliche Kutsche" zum Einsatz. Denn der Mercedes Citaro hat seit drei Jahren Besucher als Zubringer zum Schloss Neuschwanstein befördert. Rund 190 000 Euro hat die Eska für den neuen Tursolino bezahlt. Das Fahrzeug mit 59 000 Kilometern auf dem Tacho, behält allerdings sein royales Blau. "Ein paar Stadtbus-Aufkleber kommen natürlich noch drauf", versicherte Eska-Geschäftsführer Hans Prucker.

Prucker und die Fahrer kennen die zahlreichen Vorzüge des neuen Busses. Niederflur- und Neigetechnik gehören weiter dazu, doch mehr Leistung (210 statt 110 kW) bringen auch mehr Schwung, so dass der Stadtbus auch für den Schülerverkehr mit geeignet ist. Zudem ist der Neue mit 10,5 Meter rund einen Meter länger als der Vorgänger. Damit stehen 23 statt 16 Sitzplätze zur Verfügung. Rein rechnerisch kommen maximal 63 Stehplätze dazu. Auch verfügt der Citaro jetzt über drei Zugänge, während der alte Cito nur zwei Türen aufwies.

Eine auffällige Verbesserung stellt am mittleren Zugang eine ausklappbare Rampe dar. Damit können auch Rollstuhlfahrer den Stadtbus problemlos nutzen.

Einziger Ort mit ÖPNV

Für Bürgermeister Franz Stahl bleibt der Stadtbus ein wichtiger Beitrag zur Flexibilität der Leute im Ort. Nicht ohne Stolz stellt Stahl heraus, dass Tirschenreuth die einzige Ortschaft im Kreis mit eigenem ÖPNV ist. Zu Buche schlägt der "Tursolino" allerdings im Haushalt der Stadtwerke. Rund 28 600 Euro Defizit müssen die Stadtwerke dafür berücksichtigen. Für Franz Stahl mit Blick auf die Benutzerzahlen durchaus gerechtfertigt. So nimmt der Bus auf seinen täglichen vier Runden im Durchschnitt 36 Passagier jeden Tag mit. Die dürfen mit dem "Blauen" weiter ihre Ziele ansteuern - Neuschwanstein gehört aber nicht dazu.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.