Von Behausung zum Dienstsitz

Ohne Schlüsselübergabe keine offizielle Einweihung: Baudirektor Peter Thumann (von links) reichte das Symbol an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister und Werner Schönfelder weiter. Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
19.04.2015
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Rund um die Uhr besetzt ist das neue Gebäude der Polizei an sieben Tagen der Woche. "Ich möchte mich bei jenen entschuldigen, die es nicht gewohnt sind, an einem Samstag zu arbeiten", nahm der oberste Dienstherr mit einem Augenzwinkern Bezug auf die Wahl des Einweihungstages.

Innenminister Joachim Herrmann war mit dem Neubau an der Falkenberger Straße zufrieden: "Es ist was G'scheites geworden." Die Investition des Freistaats war nicht nur aus seiner Sicht bitter nötig. "Ich wusste gar nicht, dass es bei uns noch Polizeiinspektionen gibt, die in solch einer Behausung arbeiten müssen", schilderte er seine Eindrücke bei einem Besuch in der alten Inspektion an der Hochwartstraße.

"Der Bau ist toll geworden", befand der neue Polizeipräsident der Oberpfalz, Gerold Mahlmeister. Er dankte dem Minister dafür, dass er dieses Projekt konsequent vorangetrieben habe. An Ehrengästen mangelte es nicht, als das neue Dienstgebäude am frühen Samstagnachmittag eingeweiht wurde.

Herzlich willkommen hieß Mahlmeister unter anderem Abgeordnete und Bürgermeister, Vertreter der Justiz, der Bundespolizei und benachbarter Polizeiinspektionen. Sein besonderer Gruß galt den tschechischen Kollegen aus Tachov und Marienbad. Bayerns Innenminister Herrmann dankte den Polizisten für jahrelange Improvisation und Geduld, um im ehemaligen "Waldsassener Kasten" arbeiten zu können. Im August 2008 habe er bei einem Besuch den Neubau versprochen. Bis zur Realisierung habe es etwas gedauert. Nun könne er sagen, die 3,6 Millionen Euro seien hier bestens angelegt. Das funktionelle und ansprechende Gebäude biete der Polizei optimale Arbeitsbedingungen.

Herrmann verwies darauf, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Energieeffizienz um 30 Prozent unterboten worden seien. Zudem sei das Gebäude barrierefrei zugänglich. Mit Mitteln der Städtebauförderung sei eine ehemalige Brachfläche von Altlasten befreit worden und werde nun sinnvoll genutzt. Auch mit Blick auf das benachbarte Amt für ländliche Entwicklung sagte er: "Dies ist eine großartige Bereicherung für Tirschenreuth."

Der Innenminister lobte die Arbeit der bayerischen Polizei, insbesondere der Tirschenreuth Kollegen. In Tirschenreuth sei die Aufklärungsquote mit 73 Prozent sogar noch höher als in Bayern und in der Oberpfalz, dafür zollte er der 40-köpfigen Inspektion Lob und Anerkennung.

"Heute ist ein guter Tag für Tirschenreuth, ein guter Tag für die Polizei in Tirschenreuth", machte Bürgermeister Franz Stahl Aufbruchstimmung aus. Den Neubau wertete er als Standortsicherung: "Eine Polizeiinspektion im Mittelzentrum des Landkreises gibt Sicherheit und ein gutes Lebensgefühl." Tirschenreuth sei für weitere Ansiedelungen offen, sagte Stahl. "Eine ehemalige Brennnesselfläche ist nun ein vorzeigbarer Behördenstandort geworden."

Peter Thumann vom staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach dankte allen Projektbeteiligten, insbesondere dem Architekturbüro Beer aus Weiden. Er vergaß nicht, auf das fast 20 Quadratmeter große Bild einer Löwenzahn-Wiese der Künstlerin Katharina Dietlinger in der Polizeiinspektion hinzuweisen. Thumann überreichte einen überdimensional großen Schlüssel an den Innenminister, der diesen sofort an Polizeipräsident Gerold Mahlmeister und an Werner Schönfelder, den Tirschenreuther Inspektionsleiter, weitergab.

Stadtpfarrer Georg Flierl und sein evangelischer Kollege Ralph Knoblauch segneten den Neubau bei einem Rundgang durch das 700 Quadratmeter große Areal. Musikalisch wurde die Feierstunde von der "Tanz'l-Musik" des Polizeiorchesters Bayern unter der Leitung von Ulrich Trauner umrahmt.
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