Von Football bis Wagenrennen

Jürgen Schmieder mit Ehefrau Hanni und Sohn Finn.
Lokales
Tirschenreuth
08.11.2014
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Jürgen Schmieder kennt sich aus in der Welt der Athleten. Der Journalist und Autor blickt selbst auf eine lange sportliche Laufbahn zurück. Jetzt hat der gebürtige Tirschenreuther ein Lexikon geschaffen, eine Art Nachschlagewerk für angehende Klugscheißer.

Ein schlichter schwarzer Einband, dazu in goldenen Buchstaben der Titel: "Sport - das Buch". Wenn Jürgen Schmieder das gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Aumüller von der Süddeutschen Zeitung geschriebene Werk in der Hand hält, ist er sichtlich stolz: "Es ist wie ein Baby." Fragt man ihn nach dem Inhalt, sagt er: "Es ist ein Lexikon mit allem, was man über Sport nicht wissen muss."

Skurrile Episoden

Doch ganz so ist es natürlich nicht. In dem Buch werden die verschiedensten Sportarten vorgestellt und aufbereitet. Insgesamt sind es 104 Disziplinen. Dabei finden sich auf den über 300 Seiten unendlich viele Kuriositäten und skurrile Episoden aus den Reglements und der Historie der jeweiligen Sportart. Die kurzweilige Lektüre wird immer wieder durch plakative Grafiken unterstützt und verleitet zum neugierigen Hin- und her blättern.

Doch wie kommt man auf die Idee zu einer solch sonderbaren und amüsanten Faktenrecherche? Immerhin hat es knapp zweieinhalb Jahre gedauert, bis "Sport - das Buch" in die Läden kam. Alles begann mit Sätzen wie: "Hast du schon gesehen?" oder "Weißt du schon?" Gemeint sind Videoclips. Kurze Filmchen, die online sportliche Höchstleistungen oder peinliche Pannen zeigen. "Jeder wollte das lustigste Video finden", erinnert sich Jürgen Schmieder. Dabei steigerten sich die beiden Journalisten in die Recherche und versuchten immer den anderen zu übertrumpfen. Und so war die Idee für das Buch geboren, im Sommer 2012, während der Fußball-Europameisterschaft.

"Ich konnte zum Glück mit meinem Freund zusammenarbeiten, sonst hätte es wahrscheinlich nicht funktioniert", vermutet Schmieder. Neben Aumüller war auch seine Frau Hanni an dem Projekt beteiligt. Sie entwarf und gestaltete sämtliche Bebilderungen. "Manchmal ist es aber schon stressig, mit seiner Frau zu arbeiten", fügt Schmieder grinsend an. Nach vielen Stunden Recherche, unzähligen Telefonaten mit Verbandspräsidenten und Dutzenden Videokonferenzen war es dann geschafft. Zwischendurch war die Familie Schmieder übrigens noch nach Los Angeles umgezogen. "Ohne Internet gäbe es das Buch nicht", so der gebürtige Tirschenreuther.

Eine "finale Halbe"

Durch die räumliche Distanz ergaben sich aber auch lustige Momente. Am finalen Arbeitstag wollten die beiden Schreiber gemeinsam ein Bierchen trinken. Jeder vor seinem Laptop. Aufgrund der Zeitverschiebung allerdings musste einer von beiden seine Halbe unausweichlich frühmorgens vor der Arbeit trinken. "Wir haben dann eine Münze geworfen", erklärt Schmieder das Auswahlverfahren. Er hatte gewonnen. Am Ende des Arbeitsprozesses, der auf Youtube begonnen und in Los Angeles und München seinen Abschluss fand, steht das fertige Buch. Darin kann man sich vom American Football bis hin zum antiken Wagenrennen einmal quer durch die sportliche Landschaft schmökern.

Die beiden Journalisten haben dabei genau die Balance zwischen geschichtlichen Fakten und amüsanten Anekdoten gefunden. Ein Beispiel? Jeder Verein, also auch der FC Bayern oder Real Madrid muss, laut offiziellem UEFA-Regelwerk, ein Startgeld von 300 Euro für die Champions-League bezahlen. Oder das Rad eines Formel-1-Boliden muss vollständig sein. So und so ähnlich finden sich über alle Sportarten hinweg Kuriositäten, die auch den erfahrensten Olympia-Zuschauer noch staunen lassen.

Eigene Erfahrungen

Viele Disziplinen, wie etwa Biathlon, haben die Autoren selbst ausprobiert. Um auch mitreden zu können, wenn wieder einmal jemand meint, die sportliche Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Jürgen Schmieder sagt lächelnd: "Es ist ein Buch für angehende Klugscheißer".
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