Von Karlsbrücke zum Beinhaus

Die Studienfahrt der Volkshochschule vermittelte den Teilnehmern vielfältige Eindrucke aus dem Nachbarland. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
02.12.2014
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Hier die gediegene Atmosphäre eines legendären Kurhotels. Dort der schauerliche Anblick von säuberlich gestapelten Gebeinen. Und dazwischen blieb Zeit für einen magischen Zirkus.

Nach Karlsbad, Prag und Kuttenberg führte die Studienreise der Volkshochschule. Dazu hatten die Reiseleiterinnen Magdalena Benesová und Gisela Huber ein attraktives Programm ausgearbeitet.

Stilvoller hätte die Reise nicht beginnen können: Beim Zwischenstopp in Karlsbad genoss man im legendären Kurhotel "Imperial" das gehobene Ambiente bei einer Führung und anschließend bei Kaffee und Kuchen im "Café Wien" des Hauses. In Prag stand dann im Stadtteil Žižkov der Georg-von-Podebrady-Platz auf dem Programm, benannt nach dem einzigen König in der langen böhmischen Geschichte, der keinem ausländischen Adelsgeschlecht entstammte. Bereits vor 500 Jahren bemühte er sich - leider erfolglos - um eine europäische Friedensunion.

Auf diesem Platz steht die schönste moderne Kirche Prags, die Kirche des heiligsten Herzens des Herrn, erbaut von 1928 bis 1932. Ganz in der Nähe befindet sich der 216 Meter hohe Fernsehturm, an dessen stahlverkleideten Betonsäulen die "krabbelnden Kinder" ein beliebtes Fotomotiv sind.

Was die Karlsbrücke bei einem Stadtrundgang ist, das ist zweifellos die "Laterna Magika" im Bereich Abendunterhaltung. Seit 1977 präsentiert diese Bühne ununterbrochen den "Wunderbaren Circus". Die Aufführung bot ein perfektes, kurzweiliges Zusammenspiel von Computeranimation und realer Darstellung, von Pantomime, Ballett und Musik.

Etwa 70 Kilometer östlich von Prag liegt die Stadt Kuttenberg (Kutná Hora), die am Sonntag besucht wurde. Kuttenberg war im 13. und 14. Jahrhundert die zweitgrößte Stadt Böhmens und dank der Silbererzvorkommen eine der wohlhabendsten. Dort befand sich die zentrale Münzstätte Böhmens. Dieser Reichtum führte zu zwei bemerkenswerten gotischen Kathedralen nahe beieinander, die Barbarakirche und die Kirche Maria Himmelfahrt im Ortsteil Sedlec. Dort befindet sich auch das Ossarium (Beinhaus). Der Anblick der fein säuberlich aufgestapelten und zu Dekorationen verarbeiteten Gebeine von angeblich 40 000 Verstorbenen ist nichts für schwache Nerven. Seit 1995 zählen die eindrucksvollen Baudenkmäler von Kuttenberg zum Weltkulturerbe der Unesco.
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