Vortrag von DGB-Geschäftsführer Christian Dietl bei Politischem Aschermittwoch der Gewerkschaft
Für den Mindestlohn hart gekämpft

Lokales
Tirschenreuth
21.02.2015
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"Mindestlohn verteidigen" war das Fazit des Referates von Christian Dietl, Geschäftsführer DGB Region Oberpfalz, beim 12. Politischen Aschermittwoch des Verdi-Ortsvereins Stiftland im Kettelerhaus. Dietl ging in seinem Referat besonders auf den seit 1. Januar 2015 geltenden Mindestlohn von 8,50 Euro ein. "Das ist ein Verdienst der Einzelgewerkschaften des DGB und Verdi hat besonders dafür gekämpft", so der Geschäftsführer.

Die vergangenen Wahlen hätten deutlich gezeigt, dass den Bürgern der Bundesrepublik angemessene Löhne und gute Arbeitsbedingungen parteiübergreifend am Herzen liegen. "Dies sind die Kernthemen von Gewerkschaften", führte der Referent aus. Besonders ging Dietl auf die Ausnahmen ein. "Hier wird eine skurrile Debatte von den Arbeitgebern geführt.

Es gilt jedoch: Je weniger Ausnahmen, desto einfacher ist es, den Mindestlohn umzusetzen und zu kontrollieren. Das bedeutet eine größere Akzeptanz! Hierfür erntete er die Zustimmung der Anwesenden. Der Mindestlohn sei auch besonders bedeutend für die Oberpfalz. 19 741 Vollzeit-Beschäftigte verdienen hier unter 1500 Euro. "Diese Beschäftigten profitieren vom Mindestlohn", so Christian Dietl. "Es wird eine Stimmungsmache von der Wirtschaft und der Politik gefahren und so mancher Arbeitgeber versucht den Mindestlohn zu umgehen", führte er weiter aus. "Arbeitgeber jammern über die Dokumentationspflichten. Ich frage mich nur, wie sie in der Vergangenheit die Arbeitsverhältnisse 'richtig' bezahlen konnten", betonte Dietl.

Hinsichtlich der Umgehungsversuche nannte er auch Beispiele: "Beschäftigten werden neue Arbeitsverträge mit reduzierter Arbeitszeit vorgelegt, die Arbeit wird aber im gleichen Umfang verlangt. Warte- und Bereitschaftszeiten werden plötzlich nicht mehr vergütet oder Naturalien würden als Bezahlung angeboten. Schlussendlich behaupten manche Arbeitgeber, dass der Mindestlohn für bestimmte Anstellungsverhältnisse (z. B. Minijobs) nicht gelte." Bei der Veranstaltung wurde auch über die laufende Tarifrunde Länder und die Tarifrunde im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes durch Verdi-Gewerkschaftssekretär Helmut Weiß informiert. "Hier heißt es Stärke zeigen", fasste er zusammen. Mit angeregter Diskussion klang der Abend aus.
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