Waldeslust trifft Sangeslust

Bei zahllosen Auftritten hat sich die Gesangsgruppe des Waldvereins einen guten Namen gemacht. Bild: hä
Lokales
Tirschenreuth
09.11.2015
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Wo man singt, da lass dich ruhig nieder: Beim Oberpfälzer Waldverein gilt das in besonderer Weise. In der Gesangsgruppe, die vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, ist ein Gründungsmitglied sogar noch heute aktiv.

(hä) Bei einer Wanderung des OWV im Sommer 1985 entstand die Idee, einen Gesangverein oder gemischten Chor ins Leben zu rufen. Nachdem sich der Waldverein auch der Brauchtumspflege verschrieben hat, war das Vorhaben durchaus realistisch. Der damalige Vorsitzende des Tirschenreuther Zweigvereins, Manfred Gradl, war sofort Feuer und Flamme. Und so fand sich bald eine Gruppe mit fünf Sängerinnen.

Erster Auftritt mit Nikolaus

Eines der Gründungsmitglieder, die Sopranistin Mariele Schmeller, ist auch heute nach 30 Jahren noch dabei. Klara Konrad, Marie-Luise Wimmer, Erna Bauer und Melanie Birner waren die weiteren Sängerinnen der ersten Stunde. Emil Hampl übernahm die Leitung und begleitete die Gruppe mit Gitarre und Geige. Mit Begeisterung, aber auch einer gehörigen Portion Herzklopfen verbunden war der erste Auftritt bei einer Nikolausfeier im Kettelerhaus. Leider verließ Emil Hampl aus Zeitgründen die Gruppe nach kurzer Zeit schon wieder. In dieser kurzen Phase lernten die Sängerinnen viel und übten, begleitet von Marieles Blockflöte, fleißig weiter.

Zum Glück erklärte sich dann Erna Bauer bereit, die Leitung der Gesangsgruppe zu übernehmen. Sie war 20 Jahre lang mit Herzblut dabei. Ab 1988 bis 2005 übernahmen Erna Häring mit der Gitarre und der legendäre Rudi Pfeil mit seiner so seltenen Mandoline die musikalische Begleitung. Die Liebe zur Heimat und zum Gesang drückte die Gruppe vor allem durch Mundartlieder aus dem Stiftland und dem Egerland aus. Das machte sie in Tirschenreuth und der näheren Umgebung bekannt und sehr beliebt.

Beliebter Hutzaabend

Ab Oktober 1992 waren mit der Fertigstellung des neuen Vereinsheims an der Rothenbürger Straße die dortigen Hutzaabende ein besonderes Schmankerl. Die Gaststube war oft überfüllt, wenn Gäste aus Vohenstrauß, Weiden, Neustadt/WN, die "Reuther Moidla", die "singende Wirtin" aus Premenreuth, der "Mitterteicher Dreigesang", der "Waldsassener Dreigesang", die "Landschmetterlinge" aus Königshütte, die Rosl aus Wildstein/Tschechien und viele andere Bekannte aus diesem musikalischen Milieu beim OWV spielten und sangen. Alois Lippert und Franz Bitterer brachten immer wieder neue Musikanten mit.

Nachdem die Gesangsgruppe auch andere Hutzaabende und den monatlichen Singkreis "Vetter Hannes" in Mitterteich besuchte, lernte man wichtige Leute wie Kreisheimatpfleger Helmut Kreger oder den Organisten und Chorleiter Michael Grillmeier kennen. Dadurch bekamen die Tirschenreuther Zugang zu neuen Liedern. Sie studierten beispielsweise die "Wiesauer Trachtenmesse" und die Bauernmesse von Annette Thoma ein. Die wöchentlichen Singstunden hielt die Gruppe über lange Zeit in den Wohnungen bei Erna Häring und Klara Konrad bei kostenloser Bewirtung ab. Seit 12 Jahren darf sie dafür das Haus St. Josef nutzen.

In den Jahren 1995 bis 1996 gab es einige personelle Veränderungen. Zunächst stieß Monika Schneider (Alt) zur Gruppe. Sie leitet heute die OWV-Gesangsgruppe. Hermine Wermuth (Sopran) und Gretl Schwägerl mit der Zither kamen dazu, vorübergehend waren Christine Böhm (Gitarre) und Rudi Spitzl (Hackbrett) mit von der Partie.

Wechselnde Besetzungen

Im November 2005 mussten die Gruppenleiterin Erna Bauer und Klara Konrad (Sopran) aus stimmlichen Gründen das Singen stark reduzieren, die Suche nach neuen Sängerinnen begann. Christine Maischl (Sopran), die musikalische Leiterin bis 2011, Rosi Bäuml (Sopran), Karin Zandt (Alt) und vorübergehend Stilla Eisemann (Sopran) verstärkten das Team. Dann kamen zeitweise Susanna Braun (Alt) und Max Wermuth dazu. Fest integriert wurden dann Margarete Bäuml (Sopran), Peter Wimmer (Gitarre), Edith Gradl und Lydia Wolf (beide Sopran).

Mit Franz Maischl und Werner Scharnagl wurde die Waldler-Messe einstudiert. Seit Scharnagls plötzlichen Tod im November 2011 singt die Gruppe die stimmungsvolle Messe nur mit Frauenstimmen. Mit Edith Gradl eigneten sich die OWV-Sängerinnen außerdem die Chiemgauer Messe an.

Jährlich 35 Proben

"So vergingen die 30 Jahre mit Proben, Singen, Feiern, viel Freude an der Musik, manchmal auch mit Stress bei durchschnittlich 25 Gesangsauftritten und 35 Proben jährlich", resümiert Monika Schneider, die derzeitige Chefin der Gesangsgruppe. Man ist unterwegs in und außerhalb der Stadt und des Landkreises, beispielsweise auch im Vogtland. Im gesellschaftlichen und kulturellen Leben hat die Gruppe einen festen Platz, sei es bei Jubiläen, Vereinsveranstaltungen, Musikantentreffen oder Geburtstagen, im Fasching, bei Hochzeiten, in den Seniorenheimen, bei Schülertreffen, Messfeiern, Heimatabenden, Maiandachten, Mariensingen, Advent- und Weihnachtsfeiern. Zwei Mal war man auch schon beim OTV-Musikanten-Stammtisch im Fernsehen.
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