Weiterentwicklung statt Prestige

Den größten Eindruck auf die Fachjury machte der Friedhof in Groschlattengrün. Hier fanden die Experten die meisten Argumente, die den Wettbewerbsgedanken „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“ bereits erfüllen. Die großen Grünflächen zwischen den Gräbern und die Hänge-Birken wurden besonders lobend hervorgehoben. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
22.06.2015
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Der Friedhof als Wettbewerbsthema - passt das denn? "Hervorragend sogar", sagt die Fachjury im Landkreis. Schließlich ist so ein Gottesacker nicht nur ein Ort der Würde, sondern auch der Kultur und Natur. Am ehesten in Groschlattengrün.

Für die Expertenkommission war die Wertung alles andere als leicht. Viele der 14 teilnehmenden Gemeinden lagen auf Augenhöhe. Mit 95 von maximal 100 möglichen Punkten machte Groschlattengrün das Rennen. Nur zwei Punkte weniger hat der Zweitplatzierte, der Waldfriedhof Krummennaab. Wie eng die Entscheidung war, zeigt auch der dritte Platz, den teilen sich mit je 82 Punkten Brand, Trevesen und Kastl. Die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, werden im Laufe des Jahres überreicht.

Wo stehen wir?

Die Vertreter des Gewinners hatten die Gartenfachberater des Landkreises, Harald Schlöger und Manuela Pappenberger, bereits am Montag ins Landratsamt eingeladen. Pfarrerin Julia Wappmann, Beate Hilpert vom Kirchenvorstand und Vertrauensmann Gerhard Flügel freuten sich über die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb, den es in einer ähnlichen Form erst einmal im Jahr 1977 gegeben hatte. Sie unterstrichen, genauso wie die Juroren, dass es beim Wettbewerb primär nicht ums Prestige gegangen sei. Vielmehr stehe die Weiterentwicklung der Friedhöfe im Sinne des Wettbewerbsthemas im Vordergrund.

Alle Teilnehmer hätten unter dem Aspekt teilgenommen, zu sehen, wo man mit der Friedhofsgestaltung stehe und was man verbessern könne. Das unterstrich auch der Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetags, der Plößberger Bürgermeister Lothar Müller. selbst Juror. "Ich habe bei unserer Tour viel entdeckt, was auch unserem Friedhof gut tun würde."

Neben Müller und den beiden Gartenfachberatern gehörten Regionaldekan Georg Flierl aus Tirschenreuth, Pfarrer Dirk Graf, Kreisheimatpfleger Robert Schön und Steinmetz Georg Raithel zur fachkundigen Jury. Sie beurteilten die Gottesäcker jeweils aus ihrem Kompetenzbereich. In ihrem Abschlussbericht lobten sie beim Sieger unter anderem, dass der 1956 angelegte Friedhof ehrenamtlich gepflegt wird. Als weitere Pluspunkte nannten sie die Einheitlichkeit der Grabfelder, die Verwendung heimischen Gesteinsmaterials und den alten Baumbestand an Hänge-Birken, die hervorragend zum Ort passten.

Empfehlungen per Post

Jetzt wartet auf die Gartenfachberater ein Menge Arbeit. In absehbarer Zeit sollen die Abschlussberichte mit den entsprechenden Empfehlungen an die Gemeinden hinausgehen.
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