Wider die Miet-Spekulanten

Wolfgang Lippert. Bild: ak
Lokales
Tirschenreuth
07.12.2015
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Die Flüchtlingssituation im Landkreis entwickelt sich weiter dramatisch. Weil an Stammtischen und im Internet immer wieder die Gerüchteküche heftig brodelt, serviert Landrat Wolfgang Lippert die richtigen Zahlen.

(ak/bz) Schon in der jüngsten Kreistagssitzung hatte sich Brigitte Scharf (SPD) energisch dafür eingesetzt, gegen die zum Teil haarsträubenden Behauptungen über angebliche Geldleistungen für Flüchtlinge vorzugehen. Die Jahreshauptversammlung der Freien Wähler in der Friedenfelser Schloßschänke nutzte Landrat Wolfgang Lippert, um jetzt aktuelle Zahlen öffentlich zu machen.

Gut 640 Asylsuchende hat der Landkreis derzeit aufgenommen. Dezentral untergebrachte alleinstehende Flüchtlinge erhalten 325,61 Euro, ihre Begleitperson/Ehefrau 293,01 Euro, Kinder von 15 bis 18 Jahren 266,11 Euro, Kinder von 7 bis 14 Jahren 236,88 Euro und Kleinkinder 209,23 Euro Finanzhilfe. In Notunterkünften Untergebrachte erhalten 143 Euro, die Ehefrau 129 Euro, Kinder von 15 bis 18 Jahren 85 euro, von 7 bis 14 Jahren 92 Euro und Kleinkinder 84 Euro.

Großes Lob zollte der Landrat den freiwilligen Helfern. "Ohne Ehrenamtliche schaffen wir das nicht." Die Suche nach einem Ersatz für die Notunterkunft in Wiesau war bisher erfolglos. "Wir hoffen auf weitere Solidarität unserer Bevölkerung. Diese Flüchtlingskatastrophe ist unsere Dauer-Herausforderung", erklärte Lippert. Der Landkreis sei weiter auf der Suche und prüfe auch zusammen mit Partnern eigene bauliche Alternativen. Miet-Spekulanten mit Wucherpreisen für Schrott-Immobilien erteilte er eine klare Absage.

Das hatte auch Toni Dutz (CSU) im Kreistag getan und beantragt, umgehend eine Alternative zur Notunterkunft in der Wiesauer Dreifachhalle anzumieten oder zu errichten. "Diese Halle könnte ja über die Notunterkunft hinaus dann bei Bedarf als Aufnahmeeinrichtung so wie in Weiden genutzt werden." Geeignete Grundstücke befänden sich genügend im Eigentum des Landkreises.
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