Wiener Flair im Kettelerhaus

Die Musiker des Salonorchesters Neustadt a. d. Waldnaab unter Leitung von Dirigent Heribert Bauer präsentierten berühmte Wiener Melodien. Bild: ubb
Lokales
Tirschenreuth
18.05.2015
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Einen Ausflug ins musikalische Wien erlebten die Besucher eines Benefizkonzerts am Samstagabend im Kettelerhaus. Mit dem Erlös unterstützt der Lions-Club hilfsbedürftige Menschen - diesmal ausnahmsweise nicht in der Region, sondern in Asien.

"Wir werden das Geld nach Nepal spenden", erklärte Pressesprecher Franz Göhl. Viel zu groß stehe das Leid der Menschen in Nepal nach dem schrecklichen Erdbeben noch im Raum. Und so fern manches Unglück auch erscheinen möge, gebe es immer wieder persönlich Schicksale zu beklagen. Göhl berichtete von einem Mitglied eines in Nepal ansässigen Lions-Clubs, das Opfer der Katastrophe wurde.

Unbürokratisch helfen, wo Hilfe dringend nötig ist: Das ist die Philosophie der Lions. Umso mehr freuten sich die Veranstalter über 380 Gäste Kettelerhaus, die den Klängen des Salonorchesters Neustadt a. d. Waldnaab unter Leitung von Dirigent Heribert Bauer lauschten. Das 55-köpfige Orchester spannte den musikalischen Bogen unter anderem von Strauß über Lehar und Kalmann bis hin zum berühmten Deutschmeister-Regiment-Marsch von Jurek. Ein unterhaltsamer Abend war garantiert. Zu Stücken wie "Wien bleibt Wien", "Grüß mir mein Wien" aus Gräfin Mariza oder "Wien, Wien nur du allein" von Sieczyriski wippten viele Füße unter den Stühlen, so mancher summte leise die Melodien mit.

Jagdrevier der Habsburger

Einen nicht unwesentlichen Teil zum kurzweiligen Orchestererlebnis trug Maria Hirsch bei, die charmant durchs Programm führte und mit Wiener G'schichten die Entstehung der jeweiligen Melodie oder das Wirken des Komponisten lebendig werden ließ. Maria Hirsch erzählte auch vom Prater als Jagdrevier der Habsburger, der erst im 19. Jahrhundert für die Bevölkerung öffentlich wurde. Die berühmte Wiener Vergnügungsmeile wird in zahlreichen Liedern beschrieben. "Im Prater blühn wieder die Bäume" (Robert Stolz) sang etwa Solistin Eva Danz mit klangreichem Sopran. Leidenschaftlich beschrieb kurz darauf Tenor Ferdinand Kamm, wie es ist, wenn man sagen kann: "Mei' Muatterl war a Weanerin". Ein Stück von Ludwig Gruber, das die Herzen anrührte. Als weitere Solistin überzeugte Alexandra Moll an der Zither.

Am Ende gab es auch noch eine Premiere: Dirigent Heribert Bauer hat zwei Strauß-Walzer zu einem Gesamtwerk vereint, was er erstmals dem Lionsclub-Publikum präsentierte. Eine Meisterleistung, die mit viel Applaus gewürdigt wurde. Beschwingt ging es im zweiten Teil weiter, bis die Wiener G'schichten mit dem Deutsch-Meister-Regimentmarsch endeten.

Mehrere Zugaben

Gerne gewährten die Musiker mehrere Zugaben, so dass der letzte Orchesterton erst gegen 23 Uhr verklang. Die Gäste gingen nach diesem besonderen gesellschaftlichen Ereignis nicht ohne dankbaren Applaus und viel Lob für das großartige Ensemble aus der Nachbarkreisstadt nach Hause.
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