Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit
Demokratie leben

"Demokratie-Stärkung ist also immer auch Vertrauensarbeit" Zitat: Stefan Denzler
Politik
Tirschenreuth
20.07.2016
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Das Leben ist bunt, die Gesellschaft auch. Und gegen braune Tendenzen gibt's ein Kraut. Das zarte Pflänzchen wächst seit eineinhalb Jahren nicht nur im Landkreis. Eine erste Zwischenbilanz.

Gemeinsam mit dem Landkreis Wunsiedel, Stadt und Landkreis Hof ist Tirschenreuth eine lokale "Partnerschaft für Demokratie" eingegangen. Gefördert wird das Programm vom Bundesfamilienministerium. Dabei geht es nicht allein um Rechtsextremismus, sondern es wendet sich gegen jede Form von Gewalt und Menschenfeindlichkeit.

Wie das ausschaut, erläuterte jetzt Stefan Denzler von der Koordinierungs- und Fachstelle am Evangelischen Bildungszentrum Bad Alexandersbad im Tirschenreuther Kreisausschuss. Dabei machte er deutlich: Die Arbeit mit Flüchtlingen und Asylsuchenden war und ist zwar ein wichtiges, aber nicht das einzige geförderte Themenfeld. Insgesamt konnten bisher bereits 27 kleinere und größere Projekte umgesetzt und mit fast 43 000 Euro gefördert werden. Im Landkreis Tirschenreuth waren das vor allem die Bereiche "Willkommenskultur" und "Demokratie-Stärkung im ländlichen Raum".

Da reichte das Spektrum vom "Denk-Anstoss" über ein interkulturelles Sommerfest bis hin zur "Demokratie-Werkstatt" oder der Veranstaltung "Nicht jeder kann fliehen". In diese Kategorie gehört auch die eben abgeschlossene Plakataktion des Kreisjugendrings mit ausgesprochen guter Beteiligung. Die besten Ideen dazu werden demnächst vorgestellt.

Undercover unter Nazis


Weitere Aktionen wie etwa "Blut muss fließen - Undercover unter Nazis" wandten sich gegen Rechtsextremismus. Und mit der Autorenlesung von Dagmar Nick, dem Stadtgespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Professor Dr. Alexander Fried oder der Wanderausstellung "Verehrt, verfolgt, vergessen" über den FC Bayern im Dritten Reichen, die von den Stiftland-Bazis und dem Kreisjugendring organisiert worden ist, wurden auch aktuelle Formen des Antisemitismus sensibilisiert.

Allerdings: Im Bereich "Islamfeindlichkeit" gibt es bislang noch keinen Ansatzpunkt. "Vielleicht wegen der Unsicherheiten, wie das Thema pädagogisch ausgewogen aufbereitet werden kann", mutmaßte Denzler.

In diesem Jahr stehen noch rund 2000 Euro im Aktions- und Initiativfonds für kleinere Projekte zur Verfügung. Vereine und Initiativen, die bereits für nächstes Jahr Gelder beantragen wollen, sollten sich bis Ende September 2016 an die Koordinierungs- und Fachstelle in Bad Alexandersbad wenden.

Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft war für Denzler, das Bundesprogramm "Demokratie leben" generell im Landkreis bekannter zu machen. Noch mehr Schulen, Vereine und Bündnisse sollen eigene Projekte umsetzen. Eine entsprechende Strategie soll auch im Begleitausschuss erarbeitet werden.

Demokratie-Konferenz


"Letztlich kommt es darauf an, dass die Leute Vertrauen fassen und wissen, dass sie neben der finanziellen Unterstützung auch fachlichen Rat erhalten." Demokratie-Stärkung war für den Sprecher also auch immer Vertrauensarbeit. Und darüber können sich Interessierte auch am Donnerstag, 10. November, in Kemnath informieren. Die Demokratie-Konferenz dort wird sich mit den Bedingungen gelingender Integration von Flüchtlingen befassen.

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Weitere Informationen:

www.demokratie-leben.de

Demokratie-Stärkung ist also immer auch VertrauensarbeitStefan Denzler
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