Dreifachturnhalle in Wiesau wird neue Flüchtlingsunterkunft
In Wiesau neues Quartier

Die Dreifachturnhalle in Wiesau wird in nächster Zeit als Notunterkunft für die Flüchtlinge im Landkreis herhalten müssen. Bisher waren die in der Anlage am Stiftland-Gymnasium untergebracht. Die wird aber mit dem neuen Schuljahr für die Abiturienten benötigt. Bild: bz
Politik
Tirschenreuth
25.08.2015
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"Einfach dramatisch", sagt Wolfgang Lippert nur. Gleich am ersten Tag nach seinem Urlaub stand der Asyl-Gipfel bei der Regierung mit den Landratskollegen und Oberbürgermeistern im Terminkalender. Jetzt tritt "Plan B" in Kraft

Dass der vor Wochen abgesprochene Notfallplan halten würde, hatten die Politiker zwar gehofft, aber angesichts der täglich nach oben kletternden Flüchtlingszahlen nicht wirklich als realistisch angesehen. "Damals sind wir von rund 350.000 Flüchtlingen ausgegangen", erinnert Lippert. "Heute wird mit rund 800.000 gerechnet." Allein in der vergangenen Woche haben über 122.000 Menschen in Bayern Zuflucht gesucht. Davon muss die Oberpfalz wiederum rund 11.000 aufnehmen.

Bis zu 500 Flüchtlinge

Bedeutet nach dem Gespräch mit Regierungspräsident Axel Bartelt: "Wir haben derzeit rund 200 Flüchtlinge im Landkreis. Und die sind dauerhaft unterzubringen." Landrat Lippert rechnet, dass die Zahl sich über kurz oder lang auf 300 erhöht. "Im Worst Case, also im schlimmsten Fall, sind es sogar 500." Und wenn sich Lippert die Fernsehbilder von den Ereignissen in Mazedonien anschaut, ist das nicht von der Hand zu weisen. "Diese Ängste in den verschrecken Gesichtern."

Einerseits ist der Landrat ganz froh, dass die Regierung an ihrem Versprechen festhalten will, die Dreifachturnhalle am Stiftland-Gymnasium nicht dauerhaft zu belegen, um so die Anlage Anfang September wieder rechtzeitig freizumachen, dass die Gymnasiasten ihr Sport-Abitur ablegen können. Andererseits bedeutet das, eine neue Lösung zu finden. Die heißt "Plan B" und ist die Dreifachturnhalle an der Berufsschule Wiesau. "Der Schulleiter ist bereits informiert", berichtet Lippert.

Zeitpuffer für weitere Lösungen

Am heutigen Mittwoch werden die bisher schon mit der Flüchtlingsarbeit im Landkreis betrauten Organisationen, Vereine und Behörden besprechen, wann und wie der Umzug erfolgen kann. Dazu muss die in der Kreisstadt aufgebaute und mittlerweile bestens funktionierende Infrastruktur in der Betreuungsarbeit in Wiesau eine neue Bewährungsprobe bestehen.

Wie lange die Situation andauern wird, weiß der Landrat nicht. "Jedenfalls für die nächste Zeit. Das verschafft uns aber einen Zeitpuffer, um weitere Lösungen zu finden." Da denkt Wolfgang Lippert auch an andere Unterbringungsmöglichkeiten. Auch den Neubau von Unterkünften oder die Sanierung bereits bestehender,. wie sie die Kewog kürzlich ins Gespräch gebracht hat. "Aber solche Bauträger-Modelle stehen auch nicht von heute auf morgen."

Neueinstellungen

Im Auge hat der Landrat auch die Arbeitsbelastung aller Beteiligten. Und da nimmt er neben den ehrenamtlichen Helfern vor allem auch seine Mitarbeiter im Amt in den Blick. Da werde man wohl um Neueinstellungen nicht herumkommen. Die Arbeit sei einfach nicht mehr zu schaffen. "Man kann nicht dauernd wie ein Auto auf Vollgas fahren."
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