Dritter Stock für Berufsschule

Momentan ist der Erweiterungsbau des Beruflichen Schulzentrums im Rohbaustadium noch zwei Etagen hoch. Bis Ostern 2017, so der Zeitplan, könnte das dann dreistöckige Gebäude fertig sein. Plan: Obel und Partner
Politik
Tirschenreuth
16.03.2016
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Aus zwei mach drei: Um dem Platzmangel im Berufsschulzentrum Wiesau abzuhelfen, wird kurzfristig noch eine Etage auf den Neubau draufgesetzt. Das Projekt wird damit frühestens in einem Jahr abgeschlossen - und teurer.

Nicht nur wegen der zusätzlichen Flüchtlingsklassen ist eine Erweiterung notwendig. Aus ganz Bayern und anderen Bundesländern kommen die Interessenten, angefangen von den verschiedenen Metall-Fachbereichen über die EDV-Schulen bis hin zum Hotel- und Tourismusgewerbe. Bisher waren sieben neue Klassenzimmer im Ausbauplan. Nun wird diese Fläche verdoppelt.

Im Kreisausschuss fiel die kurzfristig anberaumte Entscheidung einstimmig. Kämmerer Klaus Pöllmann muss allerdings zusätzlich zu den bisherigen Ausbaukosten von 7,3 Millionen Euro knapp 1,9 Millionen Euro mehr einplanen. Auf den Haushalt 2016 soll sich die Erweiterung nicht mehr auswirken. Der Landkreis rechnet mit einer Förderung von mindestens 50 Prozent, berichtete Landrat Wolfgang Lippert von positiven Gesprächen mit der Regierung: "Es ist eine Chance, die wir ergreifen sollten."

Statik kein Problem


Zita Frey von Obel und Partner, einem Zusammenschluss freier Architekten mit Sitz in Donauwörth, stellte die Pläne vor. Sieben weitere Klassenzimmer, jedes 63 Quadratmeter groß, finden im dritten Obergeschoss Platz. "Von außen ändert sich das Gebäude nicht wesentlich, der großzügige Grundriss verträgt ein Stockwerk mehr", sagte die Architektin. Auch statisch sei die dritte Etage kein Problem.

Der Rohbau mit zwei Stockwerken sei weitgehend fertig, die beteiligten Firmen seien schon angeschrieben und könnten gleich weitermachen, wenn die Genehmigung abgeschlossen ist. Zita Frey nannte Mehrkosten von rund 1,9 Millionen Euro für die Aufstockung, was im Anbetracht der Gesamtkosten im Rahmen liege. Auf Nachfrage von Rainer Fischer (SPD) meinte sie, dass der Flachdachbau schon weit fortgeschritten sei, das Material aber teilweise wiederverwendet werden könne. Nur im Bereich der Dämmung seien doppelte Ausgaben nötig.

An diesem Punkt wurde Toni Dutz (CSU) deutlich. "Wir haben von Anfang an zwölf neue Klassen beantragt, aber die Regierung hat nur sieben genehmigt", bezog er sich auf den ursprünglichen Beschluss des Kreistags. Der von der Schulaufsicht ins Feld geführte demografische Wandel schlage sich in Wiesau eben nicht negativ auf die Schülerzahlen nieder. "Es ist ein Sieg der Vernunft über eine katastrophale Fehleinschätzung der Regierung. Uns war von Anfang an klar, dass wir mit sieben Klassen nicht auskommen." Trotz des Erweiterungsbaus hätte der Unterricht sonst teilweise weiter in Containern stattfinden müssen.

Fader Beigeschmack


Fraktionskollege Roland Grillmeier empfand ebenfalls einen faden Beigeschmack: "Die Aufstockung ist eine gute Lösung, aber man hätte sich einige Probleme sparen können." Mit der dritten Etage waren alle einverstanden. "Eine großartige Sache für unsere Schule", kommentierte Rainer Fischer. Hans Klupp (Freie Wähler) sah in der Erweiterung auch eine Chance für die Wirtschaft und den Landkreis. Auch Günter Kopp (Zukunftsliste) war dafür, "die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen".
Es ist ein Sieg der Vernunft über eine katastrophale Fehleinschätzung der Regierung.CSU-Sprecher Toni Dutz
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