Flüchtlingskrise zentrales Thema der Weihnachtsansprachen im Stadtrat
Weiteres Zeichen der Willkommenskultur

Politik
Tirschenreuth
21.12.2015
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Große Themen haben die Mitglieder des Stadtrates in ihren Weihnachtsansprachen bemühen müssen. So ist auch die Flüchtlingsproblematik in der Kreisstadt angekommen. Doch gerade an dieser Stelle zeigt sich die vorbildliche Hilfe der Gemeinschaft. Deshalb galt der Dank der Stadträte gerade den vielen Helfern.

Franz Stahl erinnerte, dass in der Stadt seit 2003 Menschen leben, die Schutz suchen. Und den Mitbürgern bescheinigte Stahl, dass sie in einzigartiger Weise gezeigt hätten, wie Integration gelebt wird. Der Ausbau des Fuß- und Radweges zum Asylbewerberheim sei zwar nur ein kleiner Schritt, aber ein weiteres "Zeichen der Menschlichkeit und Willkommenskultur in Tirschenreuth."

Phantastisch mitgearbeitet haben die Einwohner auch an der Fortschreibung des Stadtumbaukonzepts und damit an der Zukunft ihres Orts. Mit Blick nach vorne freute sich Stahl auf den Wissenschaftsstandort Tirschenreuth durch das Studienangebot der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg. Zugleich könnte so das alte Polizeigebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden. Erfreulich war für Stahl auch die Nachricht über die 20-Millionen-Investition ins Krankenhaus am Standort Tirschenreuth. Immerhin würden in der Stadt auch 4400 Menschen Arbeit finden.

Investieren würde natürlich auch die Stadt in die Zukunft des Orts. Fast sechs Millionen Euro seien heuer für strukturverbessernde Maßnahmen eingesetzt, aber auch die Schuldenlast weiter abgebaut worden. An das Gremium appellierte Stahl, die zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt mit Anregungen und Vorschlägen weiter zu begleiten.

Bürger-Engagement


CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Gold stellte ebenfalls das Thema Flüchtlinge an den Anfang seiner Ausführungen. "Warum kommen die Flüchtlinge ausgerechnet nach Deutschland", fragte Gold, obwohl es noch acht reichere Länder in Europa gibt. Gründe sei neben dem gerechten System wohl auch die soziale Bürgerschaft und die Hilfsbereitschaft. Und das sei ein Kompliment für die Bundesrepublik.

Für Tirschenreuth erwartete Gold weitere Schritte hin zur "Bildungsstadt" und "sozialen Stadt". Dabei setzte der CSU-Vertreter weiter auf das ausgezeichnete Bürger-Engagement in Verbänden und Vereinen. Für die Freien Wähler ging Manfred Zandt auf die gemeinsame zurückliegende Arbeit ein und bescheinigte allen den Willen, an der Zukunft der Stadt mitzuarbeiten. Mitgewirkt hätten aber auch alle Einwohner durch ihren Gedanken, Wünsche und Impulse. Einen großen Dank sprach Zandt den Menschen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise aus. "Hier konnten wir aktiven Bürgersinn in einer nachhaltigen Verantwortungsgemeinschaft erleben!"

In einem Ausblick erwähnte Zandt die Ausstellung aus den Kulturankäufen des Bezirk Oberpfalz im Museumsquartier im kommenden Jahr. "Es wäre zu begrüßen, wenn diese Ausstellung ein erster Schritt ist, hier in Tirschenreuth ein ständiges Museum des Bezirks für die Werke der modernen Kunst der Oberpfalz entstehen zu lassen".

Ausschweifend ging Florian Busl (SPD/Bündnis 90/Grüne) auf das Thema Klimawandel ein und forderte auch die Stadt auf, ein aktiver Klimagestalter zu werden. Vergeudung von Ressourcen, Gleichgültigkeit oder Angst vor Islamisierung waren weitere Themen. Einen sehr persönlichen Beitrag zur Flüchtlingskrise konnte Busl durch seine Gespräche mit minderjährigen Flüchtlingen wiedergeben. Beeindruckt hätte ihn, wie sehr diese Menschen die biblische Weihnachtsgeschichte begeistern konnte. Deshalb sei es an der Zeit, das Weihnachtsfest wieder mit Leben zu erfüllen, "nicht nur mit Taten, sondern auch mit der Einstellung, mit der wir anderen begegnen".

Mauern fürs Hütehaus


Karl Berr (Wählergemeinschaft Umwelt) konnte sich seinen Vorrednern anschließen. Berr hatte aber auch durchaus konkrete Wünsche, etwa neue Mauern für das Hütehaus in Hohenwald, damit dieses Gebäude von den Menschen ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen genutzt werden könnte.

Grundsätzlich dankten alle im Stadt den vielen ehrenamtlichen Helfern, aber auch den Verantwortlichen in den Firmen sowie in der Verwaltung für ihren Einsatz.
Bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise konnten wir aktiven Bürgersinn in einer nachhaltigen Verantwortungsgemeinschaft erleben.Manfred Zandt (Freie Wähler)
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