Fürs Schulhaus oft „mangelhaft“

Nach der Stadtratssitzung machte sich Bürgermeister Franz Stahl (rechts) persönlich ein Bild vom Schulzustand. Die Mängel an der Außenfassade waren ein Punkt in der Liste von Rektor Wilhelm Trisl.
Politik
Tirschenreuth
10.08.2016
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Der Blick in den schönen Schulhof täuscht: Bei der Turnhalle aus den 50er Jahren rentiert sich eine Sanierung nicht mehr. Ein Neubau steht zumindest schon im Finanzplan der Kreisstadt. Darauf könnten auch neue Schulräume errichtet und mit dem Hauptgebäude verbunden werden. Mit den neuen Klassenzimmer wäre dann eine Nutzung des alten Kinderheims (hinten, rotes Gebäude) nicht mehr notwendig. Bilder: ws (2)

Auf den Fluren der Mittelschule ist es ruhig geworden. Doch die Probleme an dem Gebäude warten geduldig, bis die Ferien vorbei sind. Allein die Toiletten schreien nach einer Sanierung.

Bei der Stadtratssitzung brauchte Rektor Wilhelm Trisl zwar nicht schreien, doch war auch der informelle Ton über den Zustand der Mittelschule unüberhörbar. Die Stadt, die immer wieder Geld für ihre Schule in die Hand nimmt, darf - und will - nach vielen Projekten auch dieses Objekt nicht aus den Augen verlieren. Bei der Sitzung listete Trisl vor allem die Defizite am mittlerweile 53 Jahre alten "Neubau" auf. Gerade die Toilettenanlagen seien seit dieser Zeit nicht mehr umfassend saniert worden. Ein undichtes Flachdach, kaputte Treppenbeläge oder Schäden an den Wandverkleidungen führte der Rektor weiter auf. Und eine Dämmung der Außenfassade sei schlicht nicht vorhanden. In der ernüchternden Bilanz tauchten weitere Schäden am Außenputz, Hebungen im Pflaster des Pausenhofs oder an den Nahtstellen zwischen Neu- und Altbau auf.

Turnhalle im Finanzplan


Noch schlechter war das "Zeugnis" für die alte Turnhalle aus den 50er Jahren. Bei der alten Bausubstanz sei eine Sanierung kaum sinnvoll. Der Abriss und Neubau mit Klassen- und Fachräumen oberhalb der Turnhalle, sei allerdings schon in den Plänen der Stadt enthalten, wusste Bürgermeister Franz Stahl. Der erste Anlauf für die 2-Millionen-Investition über das Kommunalinvestitionsprogramm sei aber gescheitert. Das Projekt stehe nun im Finanzplan der Stadt.

Mit Klassenräumen über einer neuen Turnhalle würde für den Rektor auch die Nutzung des ehemaligen Kinderheims entfallen. Neben der alten Bausubstanz gebe es hier vor allem das Problem der Straßenüberquerung. Solange dieses Gebäude genutzt werden muss, sei eine "verschlossene" Schule kaum machbar. Trotz der Schadensbilanz wollte der Rektor aber die Bemühungen der Stadt als Sachaufwandsträger anerkennen. Zu den auffälligen Verbesserungen zählte Trisl etwa den Neubau der Mensa, die optimal ausgestattet Platz für 90 Schüler biete. Bürgermeister Franz Stahl wusste, dass nach der Sanierung in den 80er Jahren jetzt dringend nächste Schritte erforderlich seien. "Wir werden das in Etappen vollziehen", versicherte das Stadtoberhaupt, mit der Turnhalle als ersten Schritt. Peter Gold bekräftigte das Engagement für die Schule, die sich auch durch die zentrale im Landkreis hervorhebe. "Wir haben immer versucht, die Schule auf einem guten Stand zu halten", betonte der CSU-Fraktionssprecher.

Origineller Vorschlag


Angelika Brunner erkundigte sich nach den Fördermöglichkeiten. Die könnten erst nach einer fundierten Planung ausgelotet werden, teilte Stahl mit. Doch wollte der Bürgermeister keine konkreten Angaben zum Neubau- oder Sanierungbeginn geben. "Das wäre unseriös!" In Sachen Förderung hatte Angelika Brunner später bei der Diskussion über die Sanierung des Hirthauses in Hohenwald noch einen originellen Tipp: Man sollte die Schul-Toiletten doch einfach unter Denkmalschutz stellen, dann gebe es bestimmt Zuschüsse.

Weniger Klassen, weniger Schüler"Brauchen wir überhaupt weitere Räume", fragte Hans Zölch (Freie Wähler) mit Blick auf die Veränderungen der Schülerzahlen an der Mittelschule. Paulus Mehler (CSU) wollte alle Optionen behalten. Vielleicht könnten weitere Kommunen hinzukommen. "Wir sind die einzige Mittelschule, die noch in keinem Verbund ist", erläuterte Rektor Wilhelm Trisl. Trisl gab dem Stadtrat auch einen kurzen Abriss über die Veränderungen bei den Schülerzahlen. So wurden 2000/2001 mit der Aufnahme von Mähring 16 Klassen und 383 Schüler gezählt. Mit Plößberg/Bärnau im Schuljahr 2007/2008 waren es 17 Klassen und 386 Schüler. Im letzten Schuljahr wurden 315 Schüler und 15 Klassen notiert. 2016/2017 werden es 307 Schüler und 14 Klassen sein. "Die Tendenz geht in Richtung 11 bis 12 Klassen", prognostizierte Trisl. (ws)
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