Kein Weg für den Windstrom

Politik
Tirschenreuth
29.10.2016
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Beim Thema Windenergie bleibt Tirschenreuth auf Gegenkurs. Und ein Gerichtsurteil kümmert die Mehrheit des Stadtrats wenig.

Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts für zwei Windräder bei Asch, haben die Betreiber jetzt einen Antrag für ihr Stromkabel vorgelegt. Das soll auch rund drei Kilometer weit durch das Gemeindegebiet der Kreisstadt laufen. Einen entsprechenden Gestattungsvertrag wollte der Stadtrat dafür nicht genehmigen.

Bürgermeister Franz Stahl verteidigte die Vorlage des Antrags der Bürgerwind Asch GmbH & CoKG, die ein Stromkabel und ein Leerrohr für einen Lichtwellenleiter durch Gemeindegebiet bauen will. "Ich kann keine rechtswidrige Vorlage auf den Tisch legen", begründete Stahl den Antrag. Für die rund 3000 Meter lange Leitung würde die Stadt eine finanzielle Leistung von 50 Cent je Meter erhalten. "Die Eon zahlt nichts", schilderte Stadtbaumeister Andreas Ockl auf Nachfrage aus dem Gremium.

Kritik an Juristenkollegen


Nur Paulus Mehler (CSU) ging die Thematik sehr sachlich an. Das Gericht hätte die Windräder bei Asch genehmigt, das ist Rechtslage. Und die Betreiber müssen den Strom eben auch ins Netz bringen. "Das ist eine Folge der Gerichtsentscheidung!" Manfred Zandt (Freie Wähler) bliebt bei seiner konsequenten Ablehnung, wie auch bei den Anlagen am Wetterberg bei Laub. "Wir können Mähring nicht in den Rücken fallen", bezog Zandt Position. Nicht überraschend war auch die Ablehnung durch Karl Berr (Wählergemeinschaft Umwelt), dem der Landschaftsschutz das wichtigste Anliegen ist . Dabei war bei Berr der Fokus nicht wirklich auf das Projekt in Asch gerichtet, redete er doch immer wieder von den Anlagen am Wetterberg. Grundsätzlich wollte der WU-Rat auch mit Blick auf die Bewerbung zum "Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen - Stiftland" die Windmühlen nicht in der Region sehen.

Recht eigenwillig interpretierte dagegen Jurist Dr. Alfred Scheidler (CSU) die Vorlage und damit auch den Richterspruch aus München. Scheidler fürchtete eine negative Landschaftveränderung, "wenn wir solche Juristenkollegen in München haben". Mit einem persönlichen Appell forderte er vom Gremium einen symbolischen Akt - und die Ablehnung.

Mehr Entschädigung


Im Falle einer Zustimmung forderten Scheidler und auch Berr aber eine höhere Entschädigung für die Stadt. So weit kam es dann nicht, auch wenn Bürgermeister Franz Stahl klar machte, dass damit das Anliegen wohl nicht verhindert werden könnte. "Wenn sie emotional entscheiden wollen, können sie den Antrag einfach ablehnen.
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