Kommentar zum Förderprogramm für den Kreis Tirschenreuth
Kosmetik reicht nicht für den gebeutelten Norden

Politik
Tirschenreuth
25.10.2016
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Millionen stellt Bayern für die Wiederbelebung von Ortskernen in den vom Bevölkerungsschwund betroffenen Regionen bereit. Geld, das die Kommunen brauchen können. Geld, über das sich Investoren freuen. Das eine oder andere Projekt lässt sich so leichter finanzieren, die größten Schandflecke im Kreis Tirschenreuth und den Regionen nördlich davon lassen sich so beseitigen.

Das Sonderprogramm hilft der Bauwirtschaft. Vor allem aber ist es eine Image-Aktion, ein Programm fürs Auge. Dinge, die das Ortsbild stören, wie eben leere Geschäfte oder baufällige Ruinen, sollen leichter beseitigt werden können.

Es reicht aber nicht, nur die alten Scherben wegzukehren. Nur wenn anschließend tatsächlich Neues entsteht, wird sich das Förderprogramm auszahlen. Ideen haben die Bürgermeister in den einzelne Orten genug. Sie aber benötigen weiter die volle Unterstützung der Staatsregierung in der Regional- und Wirtschaftspolitik, wenn sie Nordostbayern wieder zum Aufschwung verhelfen wollen. Die bisherigen Bemühungen Münchens reichen noch nicht aus. Wenn etwa die staatliche Agentur "Invest in Bavaria" im vergangenen Jahr 80 Prozent der Firmenneuansiedlungen nach Oberbayern vermittelt hat und nur 2 (!) in die Oberpfalz, kann das niemanden zufriedenstellen. Denn gerade Arbeitsplätze, am besten sozialversicherungspflichtig, gut bezahlt und in Vollzeit, schaffen nachhaltigen Wohlstand.

Man könne keinem Unternehmen vorschreiben, wo es sich niederlassen will, heißt es dazu aus dem Ministerium. Dennoch: "Invest in Bavaria" sollte für die Oberpfalz doch noch etwas mehr abwerfen.

alexander.raedle@oberpfalzmedien.de
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