Kosten von rund 9,2 Millionen Euro derzeit für Landkreis Zukunftsmusik
Entscheidung Hallenbad erst einmal vertagt

Auch wenn es für Laien vielleicht nicht danach aussieht: "Die Technik ist abgewirtschaftet", erklärte Manfred Klaus von der Planungsgesellschaft Plafog im Kreisausschuss über das Tirschenreuther Hallenbad. In spätestens fünf bis acht Jahren seien Lösungen nötig, hieß es. Archivbild: Grüner
Politik
Tirschenreuth
16.11.2016
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Generalsanierung oder Neubau? Beim Hallenbad bleibt die Frage zunächst mal unbeantwortet. Zumindest für die nächsten fünf bis acht Jahre. Wie auch immer die Entscheidung fällt: Rund 9,2 Millionen Euro würde die Aktion kosten. Ein Neubau an anderer Stelle käme sogar rund 600 000 Euro günstiger. So hoch sind die Kosten für den Abbruch des bestehenden Bades kalkuliert. Doch so weit ist es noch lange nicht.

Das zeigte sich in der Sitzung des Kreisausschusses. Dort stellten Johannes Fischer aus Marktredwitz und Manfred Klaus aus Kulmbach die "Machbarkeitsstudie für das Hallenbad Tirschenreuth" vor. Landrat Wolfgang Lippert sah die Ausarbeitung als "Zukunftsmusik". Irgendwann aber werde das Hallenbad einmal renoviert werden müssen, auch wenn das stählerne Tragwerk der Dachkonstruktion erst vor wenigen Monaten komplett erneuert worden ist - für 240 000 Euro. Sanierung oder Neubau könnten wohl nicht in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden, erklärte Lippert. "Dennoch sollten wir das nicht aus den Augen verlieren." Die Planer skizzierten danach "im Schnelldurchgang" ihre Vorstellungen. Klaus verwies darauf, dass bei einer Sanierung das bestehende Bad bis auf den Rohbau zurückgebaut werden müsste. Die Ausmaße des Beckens blieben unverändert. Neuerungen wären bei den Kinderbecken vorgesehen. Auch das Dampfbad bliebe bestehen, auf die Finnische Sauna würden die Planungen dagegen verzichten. Betonteile könnten bei einer Sanierung immer Probleme bereiten; doch die des Tirschenreuther Bads, sagte Klaus, sähen noch recht gut aus. "Aber die Technik ist abgewirtschaftet", sagte Klaus unmissverständlich.

"Das ist für den Landkreis kein Pappenstiel", sagte Lippert angesichts der prognostizierten Kosten und fragte in Richtung Kreiskämmerer, wie viele Zuschüsse es denn für die Maßnahme gäbe. Klaus Pöllmann sprach von rund 25 Prozent, die wohl insgesamt gewährt werden könnten - vor dem Hintergrund der schulischen Nutzung des Bads, für die anteilig Fördermittel fließen. Als "Thema für den nächsten Kreistag" bezeichnete Toni Dutz (CSU) das Projekt nach der Auskunft, wonach das Tirschenreuth Hallenbad noch zwischen fünf und acht Jahren in Betrieb sein könnte, dann aber endgültig eine Lösung nötig wäre. Dutz plädierte für eine "Wiedervorlage nach 2020."

Interkommunal


"Das hat schon Sinn gemacht zum jetzigen Zeitpunkt", meinte Rainer Fischer für die SPD-Ausschussmitglieder. "Eine Sanierung hätte schon ihren Charme." Auch Günter Kopp (Zukunftsliste) meinte, dass eine Entscheidung der neue Kreistag treffen müsste. Wie zuvor Rainer Fischer sprach sich auch Kopp für eine interkommunale Zusammenarbeit aus: Es sei künftig wohl nicht mehr möglich, "dass sich jeder sein eigenes Schwimmbad baut."

Landrat Lippert verwies auf die doch recht ansehnliche Architektur des Tirschenreuther Bades im Vergleich zu einem dann wohl eher zweckmäßigen Neubau. Hans Donko riet zu einem Architektenwettbewerb im Falle eines Neubaus. Lippert fragte die Planer zum Schluss nach Möglichkeiten, im bestehenden Hallenbad mit geringem Aufwand den Spaßfaktor zu steigern. Kraus dazu: "Spaßfaktor heißt: Geld in die Hand nehmen und großzügig gestalten."

Das ist für den Landkreis kein Pappenstiel.Landrat Wolfgang Lippert
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