Managementpläne für Waldnaabaue
Von Teichen und Almen

Die Tirschenreuther Teichpfanne inmitten des Naturschutzgebietes Waldnaabaue ist ein Juwel - dank traditioneller Bewirtschaftung. Doch die ist bedroht. Archivbild: Grüner
Politik
Tirschenreuth
19.09.2016
167
0

Ist ausgerechnet der Naturschutz verantwortlich für den Tod des Naturschutzgebietes Waldnaabaue? Hört sich komisch an. Wird aber befürchtet.

Derzeit werden nach den Vorgaben der Europäischen Union sogenannte Managementpläne für FFH-Gebiete in Bayern erarbeitet. Die Waldnaabaue mit der "Tirschenreuther Teichpfanne" im Zentrum gehört dabei mit zu den besonders bedeutsamen, ist nicht nur Flora-Fauna-Habitat, sondern auch Vogelschutzgebiet. Wer das "Who's Who" der Roten Liste sucht, der wird in dem rund 3200 Hektar großen Gebiet immer fündig. Nicht zuletzt wegen der vielen Teiche und ihrer traditionellen Bewirtschaftung.

Dauerhafter Erhalt


Doch die ist derzeit in Gefahr. Immer öfter verzichten Teichwirte angesichts von Biber, Kormoran, Mink und Co. auf die Nutzung, schließen lieber Verträge nach dem Vertragsnaturschutzprogramm und vereinbaren sogenannte "fischfreie Teiche". Das ist bei gut 580 Euro je Hektar oftmals deutlich mehr Geld als sie mit der Bewirtschaftung verdienen würden. "Dieser Nutzungsverzicht auf mittlerweile großen Flächen stellt eine Gefahr für den dauerhaften Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft dar", schrieb Hans Klupp, Vorsitzender der Arge Fisch, an Landrat Wolfgang Lippert. Der Landkreis sollte sich bei Bezirks- und Staatsregierung darum bemühen, dass bei dem FFH-Managementverfahren gerade dieser Aspekt gewürdigt und von erfahrenen, fischereilich fachkundigen Wissenschaftlern bearbeitet und dokumentiert wird.

Aus diesen Erkenntnissen und möglichen Handlungsempfehlungen könnten dann optimierte Förderprogramme für die Bewirtschafter der Teiche abgeleitet werden. "Teichwirte sollen einen vernünftigen Ertrag aus ihrer Arbeit erzielen und sich nicht selbst ausbeuten", so Hans Klupp am Montag auch in der Sitzung des Kreisausschusses. Da hatte zuvor schon Landrat Wolfgang Lippert die Teichlandschaft als einen zentralen Bereich für die Anerkennung der Klosterlandschaft als Welterbe angesehen.

Abgeordnete einspannen


Lippert verglich das mit der Almbewirtschaftung. "Wenn Bauern desto mehr verdienen, je weniger Kühe sie auf die Alm treiben, dann stirbt irgendwann auch die Alm." Das griff auch CSU-Sprecher Toni Dutz auf. "Stirbt die Teichwirtschaft, stirbt die Waldnaabaue." SPD-Sprecher Rainer Fischer sah das genauso und wollte die Abgeordneten mit einspannen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.