Neue Pläne zum Süd-Ost-Link von Tennet
Steinwald vom Tisch

Markus Schreyer (Kemnath), Florian Distner (Wiesau), Mario Rabenbauer (Waldershof), Gerald Braun von der Bürgerinitiative und Kreisvorsitzender Matthias Grundler (Falkenberg) mit Blick auf die Kösseine, die nach aktuellem Kenntnisstand von den Trassenverläufen verschont bleibt. Bild: hfz
Politik
Tirschenreuth
27.09.2016
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Die Region steht unter Strom: Auch wenn jetzt die neuen Pläne zum Süd-Ost-Link auf dem Tisch liegen und Tennet weitgehend Erdverkabelung verspricht, nicht alle sind glücklich.

Eigentlich war ja Stillschweigen vereinbart. So hat die Betreiberfirma am Montag zunächst den betroffenen Bundes- und Landtagsabgeordneten erste Informationen zu den aktuellen Planungen zukommen lassen. Die Landräte der Region werden erst heute in Bayreuth mehr darüber erfahren.

Eine Variante sieht vor, aus Bayreuth kommend an Kemnath und Kastl vorbeizugehen. Der andere Vorschlag ist es über Marktredwitz nach Konnersreuth und Mitterteich in den Landkreis Tirschenreuth zu wechseln. Von dort aus gibt es nach den ersten Vorschlägen mehrere Verlaufsoption, sowohl über Tirschenreuth, als auch Wiesau und Falkenberg.

Diese Variante entlang des Ostbayernrings favorisiert der SPD-Abgeordneten Uli Grötsch. "Aus meiner Sicht muss die Trasse dort verlaufen, wo der geringste Raumwiderstand und die geringsten Belastungen für die Bevölkerung gegeben sind. "Das scheint mir nach momentanem Informationsstand diese Planungsvariante zu sein."

Landrat Wolfgang Lippert freut sich jedenfalls, dass die einstigen Planungen mitten durch den Steinwald vom Tisch sind. Und das sieht er durchaus auch als Erfolg der Bürgerinitiative gegen die Monstertrassen. Ebenso die versprochene Erdverkabelung. Lippert erhofft sich vom Treffen in Bayreuth mehr Details. Auch um den Ängsten der betroffenen Landwirte begegnen zu können. Dass da Entschädigungen bezahlt werden müssen, steht für ihn außer Frage.

"Wenn diese Leitung schon durch den Landkreis gebaut werden muss, ist es sehr wichtig, dass Tennet 100 Prozent Erdverkabelung verspricht", so JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler in einer aktuellen Presseerklärung. "Von der Vielzahl der Varianten sind wir aber überrascht." Es dürfe kein Hauen und Stechen zwischen den Gemeinden und Bürgern der betroffenen Kommunen geben.

"Viel zu lange haben Bundesnetzagentur und die Vorgängerfirma Amprion über die Köpfe der Menschen hinweg geplant", so Mario Rabenbauer. In einem fairen Dialog sollten nicht nur die Gemeinden, sondern auch einzelne Bürger gehört werden. Darauf pocht auch Gerald Braun von der Bürgerinitiative "Steinwald sagt Nein zur Monstertrasse". (Seite 3)
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