Regenwasser in den Teich

Politik
Tirschenreuth
06.07.2016
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Gut zweieinhalb Hektar wird das neue Baugebiet "Lindenweg II" aufweisen. Platz für rund 30 Einfamilienhäuser. Doch die Begeisterung bei den Nachbarn hält sich in Grenzen.

Mit der Fläche östlich des Lindenwegs hofft Bürgermeister Franz Stahl, seiner attraktiven Kreisstadt ein ebenso interessantes Baugebiet zur Seite stellen zu können. Die Aufstellung des Bebauungsplanes "Am Lindenweg" wird aber auch mit kritischen Stimmen begleitet. Anlieger warnen vor der Verkehrszunahme, da bislang nur der Lindenweg zu dem neuen Bereich führen wird. Viel Platz nehmen die Stellungnahmen der Bürger und Träger öffentlicher Belange ein, die den Stadtrat am Donnerstag beschäftigten. Am Ende stimmte die Mehrheit aber dennoch für das weitere Verfahren und die nächste Auslegung.

In den Stellungnahmen wird eine Zunahme des Verkehrs auf bis zu 600 Einzelfahrten am Tag errechnet. Das Planungsbüro geht eher von 200 Fahrten aus. Doch der Verkehr werde zunehmen, bestätigte auch der Bürgermeister, sei aber zumutbar. Laut den Planungen werde später eine Anbindung an die Großenseeser Straße überlegt.

Trennsystem für Kanal


Kritik, dass der vorhandene Kanal durch Oberflächen- und Schmutzwasser überlastet sei, begegnete das Planungsbüro mit dem Hinweis, dass mit einem Trennsystem das Regenwasser in einen Teich abgeleitet werden soll. Dem Hinweis der Regierung der Oberpfalz, vorhandene Potenziale oder Leerstände in der Altstadt zu nutzen, stellte das Planungsbüro den tatsächlichen "dringend erforderlichen Bedarf" für das Baugebiet gegenüber. Schließlich gebe es schon 20 konkrete Reservierung für die 30 Parzellen.

Manfred Zandt verzeichnete bei den Freien Wählern eine geteilte Meinung. Angesichts der Leerstände im Ort sowie der freien Baugrundstück zweifelte Zandt überhaupt an der Notwendigkeit eines neuen Baugebietes. Verkehr und Entwässerung waren weitere kritische Positionen. "In den Vorbesprechungen hat es keine Diskussionen gegeben", wunderte sich Stahl. Den Bedarf verdeutlichte Stahl mit der großen Nachfrage. Natürlich gehöre zum Drei-Punkte-Programm neben den neuen Flächen auch die Nutzung der vorhandenen Bereiche. "Wir haben eine Verantwortung, dass die Leute keine Überraschung mit dem Abwasser erleben", begründete auch Günther Franz (FW) seine Vorbehalte. Paulus Mehler wollte nicht absprechen, dass die neuen Flächen zu Veränderungen führen. "Irgendwer wird immer betroffen!" Wichtig war auch für den CSU-Stadtrat die ordentliche Abwasserregelung. "Wir können das Oberflächenwasser in die Teiche ableiten", versicherte Stadtbaumeister Andreas Ockl.

Offene Fragen klären


"Die Probleme müssen gelöst werden, darauf haben die Anlieger Anspruch", betonte Zandt. "Es gibt Lösungsansätze", versicherte der Bürgermeister. Und ohne eine ordentliche Lösung würde es keine abwasserrechtliche Genehmigung geben. Die Einwendungen würden durch das Planungsbüro abgearbeitet, erläuterte Dr. Alfred Scheidler (CSU) den weiteren Prozess. "Wir wollen die weitere Stadtentwicklung nicht verhindern", schilderte Norbert Schuller die Position der Freien Wähler. Vielmehr würde man sich für eine Klärung der offenen Fragen einsetzen.

Gegen die Stimmen von Karl Berr (Wählergemeinschaft Umwelt) und Manfred Zandt wurde beschlossen: "Die eingegangenen Einwendungen sind durch die Stellungnahmen des Planungsbüros ausgeräumt". Jetzt folgt die erneute Auslegung des Bebauungsplanentwurfes.

Die Probleme müssen gelöst werden, darauf haben die Anlieger Anspruch.Manfred Zandt (Freie Wähler)
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 06.07.2016 | 12:37  
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