Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Energie
Beim Sperrmüll regt sich was

Symbolbild: Huber
Politik
Tirschenreuth
10.03.2016
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Beim Abfallaufkommen im Landkreis gibt es kaum "Ausreißer". Ob Papier oder Restmüll, die Zahlen halten sich im Rahmen, erfuhr der Umweltausschuss beim jüngsten Treffen. Auf die Biotonne werden die Bürger etwas länger warten müssen. Wohl erst im Oktober erfolgt die Einführung.

Mit der Bilanz des Müllaufkommens 2015 konnte die Sachgebietsleiterin für den Bereich Abfallwirtschaft, Jutta Goossens, allerdings noch keinen genauen Zeitpunkt der Einführung der Biotonne geben. Klar ist aber jetzt schon, dass mit dem neuen Abfall-Kind das Personal überfordert ist. Deshalb sollen für die Abwicklung weitere Kräfte eingestellt werden.

In der Rückschau auf das Müllaufkommen listete Jutta Goossens alle Sparten genau auf. Beim Restmüll etwa stieg die Menge je Einwohner von 2014 auf 2015 um gerade mal 1,82 auf 132,72 Kilogramm. "Das entspricht in etwa einem Paar Arbeitsstiefel", bewertete die Sachgebietsleiterin die Zunahme, die seit 2010 um die 130er-Marke schwankt. Im Landkreis wurden damit im vergangenen Jahr rund 9700 Tonnen Restmüll gesammelt. Bei den Gefäßen steht die 60-Liter-Tonne (22 162 Stück/-23) an der Spitze. Zunahmen verzeichnen die größeren Behälter mit 80 und 120 Litern (1809,+37/1502,+56), wohl auch, weil sich die Bürger diese Größe eben leisten würden.

Anmeldung vor Ort


Bei den auffälligen Posten konnte Jutta Goossens einzig den Bereich "Sperrmüll" anführen. Seit Mitte vergangenen Jahres können die Landkreisbürger Sperrmüll nebst Elektrogeräten direkt wieder auf die Wertstoffsammelstelle in der Deponie bringen. Und die Bürger nutzen dieses Angebot. So stieg die Zahl der Direktanlieferer von 2014 auf 2015 um 1101 auf 8087 Personen. Mit Abholung gab es 12 637 Vorgänge und rund 30 000 Kubikmeter Sperrmüll. Neu sei auch, dass die Anmeldung des Sperrmülls jetzt direkt vor Ort erfolgen könnte. Die Zunahme der Direktanlieferung führte Landrat Wolfgang Lippert eben auch auf diese problemlose Abwicklung zurück. Bei der Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Energie stellte Hans Zölch (Freie Wähler) die Wiedereinführung der Sperrmüllabholung in den Raum. Beide Systeme könnten nicht parallel angeboten werden, bemerkte Goossens zu dieser immer wiederkehrenden Frage - und wollte auch das im Landkreis bewährte Konzept nicht korrigieren. Bei der Sperrmüllabholung würde zudem "alles mögliche" rausgestellt.

22 000 Tonnen Abfall


In der Zusammenfassung ergibt sich bei allen Haushaltsabfällen 2015 eine Menge von 21921,94 Tonnen (299,96 kg je Einwohner), von denen aber rund 10 500 Tonnen einer Verwertung zugeführt wurden. Ohne diesen Anteil sinkt der Wert je Einwohner auf rund 150 Kilogramm - und kann sich im Vergleich durchaus sehen lassen. Denn in Bayern wurden 2014 durchschnittlich 160,7 Kilogramm verzeichnet, in der Oberpfalz 160,1 Kilogramm. Die ländlichen Regionen weisen rund 143,7 Kilogramm auf.

In der Bilanz stellte Jutta Goossens der Region und auch den Bürgern beim Abfallaufkommen ein durchaus gutes Zeugnis aus. "Der Landkreis kann sich sehen lassen", urteilte die Sachgebietsleiterin .

Anbau am Eingang


Bei den anstehenden Investitionen in die Reststoffdeponie Steinmühle wird gerade der gestiegenen Sperrmüllanlieferung Rechnung getragen. So werden rund 450 000 Euro für einen Anbau an das Eingangsgebäude aufgewandt. Gut 1,3 Millionen sind dieses Jahr für den neuen Einbauabschnitt eingeplant. Dann reicht die Deponie für mindestens weitere 40 Jahre.

Der Landkreis kann sich sehen lassen.Sachgebietsleiterin Jutta Goossens zur Abfallbilanz


Der Müll im Landkreis in 2015Restmüll 9699,51 Tonnen (Vorjahr 9591,23 t); Zahl der Restmüllsäcke 37 519 Stück (Vorjahr 33 551); Sperrmüll 30 499 Kubikmeter (Vorjahr 28 773,5 cbm); Papier 5565,0 Tonnen, je Einwohner 76,15 Kilogramm (Vorjahr 5755,02 t, 78,54 kg); geschätztes Ergebnis der Problemabfälle 19 Tonnen (Vorjahr 17,17 t)

Vom Dualen System werden die verschiedenen Verpackungsabfälle gesammelt: Altglas 1824,34 Tonnen, je Einwohner 24,96 Kilogramm (Vorjahr 1580 t, 21,56 kg); Weißblech 224,13 Tonnen (Vorjahr 198,5 t); Gelber Sack 1617, 57 Tonnen, je Einwohner 21,33 Kilogramm (Vorjahr 1609,91 t, 21,97 kg) (ws)
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