Tirschenreuth kennzeichnet historisch interessante Gebäude
Gegen Schilder-Wildwuchs

Bürgermeister Franz Stahl präsentierte die einheitliche Beschilderung für 25 historische Gebäude. Die Tafel aus Plexiglas fand die allgemeine Zustimmung des Ausschusses. Mit im Bild Susanne Stich, sie hatte die neuesten Zahlen aus der Tourist-Info mitgebracht. Bild: jr
Politik
Tirschenreuth
21.06.2016
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Der große Sprachforscher Johann Andreas Schmeller ist in Tirschenreuth geboren. Der Kirchenmaler Maurus Fuchs hat hier gewirkt. Und Dichterfürst Goethe war auch schon da. Nur wo?

An historisch interessanten Gebäuden will die Stadt auf das Leben und Wirken Tirschenreuther Persönlichkeiten hinweisen. Die ersten Schilder sind schon installiert, sind aber nicht einheitlich. Mit einer einheitlichen Beschilderung soll Wildwuchs eingedämmt werden. Schließlich kommen 25 Gebäude für die Aktion in Frage.

Den Prototyp einer Tafel aus Plexiglas stellte Bürgermeister Franz Stahl am Montagabend in der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus und Museumsangelegenheiten vor. Kosten: je 100 Euro. "Wir wollen hier eine einheitliche Linie", sagte Stahl. Paulus Mehler zeigte sich geradezu begeistert. Bürgermeister Franz Stahl dankte abschließend dem Historischen Arbeitskreis für die Unterstützung.

Magenschmerzen bereiten dem Bürgermeister die rückläufigen Besucherzahlen im Museums-Quartier. Von Januar bis Mai dieses Jahres besuchten lediglich 1887 Personen die Einrichtung. Die geringste Zahl seit 2008. Stahl bedauerte, dass viele Tirschenreuther bis heute das eigene Museum nicht kennen. Der Großteil der Besucher kommt von auswärts. "Wir brauchen auch in Zukunft attraktive Sonderausstellungen." Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 5888 Menschen registriert.

Fast eine Stunde Zeit nahm sich der Ausschuss für die Präsentation der neuen Homepage der Stadt durch die Medienagentur C3, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Barrierefreiheit gelegt wird. Seit April 2007 gab es fast eine halbe Million Besucher auf der Seite. Der Bürgermeister machte deutlich, wie wichtig eine aktuelle und gelungene Präsentation sei. Stahl betonte, dass die neuen Medien immer wichtiger würden, wenngleich die konservative Klientel auch weiter mit Prospekten und Flyern bedient werden wolle.

Thomas Franz (C3) wusste, dass selbst die ältere Generation immer mehr Gefallen an den neuen Medien finde. "Unser Ziel ist es immer, noch besser zu werden und Werbung für das Produkt zu machen." Tirschenreuths Homepage habe schon viele Jahre auf dem Buckel und bedürfe einer Neuausrichtung. Franz hatte errechnet, dass jährlich rund 55 000 Seitenaufrufe zu verzeichnen sind. Im Durchschnitt bleibe ein Besucher bis zu elf Minuten. 92,48 Prozent der Seitenbesucher seien deutschsprachig. Fast 78 Prozent kämen aus Bayern, fast 10 Prozent aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

"Die mobilen Zugriffe auf die Homepage sind in den vergangenen fünf Jahren um das Zehnfache gestiegen." Allein im Mai dieses Jahres erfolgte ein Viertel aller Zugriffe mit Tabletts und Handys. "Die Zahl ist steigend." Als ein immer wichtiger werdendes Kommunikationsmittel nannte er Facebook. Hier seien vor allem attraktive und immer aktuelle Inhalte wichtig.

Weiter machte Thomas Franz deutlich, dass bislang auf der Stadt-Homepage über 200 Seiten installiert waren, weshalb sie schlanker und kompakter gestaltet werden soll. "Wir dürfen nicht stehen bleiben. Stillstand ist Rückschritt", plädierte Franz Stahl vehement für eine Neufassung. "Es ist ein Medium, mit dem wir uns als Stadt weltweit präsentieren. Wir wollen interessant bleiben."

Martina Sötje (SPD) bat darum, die Homepage möglichst barrierefrei zu gestalten und forderte dazu auf, die leichte Sprache nicht zu vernachlässigen. Bürgermeister Franz Stahl machte deutlich, dass die Stadt schon immer versucht habe, leicht zu lesende Texte ins Internet zu stellen und "kein Beamtendeutsch verwenden wird". Die Medienagentur C3 wird jetzt an die Umsetzung der neuen Homepage gehen, ehe der Stadtrat zu entscheiden hat.

Rückläufig sind die Übernachtungszahlen in den Beherbergungsbetrieben der Stadt. Im Vergleich zu den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres sank die Zahl heuer um fast 600 auf 9097 Übernachtungen. Gab es im Vergleichszeitraum 2015 noch 3167 Gästeankünfte, so waren es heuer 3001. Verbessert hat sich die Verweildauer auf nunmehr über 3 Tage. Die Bettenauslastung liegt bei fast 22 Prozent. Als einen Gewinn im Tourismusbereich bezeichnete Stahl das "Seenario". Den Rückgang an Übernachtungen sah der Bürgermeister als nicht dramatisch an, "zumal wir in den vergangenen Jahren einen unwahrscheinlich guten Zulauf hatten. Aber wir haben immer noch gute Werte".
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