Tirschenreuth möchte bleibe für unbegleitete Flüchtlings Kinder
Bleibe für Kinder und Jugendliche

Politik
Tirschenreuth
08.11.2014
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Die Heimat verlassen, vor dem Krieg flüchten, alles aufgeben und dann noch allein ohne Eltern unterwegs - nicht wenige Kinder aus den Krisenregionen müssen dieses harte Schicksal durchleben. In Tirschenreuth soll den "unbegleiteten Personen" eine neue Bleibe geboten werden. Zwei Projekte sind in Planung.

Vor Jahren schon war das Hotel Gleißner Wohnstätte für Menschen, die auf der Flucht vor Leid und Terror einen schweren Weg auf sich genommen hatten. Vorübergehend waren in dem Haus an der St.-Peter-Straße Asylbewerber untergebracht. Und auch gut aufgehoben.

Nach der Einstellung des Hotel- und Gaststättenbetriebs könnte das Gebäude erneut dieser Nutzung zugeführt werden. Dass es dafür geeignet ist, hat sich damals schon bewiesen. Allerdings sollten jetzt in dem Haus nur Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 14 bis 18 Jahren untergebracht werden. Dabei wäre die Unterkunft als Einrichtung der Jugendhilfe zu sehen.

Finanzierung steht

So jedenfalls planen es Gerhard Bauer und Andreas Szak und verstehen das Anliegen eher als humanitäres Projekt. Nachdem derzeit viel in der Stadt darüber geredet wird, wollen die beiden den Fokus auf die Tatsachen lenken. Fakt ist, dass die Beiden bis zu 400 000 Euro in Kauf und Umgestaltung des Hotels Gleißner investieren wollen. "Die Finanzierung steht", verweist Bauer auf die Ernsthaftigkeit des Vorhabens. Allerdings sehen sich die Beiden nur als Investoren und können den Betrieb nicht übernehmen. Als möglicher Träger kommen die "Dr. Loew'schen Einrichtungen" ins Gespräch, die bereits vergleichbare Projekte betreiben.

Und natürlich braucht das Vorhaben die Zustimmung des Jugendamtes sowie einen 5-Jahres-Vertrag. "Wenn wir Planungssicherheit haben, dann unterschreiben wir den Kaufvertrag", schildert Bauer den aktuellen Stand. Dabei haben die beiden Investoren keine Zweifel an der Eignung des Gebäudes. Im besten Fall kann Anfang des neuen Jahres die Umgestaltung beginnen, ein Bezug wäre zur Jahresmitte vorstellbar.

Nach den derzeitigen Planungen könnte die Einrichtung bis zu 25 Kinder und Jugendliche aufnehmen. Die werden dort aber nicht einfach nur untergebracht. Zur Betreuung der Kinder würden zudem zehn neue Arbeitsplätze für Sozialpädagogen entstehen. Gut 500 Quadratmeter Flächen stehen in dem Gebäude zur Verfügung sowie Flächen für Schulungen und berufsbegleitende Maßnahmen.

Mit Wirtshaus?

Bei der Sanierung des gesamten Gebäudes haben die beiden Investoren natürlich auch den Gastronomiebereich nicht vergessen. Abgeteilt von dem Jugendhilfeprojekt könnte nach ihren Vorstellungen sogar wieder eine Gaststätte entstehen. Falls das nicht möglich ist, könnten diese Flächen ebenso für den Schulungsbereich mit umgestaltet werden.

Einer, der dieses Vorhaben uneingeschränkt unterstützt, ist Bürgermeister Franz Stahl. "Wir haben eine Verantwortung, diese Kinder unterzubringen", stellt sich Stahl hinter die Initiative. Dabei kann der Bürgermeister für Tirschenreuth durchaus Aufgeschlossenheit zum Thema Asylbewerber melden. Seit zehn Jahren findet sich am Ort eine Unterkunft für rund 100 Personen. "Wir machen sehr viel", stellt Stahl heraus. Die neuen Projekte würden hier eine gute Ergänzung darstellen.
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