Umweltausschuss besichtigt Firma Magnitz
Löffelsauber reicht vollkommen

Der Umweltausschuss des Kreistages besichtigte die Firma Magnitz. Sie ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Partner, wenn es um die Entsorgung von Müll aller Art geht. Landrat Wolfgang Lippert (links) sprach von einem leistungsfähigen Spezialunternehmen. Durch den Betrieb führten Roland, Brigitte (Zweiter und Dritte von links) und Markus Magnitz (rechts). Bild: tr
Politik
Tirschenreuth
22.11.2016
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Die Mitglieder des Umweltausschusses besichtigten die Firma Magnitz, mit der der Landkreis schon viele Jahre im Bereich Abfallwirtschaft zusammenarbeitet. Dabei erfuhr das Gremium, was mit den Abfällen nach der Abholung passiert.

Die bewährte Kooperation, gutes Wirtschaften und die rechtzeitige Bildung von Rückstellungen haben zur Folge, dass sich auch in den kommenden Jahren die Müllgebühren nicht ändern, war in der anschließenden Sitzung im Landratsamt von der Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft, Jutta Goossens, zu erfahren. Die Firma Magnitz ist ein echter Familienbetrieb. Brigitte Magnitz und ihre Söhne Markus und Roland informierten gemeinsam, wie es nach dem Einsammeln mit dem Müll des Landkreises weitergeht. Dabei gäbe es kaum noch wirklich Restmüll, sondern zu einem hohen Prozentsatz Wertstoffe, also recyclebare Materialien, erklärte Markus Magnitz.

Seit 1976 Müllabfuhr


Die Familie stammt ursprünglich aus Breslau in Schlesien und gründete 1949 die erste Firma. Seit 1976 ist sie, mit kurzer Unterbrechung, für die Müllabfuhr im Landkreis zuständig. Aktuell zeichnet sie im östlichen Teil für die Abfuhr der Gelben Säcke, des Restmülls, Sperrmülls und des Altpapiers verantwortlich.

Was mit den Abfällen nach dem Abholen passiert, darum ging es bei der Besichtigungstour, die wegen des strömenden Regens und der eisigen Temperaturen ihr Ende im Papierlager fand und theoretisch weitergeführt wurde. Brigitte Magnitz erklärte, dass die Ausschreibung für die Verwertung des Inhalts der Gelben Säcke jedes Jahr neu erfolgt. Der Vertrag für das Einsammeln habe hingegen immer drei Jahre Gültigkeit.

Der Geschäftsfrau missfiel in diesem Zusammenhang, dass es im Landkreis zehn duale Systeme gäbe. "Die reden alle mit bei der Entsorgung von Verpackungen." Außerdem müssten die Mengen anteilsmäßig aufgeteilt werden. Da könne es passieren, dass von 1600 Tonnen Gelber Säcke pro Jahr ein Kandidat dabei ist, dem gerade mal 500 Kilogramm zustehen. "Die müssen wir dann hinfahren, egal wo."

Egal ob Gelbe Säcke, Dosen oder Glas, jeder müsse seinen Anteil bekommen. "Das Geld dafür müssen wir dann einzeln einsammeln." Laut Brigitte Magnitz treiben die Auswüchse aus der Verpackungsverordnung Blüten, mit denen niemand rechnen konnte. Um hier Abhilfe zu schaffen, wünschte sich die Geschäftsfrau mehr Einfluss seitens der Politik.

Die eingesammelten und farblich getrennten Glasabfälle aus dem Landkreis gehen an die Glasschmelzen in Steinbach am Wald im Erzgebirge, nach Bad Wurzach oder nach Schierling bei Regensburg. Im Landkreis Tirschenreuth liegt die Verwertungsquote bei 80 Prozent des Inhalts. Das läge zum einen an einer hochmodernen Sortieranlage und zum anderen daran, dass die Bürger sehr gewissenhaft trennen.

Einfach ausschlecken


Brigitte Magnitz beantwortete die Frage, ob man einen Joghurtbecher vor der Entsorgung auswaschen soll oder nicht, mit einem klaren Nein. "Unser Wasser ist unser wertvollstes Gut, das sollte man nicht auf diese Art und Weise verschwenden. Jeder, der kocht hat, nach dem Spülen Wasser im Spülbecken. Dort kann man die Becher grob ausschwenken. Oder, auch eine Möglichkeit, einfach ausschlecken. Löffelsauber genügt aber."

Recycling nicht endlos


Ob Papier oder Kunststoff, nichts ist endlos wiederverwertbar, erklärt Markus Magnitz. Wenn der recycelte Anteil zu viel werde, müssten irgendwann wieder Rohstoffe beigemischt werden. "Wohin mit Altreifen, die Landwirte zum Beispiel als Beschwerungen für ihre Siloabdeckungen benutzt haben?", wollte Bauernverband-Kreisobmann Ely Eibisch konkret wissen. "Die bringen Sie zu uns, die gehen als Sekundärbrennstoff ins Zementwerk", antwortete Magnitz.

Die Entsorgungsprofis empfahlen zum Schluss, sich bereits vor dem Kauf und der Bezahlung eines alten Hauses genau zu überlegen, was renoviert werden soll und was an Platten und Dämmstoffen runter muss, um nicht plötzlich mit unlösbaren Problemen oder finanziellen Abenteuern konfrontiert zu werden. "Die Leute sollten nicht einfach aufladen und losfahren", empfahl Brigitte Magnitz. Dabei unterstütze auch ihre Firma. Markus Magnitz habe die Lizenz, um Abfälle der verschiedensten Art zu beproben.

Die reden alle mit bei der Entsorgung von Verpackungen.Brigitte Magnitz über die Dualen Systeme
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