Wer den Süd-Ost-Link verwirklichen will, muss die Landwirtschaft ins Boot holen
Nicht ohne die Bauern

Mit den Vertretern der Landwirtschaft aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/Weiden diskutierten MdB Albert Rupprecht und Peter Franke von Bundesnetzagentur. Bild: hfz
Politik
Tirschenreuth
21.10.2016
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Wer den Süd-Ost-Link verwirklichen will, muss die Landwirtschaft ins Boot holen. Sie sind beim Bau der Stromtrasse am meisten betroffen. Und wollen eine Entschädigung.

Gemeinsam an einem Tisch versammelt hatte MdB Albert Rupprecht laut einer Pressemitteilung die Vorstandschaften der Bauernverbände Tirschenreuth und Neustadt/Weiden mit den Kreisobmännern Ely Eibisch und Josef Fütterer sowie Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur, die letztlich über den Verlauf der Trasse entscheidet.

Rupprecht stellte klar, dass beim Bau der Süd-Ost-Gleichstromtrasse besondere die Interessen der heimischen Landwirtschaft berücksichtigt werden müssen. "Denn unsere Landwirte sind es, die nach den aktuell vorliegenden Verlaufsoptionen die Hauptlast der erdverkabelten Leitungen tragen müssen." Deshalb kämpfe er für geringstmögliche Beeinträchtigungen und entsprechende Kompensationen.

Ely Eibisch begrüßte den Einsatz: "Wir als Landwirte werden jeden Tag direkt mit der Stromleitung zu tun haben. Es wird zu Erntebeeinträchtigungen und zu Problemen bei der Bewirtschaftung kommen - das ist keine einmalige Sache."

Besonders deutlich werde dies am Beispiel von Landwirt Martin Härtl aus Mitterteich. Sollte die neue Gleichstromtrasse im Schutzstreifen des Ostbayernrings verlegt werden, hätte Härtl gleich drei mehrjährige Bauarbeiten auf seinen Flächen: Den Neubau des Ostbayernrings, den Abbau des bestehenden Ostbayernrings sowie den Neubau der Gleichstromleitung. Die Forderung der Landwirtschaft ist daher eindeutig: Kompensationszahlungen sollen nicht einmalig erfolgen, sondern als wiederkehrende Zahlungen vertraglich festgelegt werden.

Rupprecht sah in den bestehenden gesetzlichen Grundlagen bereits Spielraum: "Weitere Zahlungen für die Landwirte sind zum Beispiel möglich, wenn die Vegetation nachhaltig beeinflusst wird, es offensichtliche Einbußen bei der Ernte gibt oder sich die Bemessungsgrundlagen nachträglich verändert haben."

Auch Peter Franke hatte Verständnis für die Anliegen. "Wenn wir den Trassenkorridor beschließen, brauchen die Landwirte schnelle Einschätzungen zu den zu erwartenden Folgen für ihre Betriebe. Hier können wir nicht erst das Planfeststellungsverfahren abwarten."

Darüber hinaus forderte Josef Fütterer, Kreisobmann Neustadt/Weiden, dass keine weiteren ökologischen Ausgleichsflächen bestimmt werden müssen: "Die Landwirtschaft ist unter Druck wie nie. Die Betriebe müssen ihre Felder intensiv bewirtschaften, um überhaupt über die Runden zu kommen. Alle bestehenden Flächen werden benötigt, die Pachtpreise werden gleichzeitig immer höher. Weitere Ausgleichsflächen würden diese Situation nur weiter verschärfen."
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Dörte Hamann aus Pullenreuth | 22.10.2016 | 18:56  
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