Bezirkssportgericht annulliert Relegationsspiel
Urteil: Wiederholungsspiel

Der FSV Tirschenreuth (blaue Trikots) verlor die erste Relegationspartie gegen den ASV Waldsassen (rosa Trikots). Jetzt treffen die Kreisstädter auf den FC Lorenzreuth, wissen allerdings nicht sicher, ob die Partie überhaupt von Bedeutung sein wird. Bild: Thomas Schrems
Sport
Tirschenreuth
31.05.2016
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Die Relegation im Fußballkreis Hof-Wunsiedel-Tirschenreuth gerät zur Hängepartie. Grund ist ein Wiederholungsspiel in der Relegation zur Bezirksliga Oberfranken. Das Bezirkssportgericht annullierte am Dienstag den Sieg des ATSV Münchberg/Schlegel gegen den TSV Mistelbach.

Die Freude bei den Verlierern der ersten Relegationsrunde auf Kreisebene war groß: Durch den 7:6-Erfolg nach Elfmeterschießen des ATSV Münchberg/Schlegel (Vizemeister der Kreisliga Nord) gegen den TSV Mistelbach (12. der Bezirksliga Oberfranken Ost) war sicher, dass sich mindestens ein Vertreter des Fußballkreises Hof-Wunsiedel-Tirschenreuth für die Bezirksliga Oberfranken qualifiziert. Weil dadurch mindestens ein Platz zusätzlich in der Kreisliga und -klasse frei würde, dürften die Relegations-Verlierer der ersten Runde noch einmal ran. Diese Hoffnung erhielt nun einen erheblichen Dämpfer. Was war passiert?

In der 88. Minute, beim Stand von 2:1 für Mistelbach, luchste der Münchberger Sebastian Strößner dem TSV-Torhüter Andre Dahms beim Abschlag den Ball ab. Der Keeper hatte das Leder vorher mit der Hand auf den Boden geprellt, Strößner ging dazwischen, ergatterte sich das Leder und wurde daraufhin einschussbereit von Dahms umgerissen. Landesliga-Schiedsrichter Niko Mäusbacher aus Fürth am Berg entschied auf Elfmeter, der ATSV erzielte das 2:2, rettete sich so in die Verlängerung und gewann schließlich im Elfmeterschießen.

Videobeweis


Nach Ansicht des TSV Mistelbach hat der Schiedsrichter hier einen klaren Regelverstoß begangen. Er hätte nach Strößners Aktion auf indirekten Freistoß für Mistelbach entscheiden müssen und nicht auf Elfmeter für Münchberg. Deswegen legte der TSV Protest gegen die Spielwertung ein und drängte auf ein Wiederholungsspiel. Als Beweismittel legten sie ein Video eines Internetportals vor, in dem die Szene deutlich zu sehen ist.

Das Bezirkssportgericht um Vorsitzenden Andreas Leffer gab dem Mistelbacher Protest am Dienstag statt. Beide Teams treffen am Donnerstag, 2. Juni, um 18.30 Uhr in Stadtsteinach erneut aufeinander. "Anders als bei einer Tatsachenentscheidung ist ein Regelverstoß keine Auslegungssache", sagte Leffer gegenüber dem "Neuen Tag". Bei einer Tatsachenentscheidung handle es sich um eine falsche Wahrnehmung, aber richtige Regelauslegung des Schiedsrichters. "Dagegen haben wir hier eine objektive Wahrnehmung mit falscher Regelauslegung." Der Schiedsrichter räumte in einer Stellungnahme seinen Fehler ein.

Bezirksspielleiter Gerald Schwan fürchtet wegen dieser Entscheidung künftig keine Flut an Protesten gegen Spielwertungen mittels Videobeweisen. "Ich bin zwar kein Hellseher, schließe das aber aus zwei Gründen aus: Zum einen ist der Videobeweis schon immer in den Statuten verankert. Zum anderen muss immer noch nachgewiesen werden, dass es sich um einen Regelverstoß und keine Tatsachenentscheidung handelt", sagte der Pechbrunner. Deswegen sei ein Videobeweis bei Gelben und Roten Karten sowie Fragen, ob der Ball komplett hinter der Linie war oder nicht, weiterhin kein Beweismittel. "Dabei handelt es sich um Tatsachenentscheidungen."

Die Entscheidung des Bezirkssportgerichts kann für die Relegation auf Kreisebene gravierende Auswirkungen haben: Schaffen weder der ATSV Münchberg/Schlegel noch der ASV Wunsiedel (trifft am Sonntag, 5. Juni, auf den Sieger des Wiederholungsspiels) den Sprung in die Bezirksliga, sind alle Partien von Freitag bis Sonntag "für die Katz'".



Regel Nummer 12Im Regelwerk des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) steht unter Punkt 12 unter anderem:

Der Torhüter darf den Ball nicht länger als sechs Sekunden in den Händen halten. Der Torhüter hält den Ball in den Händen, wenn er...

...den Ball mit beiden Händen festhält oder ihn mit einer Hand gegen eine Oberfläche hält (z.B. am Boden, gegen den eigenen Körper),

...den Ball in der ausgestreckten offenen Hand hält,

...den Ball auf den Boden prellt oder ihn in die Luft wirft.

Kontrolliert der Torhüter den Ball mit seinen Händen, darf er von einem Gegenspieler nicht angegriffen werden.

Vergehen gegen den Torhüter:

Hindert ein Spieler den Torhüter daran, den Ball aus seinen Händen abzuspielen, gilt dies als Vergehen.

Tritt ein Spieler den Ball oder versucht er, den Ball zu treten, während der Torhüter diesen abspielen möchte, wird der Spieler bestraft.




RelegationKreisliga

Freitag, 3. Juni, 18.15 Uhr

in Kondrau: FC Lorenzreuth - FSV Tirschenreuth

in Schauenstein: TSV Presseck - FC Ort

Beide Sieger sind Kreisligisten, wenn Münchberg und Wunsiedel die Bezirksliga-Quali schaffen.

Beide Sieger ermitteln im direkten Duell einen weiteren Kreisligisten, wenn Münchberg oder Wunsiedel die Bezirksliga-Quali schafft.

Die Verlierer sind in jedem Fall Kreisklassisten.

Kreisklasse

Samstag, 4. Juni, 16 Uhr

in Weißenstadt: BSC Furthammer - FC Ahornberg

Sonntag, 5. Juni, 16 Uhr

in Mitterteich: TSV Brand - SG/SV Schönhaid II

in Zedtwitz: SV Faßmannreuth II - FC Rehau II

in Wüstenselbitz: FC Döbraberg - (SG) Geroldsgrün II

Alle Sieger spielen weiter, Verlierer spielen nächste Saison in der A-Klasse.
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