Fußball
14 Funktionäre des Fußballkreises für 449 Jahre Vereinsarbeit geehrt

Bezirksehrenamtsreferent Siegfried Tabbert (links) hatte die Ehre, verdiente Funktionäre des Fußballkreises Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth auszuzeichnen. Bild: ssp
Sport
Tirschenreuth
30.11.2016
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Tirschenreuth/Arzberg. Immer wieder ist zu hören oder zu lesen, das Ehrenamt sei ein Auslaufmodell. Dass dies in vielen Fußballvereinen im Fichtelgebirge und im Stiftland keineswegs so ist, wurde beim DFB-Ehrenamtstag des Fußballkreises Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth im Saal der Bergbräu in Arzberg mehr als deutlich. Hier wurden 14 Vereinsfunktionäre aus dem südlichen Bereich des Kreises für ihr Jahrzehnte langes ehrenamtliches Engagement gewürdigt und beim Verlesen ihrer "Lebensläufe" durch den Kreis-Ehrenamtsbeauftragten Martin Braun stellte sich eindrucksvoll heraus, welch außergewöhnliche Leistungen diese Personen vollbracht haben.

In den Grußworten der Funktionäre des Bayerischen Fußball-Verbandes und der Ehrengäste stand dem Anlass entsprechend die Bedeutung des Ehrenamtes im Mittelpunkt. "Mit dem Ehrenamt steht und fällt das Vereinsleben", traf der Kreisvorsitzende Klaus Helgert gleich den Nagel auf den Kopf. In eine etwas andere Richtung ging der Bezirks-Ehrenamtsreferent Siegfried Tabbert. "Leistung alleine genügt nicht - man muss auch jemanden finden, der sie anerkennt", forderte er dazu auf, ehrenamtliches Engagement nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, seien junge Ehrenamtliche gefragt.

Bevor es zu den Ehrungen ging, machte Tabbert die Verdienste der 14 Geehrten, darunter drei Frauen, anhand von beeindruckenden Zahlen deutlich. Insgesamt 449 Jahre sind diese bis jetzt ehrenamtlich aktiv, das entspricht einem Durchschnitt von 32 Jahren pro Person. Geht man nur von einer jährlichen Arbeitszeit von 240 Stunden und einem durchschnittlichen Stundenlohn von sechs Euro aus, hat jeder Einzelne seinem Verein etwa 46 000 Euro erspart. "Ich glaube, diese Zahlen unterstreichen, wie wichtig Ihre ehrenamtliche Tätigkeit in Ihren Vereinen war und auch hoffentlich noch sein wird."

Martin Braun stellte diesen Wert anhand der ausgeführten Tätigkeiten dar und beschrieb ausführlich, was jeder von wann bis wann in seinem Verein getan hat. Von der Reinigung der Kabinen, der Pflege der Sportanlage oder der Bewirtung des Vereinsheims bis hin zu Aufgaben im Vorstand war die gesamte Palette an Ehrenämtern im Verein vertreten. Ebenso breit gestreut ist die Altersstruktur, die von 39 bis zu 69 Jahren reicht. Der "Dino" unter den Ehrenamtlichen ist Josef Trißl vom FC Tirschenreuth, der fast ein halbes Jahrhundert lang in Amt und Würden steht, 23 Jahre davon als Vorsitzender. Alle Würdenträger erhielten die DFB-Sonderehrung in Form einer DFB-Uhr mit Urkunde und eines Präsents. Seine Ehrung nicht entgegennehmen konnte der verhinderte Alois Weis vom FSV Tirschenreuth.

Ein neuer Bestandteil des DFB-Ehrenamtstages war die Auszeichnung des Kreissiegers bei den Fußballhelden 2016, was einem Ehrenamtspreis für Vereinsmitarbeiter unter 30 Jahren entspricht. Hier machte der 29-jährige Marco Schwägerl vom FC Tirschenreuth das Rennen. Er ist dort seit 2013 Jugendleiter und steht für elf Mannschaften in der Verantwortung. In dieser Zeit hat Schwägerl sehr viel vorangebracht. So zum Beispiel die Gewinnung neuer Trainer, Betreuer und Sponsoren oder die Organisation von Ausflügen und Turnieren.

DFB-Sonderehrungen auf einen BlickJosef Bauer (SF Kondrau, seit 1974), Josef Bauer (SV Steinmühle, seit 1980), Hubert Gretsch (SV Pechbrunn, seit1983), Sonja Habel (TSV Arzberg-Röthenbach, seit 2000), Matthias Müller (ATG Tröstau, seit 1998), Gerhard Pöhlmann (ATV Höchstädt, seit1971), Klaus Rüger (SpVgg 1913 Selb, seit 1975), Herbert Schaumberger (SV Schönhaid, seit1973), Peter Schönberg (SG Marktredwitz, seit 1974), Sabine Siegert (SV Griesbach, seit 1993), Ludwig Steinhäuser (1. FC Nagel, seit 1991), Josef Trißl (FC Tirschenreuth, seit 1969), Andrea Wagner (TV Selb-Plößberg, seit 2002), Torsten Werner (ASV Wunsiedel, seit 1992). (ssp)
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