Fußball
Revolutionärer Plan

Klaus Helgert, Kreisspielleiter des Kreises Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth, hat mit seinen Kollegen im Bezirk Oberfranken ein Grundkonzept erarbeitet, um Vereinen mit Personalproblemen eine neue Perspektive zu geben. Bild: Cyris
Sport
Tirschenreuth
04.06.2016
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Spielabsage wegen Personalmangels - ein leidiger Vorfall, der in den unteren Amateurfußball-Spielklassen in den vergangenen Jahren immer häufiger geworden ist. Gerade in strukturschwächeren Regionen stehen viele Fußballvereine vor massiven Personalsorgen und sind oft nicht in der Lage, über eine gesamte Saison hinweg einen durchgehenden Spielbetrieb zu gewährleisten.

Diese Problematik beschäftigt natürlich auch die Verantwortlichen des Bayerischen Fußball-Verbandes und so wurde in einigen Fußballbezirken nach Lösungsmöglichkeiten für den Herrenbereich gesucht. In Oberfranken haben sich die drei Kreisspielleiter Manfred Neumeister (Bamberg/Bayreuth/Kulmbach), Egon Grünbeck (Coburg/Kronach/Lichtenfels) und Klaus Helgert (Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth) an einen Tisch gesetzt und ein Grundkonzept erarbeitet, welches in den einzelnen Kreisen je nach deren Gegebenheiten spezifiziert wurde und ab der bevorstehenden Saison 2016/17 als Pilotprojekt in die Tat umgesetzt werden soll.

Flexible Mannschaftsstärke


Der Schlüssel zum Erhalt des Spielbetriebs ist für Klaus Helgert eine flexible Mannschaftsstärke. Deshalb möchte er B-Klassen ins Leben rufen, in denen die Vereine wahlweise als 11er-, 9er- oder 7er-Mannschaft an den Start gehen können. In anderen Altersklassen existiert so etwas bereits unter dem Begriff Norweger Modell.

Wie jedes einzelne Spiel gespielt wird, richtet sich nach der Mannschaft mit der geringeren Spielstärke. Trifft beispielsweise ein 11er- auf ein 9er-Team, kommt die Spielform "9 gegen 9" zur Anwendung. Hier würde, wie bei den D-Junioren, auf einem etwa 70 x 50 Meter großen Spielfeld gespielt, wobei sowohl Großfeld- als auch Kleinfeldtore verwendet werden können. "7 gegen 7" wird auf dem Kleinfeld gespielt, hier sind nur Kleinfeldtore zulässig. Weitere Besonderheiten sind, dass eine Spielklasse aus höchstens zehn Mannschaften besteht und die Spielzeit vor der Winterpause auf den Zeitraum von Ende August bis Ende Oktober reduziert wird. Ein Aufstiegsrecht besteht grundsätzlich nicht.

Klaus Helgert wird in den nächsten Tagen alle Vereine anschreiben und ihnen sein detailliertes Konzept vorstellen. Er hofft, dass dadurch vielen Vereinen, die wegen einer dünnen Spielerdecke Bedenken bezüglich eines Mannschaftsrückzugs während der Saison haben und vor einer Meldung zurückschrecken, die Angst genommen wird. Ob und wie dieses Konzept letztendlich umgesetzt wird, liegt am Feedback der Vereine. Wer neugierig geworden ist und Interesse hat, kann sich schon jetzt an Klaus Helgert oder einen seiner beiden Gruppenspielleiter Peter Kempf und Stefan Wühr wenden. (Angemerkt)
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