Runder Tisch des Fußballkreises
Wunsch nach Rückkehr zur BOL

Roland Eckert, Vorsitzender des SV Mitterteich, plädierte für die Wiedereinführung der Bezirksoberliga. Bild: Cyris
Sport
Tirschenreuth
29.11.2016
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Zumindest die höherklassigen Vereine im Fußballkreis Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth sehnen sich wieder nach der Bezirksoberliga. Das wurde bei einem Runden Tisch des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) im BD-Forum in Thierstein deutlich.

Thierstein. "Die Einführung einer fünfgruppigen Landesliga war zwar ein richtiger Schritt, aber deswegen hätte man die Bezirksoberliga nie abschaffen dürfen", sagte Karl-Peter Mötsch vom TSV Thiersheim. Im Bezirk sollte die höchste Spielklasse ein- und nicht zweigleisig sein. Das Gleiche gelte für die jeweiligen Kreise. Auch hier sollte die höchste Liga eingleisig sein. Im Jugendbereich werde dies bereits so praktiziert - mit Erfolg.

Keine Reservespielbetrieb


Zudem forderte Mötsch, zum Reservespielbetrieb im Kreis zurückzukehren. "Wie schön war es früher, als vor der ersten Mannschaft die Reserve gespielt hat", sehnte er die alten Zeiten herbei. Doch hier wird es wohl kein Zurück mehr geben, wie Bezirksvorsitzender Karlheinz Bram und Kreisspielleiter Klaus Helgert übereinstimmend betonten. "Auch die zweiten Mannschaften wollen um Auf- und Abstieg spielen, sonst ist doch der Reiz weg", lautete eines ihrer Argumente. Zudem verwies Bram auf die Einführung der Flex-Ligen, die irgendwie auch als Ersatz für den Reservespielbetrieb gedacht seien. Hier können Vereine in unterschiedlichen Mannschaftsstärken gegeneinander antreten: Entweder es spielen Elf gegen Elf oder Neun gegen Neun.

Für die Wiedereinführung der Bezirksoberligen plädierte auch Roland Eckert, Vorsitzender des SV Mitterteich. Er befürchtet, dass der Fußballkreis früher oder später keinen Landesligisten mehr habe. "Das Leistungsgefälle zwischen den Vereinen aus dem Ballungsraum Nürnberg - Fürth - Erlangen und den Oberfranken ist einfach zu groß."

Dass Anregungen aus den Vereinen durchaus im Verband ihren Niederschlag finden, zeigte Bram anhand einiger Beispiele auf: Einführung des Zusatzspielrechts, der freiwillige Spielklassen-Wechsel und die Fairplay-Ligen.

Bram musste sich, stellvertretend für den Bayerischen Fußballverband, viel Kritik anhören. So stießen einigen Vereinsvertretern die hohen Passgebühren von 50 Euro bei Vereinswechseln sauer auf. Sie forderten hier eine Senkung, vor allem dann, wenn die Passanträge online gestellt würden. Kritik kam zudem auch wegen der fehlenden Transparenz der Finanzen beim BFV auf. Bram entgegnete, der Bayerische Fußballverband wirtschafte sehr gut belaste die Vereine, im Vergleich zu anderen Landesverbänden, am geringsten.

Einen Vorschlag aus der Runde, künftig den Spielbetrieb zwischen den Monaten März und Oktober abzuwickeln, hielt Bram schon alleine wegen dem Auf- und Abstieg in höhere Ligen nicht für praktikabel.

Die Jahrgangsstruktur im Jugendbereich zu ändern, war ein weiteres Thema. "Man sollte Jugendmannschaften in einer Altersklasse nach Möglichkeiten nicht nur zwei, sondern drei Jahre zusammenspielen lassen", war der Wunsch. Dieses Thema werde auch bereits auf höherer Ebene diskutiert, antwortete der Bezirksvorsitzende. Eine Änderung der Jahrgänge könne nur der DFB beschließen. "Aber es wird bereits laut über die Auflösung des U 19-Jahrganges nachgedacht."

Jugendliche nur einmal


Dass Jugendspieler an einem Tag nur in einer Mannschaft spielen dürfen, ist offenbar nicht allen Vereinen bekannt. So hat der SV Mitterteich, wie Roland Eckert berichtete, einen 18-jährigen A-Junioren-Spieler ein paar Minuten in der Landesliga eingesetzt und im Anschluss in der zweiten Mannschaft spielen lassen. Die Folge: Punktabzug für die Zweite und Geldstrafe. Die Mehrheit der Vereinsvertreter bei der Veranstaltung in Thierstein plädierte dafür, dass die Einschränkung, nur ein Spiel an einem Tag, zumindest bei Junioren ab vollendetem 18. Lebensjahr wegfällt.

Eindringlich appellierte Bram abschließend an die Vereine, sich den neuen Medien und der Digitalisierung nicht zu verschließen. Der Liveticker sei zwar erst ab Bezirksliga Pflicht, werde aber auch bereits in den unteren Ligen fleißig bedient. "Die beiden Kreisligen Nord und Süd sind hier Vorreiter im Bezirk", lobte er die Vereine aus dem Fußballkreis Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth.

Das Leistungsgefälle zwischen den Vereinen aus dem Ballungsraum Nürnberg - Fürth - Erlangen und den Oberfranken ist einfach zu groß.Roland Eckert, Vorsitzender des SV Mitterteich


Aber es wird bereits laut über die Auflösung des U 19-Jahrganges nachgedacht.Bezirksvorsitzender Karlheinz Bram
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